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Potenzial von Agentic AI KI-Agenten: Umsetzung bleibt hinter Hype zurück

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Eine neue Studie von Cloudflight zeigt, dass 86 Prozent der befragten Entscheider großes Potenzial in KI-Agenten sehen. Doch nur jedes neunte Unternehmen setzt die Technologie bereits in einer fortgeschrittenen Phase ein. Es klafft also eine Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung von Agentic AI.

(Bild:  © Journey Studio7/stock.adobe.com)
(Bild: © Journey Studio7/stock.adobe.com)

Darum Geht's

Trotz hoher Erwartungshaltung: 86 Prozent sind von dem Potenzial überzeugt. Allerdings setzt nur jedes neunte deutsche Unternehmen KI-Agenten bereits in einer fortgeschrittenen Phase ein. 

Budgets sind nicht das Problem: Nur 14 Prozent der Unternehmen führen fehlende finanzielle Mittel als Hindernis für den künftigen Einsatz von KI-Agenten an.

Erfolgreiche Umsetzung schafft Klarheit: Voraussetzung hierfür sind ein genau definierter Business Case, ein hoher Grad an Abstimmung zwischen den Abteilungen IT, Compliance und Business und die enge Zusammenarbeit auf Vorstandsebene.

Warum sind manche Unternehmen bei der Nutzung von KI-Agenten erfolgreicher als andere? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Studie von Cloudflight, für die 150 Entscheider aus deutschen Unternehmen befragt wurden. Die Studie zeigt die zentralen Voraussetzungen und Kriterien für einen erfolgreichen Einsatz von KI-Agenten. Erfolg ist nicht hauptsächlich vom Geld abhängig – so viel sei vorweggenommen.

86 Prozent der Befragten sind sich einig: Agentische KI hat das Potenzial, ihr Unternehmen zu verändern. Die Erwartungen an den Grad der Veränderung variieren leicht. 53 Prozent sind davon überzeugt, dass der Einfluss von KI wesentlich sein wird, während ein Drittel agentischer KI sogar transformative Eigenschaften zuschreibt.

Die Erwartungen sind also hoch. Die Realität kann hier aber noch nicht mithalten. Nur bei elf Prozent der Unternehmen funktioniert der Einsatz der Agenten so gut, dass er als fortgeschritten gilt. 38 Prozent der befragten Unternehmen sind immerhin schon in einer Phase der Skalierung. Knapp die Hälfte befindet sich dagegen noch in frühen Phasen der Nutzung. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz zwischen Potenzial und Umsetzung?

Hindernisse bei der Nutzung von KI-Agenten

Die wichtigsten Hindernisse bei der Nutzung von KI-Agenten.(Bild:  Cloudflight)
Die wichtigsten Hindernisse bei der Nutzung von KI-Agenten.
(Bild: Cloudflight)

Anders als vielleicht erwartet, ist Geld nicht das Problem, wenn es darum geht, KI-Agenten-Projekte ins Leben zu rufen. Nur 14 Prozent der Befragten nannten fehlendes Budget als Bremse für den Einsatz von KI-Agenten. Andere Hindernisse überwogen deutlich. Der am häufigsten genannte Grund ist mit 51 Prozent fehlendes Vertrauen und Angst vor den Risiken. Als sehr hinderlich werden mit 39 Prozent auch Compliance-Fragen gesehen, gefolgt von unklaren Verantwortlichkeiten (27 Prozent) und einer unklaren KI-Strategie (22 Prozent). 40 Prozent kommen gar zu dem Schluss, dass ihr Unternehmen noch nicht bereit für den KI-Agenten-Einsatz ist. Auch bei Unternehmen, die fehlgeschlagene KI-Agenten-Initiativen im Rückblick bewerten, spielen finanzielle Gründe nur eine kleine Rolle. Hier kommen ebenfalls nur acht Prozent zu dem Schluss, dass ihr Projekt am Geld gescheitert ist.

Erfolgskriterien für den Einsatz von KI-Agenten

Unternehmen, die es schaffen, die Kluft zwischen Überzeugung und Umsetzung zu schließen, zeichnen sich durch drei Kriterien aus:

  • Klar definierter Business Case
  • Gute Abstimmung zwischen Compliance, IT und Business
  • Vertrauensvolle Zusammenarbeit von CEO, CTO und CIO

Nur wenn diese drei Aspekte zusammenkommen, hat ein Unternehmen die Chance, KI-Agenten erfolgreich einzusetzen.

