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Geschäftsstrategie KI-Kompetenzen: Führungskräfte halten Schulung für notwendig

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Mit dem AI-Act hat die EU eine neue Regulierung für den Einsatz von künstlicher Intelligenz geschaffen. Seit dem 1. Februar sind Unternehmen verpflichtet, ihre Mitarbeiter nachweislich in KI-Systemen zu schulen. 90 Prozent der Führungskräfte sehen daher Bedarf für Schulungen, um KI-Kompetenzen zu erwerben.

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Die neuen Regeln entsprechen der Haltung der Unternehmen. So sind rund 90 Prozent der befragten Führungskräfte der Meinung, dass KI-Kompetenzen notwendig sind, um die Grenzen von KI richtig einschätzen zu können. Für drei Viertel müssen die Entscheidungen der KI hinterfragt werden, da diese nicht immer richtig sind. Das ist eine der Erkenntnisse des neuen Hernstein Management Reports, einer repräsentativen Studie, für die rund 1.600 Führungskräften in Deutschland und Österreich befragt wurden. Aus der Sicht von drei Viertel der befragten Führungskräfte wird KI die Arbeitswelt völlig verändern. Und nur elf Prozent sind hingegen weiterhin davon überzeugt, dass das Thema überbewertet wird und kaum einen nachhaltigen Einfluss auf das Arbeitsleben haben wird.

KI-Kompetenzen: Grenzen der Technologie kennen

52 Prozent der Befragten stimmen zu, dass der KI-Einsatz neue Kompetenzen erfordert.(Bild:  FHW Education & Management GmbH)
52 Prozent der Befragten stimmen zu, dass der KI-Einsatz neue Kompetenzen erfordert.
(Bild: FHW Education & Management GmbH)

Gabriele Fantl, Leitung Beratung, Projektmanagement und Vertrieb des Bildungsinstituts Hernstein der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien, erläutert: „Für Unternehmen ist es notwendig, die Grenzen von KI richtig einschätzen zu können. Ein verantwortungsvoller Umgang mit künstlicher Intelligenz erfordert neben ausreichendem Wissen und den notwendigen Fähigkeiten der Anwendenden auch klare interne Richtlinien. Zum Zeitpunkt der Befragung lagen solche Regelwerke jedoch nur in acht Prozent der Unternehmen vor.“

Bei der Frage, ob künstliche Intelligenz objektivere Entscheidungen trifft als der Mensch, scheiden sich die Geister, wobei deutsche Führungskräfte der KI in dieser Hinsicht positiver gegenüberstehen. 62 Prozent der Befragten glauben nicht, dass KI-Kompetenzen die für Führungsaufgaben notwendige emotionale Intelligenz entwickeln werden. Der Aussage, KI-Entscheidungen seien immer richtig und müssten nicht hinterfragt werden, stimmten in der Umfrage nur 25 Prozent der Führungskräfte zu.

Veränderungen am Arbeitsmarkt durch KI

Gabriele Fantl leitet Beratung, Projektmanagement und Vertrieb beim Bildungsinstitut Hernstein der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien.(Bild:  FHW Education & Management GmbH)
Gabriele Fantl leitet Beratung, Projektmanagement und Vertrieb beim Bildungsinstitut Hernstein der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien.
(Bild: FHW Education & Management GmbH)

Knapp zwei Drittel der befragten Führungskräfte gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz den Leistungsdruck in den Unternehmen erhöhen wird. „Die Befragten sind sich uneinig, ob der Einsatz von KI tatsächlich zu mehr Freiräumen in Unternehmen führt“, so Fantl. Aus Sicht der befragten Führungskräfte brauchen Mitarbeitende, die sinnvoll mit KI arbeiten sollen, vor allem IT-Wissen, technische Kompetenz und Medienkompetenz. „Um für das Zeitalter der KI gut gerüstet zu sein, sind Eigenschaften wie Flexibilität, die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die eigene Innovations- und Lernbereitschaft wichtig“, ergänzt Fantl.

Die befragten Führungskräfte sind sich uneinig, ob der Einsatz von künstlicher Intelligenz tatsächlich zu mehr Freiräumen in Unternehmen führt.

Gabriele Fantl

Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich beim KI-Einsatz

In Deutschland setzen 32 Prozent der Unternehmen KI-Systeme ein.(Bild:  FHW Education & Management GmbH)
In Deutschland setzen 32 Prozent der Unternehmen KI-Systeme ein.
(Bild: FHW Education & Management GmbH)

Bereits drei von zehn Unternehmen setzen KI-Systeme ein, in Deutschland etwas mehr als in Österreich. „Der Einsatz von künstlicher Intelligenz steigt mit der Größe der Unternehmen. Bei jenen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitenden geben bereits 42 Prozent an, mit KI-Systemen zu arbeiten“, erklärt Fantl. Deutliche Unterschiede gibt es auch in den einzelnen Bereichen. So setzen Führungskräfte aus dem Personalbereich deutlich häufiger auf KI-Kompetenzen als jene aus dem Vertrieb oder aus generalistischen Bereichen. Bei der Erstellung von Texten, Dokumenten oder Berichten wird KI in Österreich fast doppelt so häufig eingesetzt wie in Deutschland. In Deutschland hingegen sind KI-Anwendungen in den Bereichen IT, Personal, Kundenservice und Vertrieb stärker vertreten.

KI-Kompetenzen im Personalbereich

40 Prozent der befragten Führungskräfte setzen KI im Personalbereich ein.(Bild:  FHW Education & Management GmbH)
40 Prozent der befragten Führungskräfte setzen KI im Personalbereich ein.
(Bild: FHW Education & Management GmbH)

Als sinnvolle Anwendungen von KI im Personalbereich werden die Erstellung von Stellenanzeigen sowie Anwendungen im Bereich der Qualifizierung und Entwicklung von Mitarbeitenden gesehen. Anwendungen wie die Auswahl von Personen für Beförderungen oder Kündigungen werden mehrheitlich als weniger sinnvoll erachtet. Mehr als 60 Prozent sind der Meinung, dass Transparenz bei KI-basierten Entscheidungen unerlässlich ist. 43 Prozent der Führungskräfte glauben, dass KI-Kompetenzen das Recruiting effizienter macht, 39 Prozent sehen den Vorteil der Objektivität. „Aber es gibt auch viel Skepsis unter den HR-Managern: Weniger als 30 Prozent halten die Ergebnisse KI-gestützten Recruitings für verlässlich. Menschliche Kontrolle wird daher als „Muss“ angesehen“, so Fantl.

Zur Methodik der Studie: Der Hernstein Management Report erhebt seit über 20 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern. Befragt wurden rund 1.600 Führungskräfte sowie Unternehmer, davon 1.000 in Deutschland und 600 in Österreich und. Die maximale Schwankungsbreite lieg bei +/- 2,5 Prozent. Die Online-Befragung wurde von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung durchgeführt.

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