Business Case für Projekte mit KI-Agenten

Ein klar definierter Business Case ist die Basis für die Bewertung und Weiterentwicklung eines Projekts. Fehlen jedoch Zeitpläne, Ziele für die Investitionsrendite (ROI) und weitere Bewertungskriterien, entsteht das Risiko, dass das Projekt aus den frühen Stadien – Explorationsphase, Experimentierphase oder frühe Einführungsphase – nicht herauskommt. Die Studie zeigt, dass nur 29 Prozent der Befragten einen klar definierten Business Case für ihre KI-Projekte haben. Somit hat gerade mal ein Drittel überhaupt die Voraussetzung geschaffen, um erfolgreich zu sein.

Gute Abstimmung zwischen Compliance, IT und Business

Definition und Verständnis von KI-Agenten ist unterschiedlich.(Bild:  Cloudflight)
Definition und Verständnis von KI-Agenten ist unterschiedlich.
(Bild: Cloudflight)

Ein Business Case ist zwar die Basis, reicht aber alleine nicht aus. Unternehmen müssen es auch schaffen, ihre Abteilungen gut abzustimmen. Wer ist verantwortlich? Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie funktionieren Abstimmungen? Die Zahlen zeigen, dass Unternehmen, bei denen Compliance, IT und Business vollständig abgestimmt sind, Pilotprojekte schneller überführen und in weitere Geschäftsbereiche skalieren können. Auch das Vorhandensein eines Business Case korreliert mit dem Grad, wie gut die Abteilungen abgestimmt sind. Bei den vollständig abgestimmten Unternehmen haben 60 Prozent einen klar definierten Business Case, während von den mäßig abgestimmten Unternehmen nur acht Prozent einen klar definierten Business Case haben.

Zusammenarbeit auf Vorstandsebene als Erfolgsfaktor

Auch wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, bleibt ein weiterer erfolgskritischer Aspekt: die enge und abgestimmte Zusammenarbeit auf Vorstandsebene. Das Profil und die Aufgaben von CEO und CTO sind per Definition unterschiedlich. CEOs tragen die Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit und Reputation des Unternehmens. CTOs verantworten technische Ergebnisse und die Leistungsfähigkeit der Systeme.

Vor diesem Hintergrund kommt es zu unterschiedlichen Bewertungen von KI-Agenten. Besonders deutlich wird dies bei der Frage „Welches Maß an Autonomie ist für KI-Agenten in Ihrem Unternehmen akzeptabel?“ Während CTOs mit 33 Prozent die höchste Akzeptanz für vollständige Autonomie zeigen, stehen CEOs mit 19 Prozent am anderen Ende des Spektrums. Nur wenn zwischen diesen Perspektiven ein offener und strukturierter Austausch stattfindet und beide Seiten Gehör finden, lassen sich Blockaden vermeiden.

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„Wer sich auf die Frage nach dem Budget konzentriert, um agentische KI-Projekte zu starten, arbeitet am Problem vorbei. Die erfolgreichen Unternehmen in diesem Bereich geben nicht mehr Geld aus, sie koordinieren sich bloß besser. Die Frage muss sich verschieben: Von der Frage Können wir uns das leisten?' zu Können wir uns dafür sinnvoll aufstellen? Entscheidet die zweite Frage. Aber die meisten Unternehmen haben die Grundlagen dafür noch nicht geschaffen”, sagt Gernot Molin, Chief Technology Officer bei Cloudflight.

Zur Methodik der Studie: Für die Studie "Das Agentische KI-Paradox" von Cloudflight wurden 150 C-Level- und Senior-Executives aus deutschen Unternehmen online befragt. Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 durchgeführt. Befragt wurden Führungskräfte aus Geschäftsführung, IT, Digitalisierung und Operations wie CEO, CIO, CTO oder CDO. Berücksichtigt wurden ausschließlich Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro. Die Stichprobe umfasst Unternehmen aus den Bereichen Industrie/Produktion, Logistik, Finanzdienstleistungen, Energie, Handel, Gesundheitswesen und öffentlicher Sektor.