Der Bedarf an KI-Experten ist innerhalb eines Jahres um 230 Prozent gestiegen, doch Unternehmen finden kaum passende Talente. Der neue Malt Trend Report 2025 zeigt einen europaweiten Innovationsdruck. Die Daten belegen zudem einen starken Anstieg bei der Nachfrage nach KI-Kompetenzen.
Der Freelancer-Marktplatz Malt hat jetzt neuen „Tech Trends Report 2025“ veröffentlicht, der auf Millionen von Projekt- und Suchanfragen sowie der Auswertung von über 200.000 Tech-Profilen basiert. Die Daten belegen einen massiven Anstieg bei der Nachfrage nach KI-Kompetenzen – und eine gleichzeitig wachsende Lücke zwischen verfügbaren Kompetenzen und Bedarf der Unternehmen. Besonders betroffen ist der DACH-Raum. Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie: Zwischen 2023 und 2024 stieg die Zahl der ausgeschriebenen KI-Projekte europaweit um 230 Prozent, während die Zahl verfügbarer Freelancer mit KI-Kompetenzen lediglich um 31 Prozent zulegte. Der KI-Boom legt zugleich Schwächen in der Daten-Infrastruktur offen. Zugleich ist die Nachfrage nach Data Engineers und Data Scientists um 44 Prozent beziehungsweise 15 Prozent angestiegen, während das Angebot kaum Schritt hält (19 Prozent bzw. fünf Prozent).
Die wachsende Fachkräftelücke wird insbesondere im DACH-Raum zum Engpass: Laut Bitkom fehlen hier über 149.000 IT-Experten mit KI-Kompetenzen – und damit die Schlüsselressourcen, um digitale Innovationsprojekte umzusetzen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Cybersecurity-Expertise (Anstieg der Projekte um 35 Prozent) und europäischen Cloud-Anbietern wie Scaleway (200 Prozent). Unternehmen priorisieren zunehmend souveräne Lösungen für mehr Unabhängigkeit und Datenkontrolle. Eine Chance für Europa, zum neuen Tech-Player zu werden?
KI-Kompetenzen: GenAI, Data und Low-Code als Treiber des Wandels
Der Tech Trends Report 2025 von Malt analysiert die Entwicklung von Nachfrage und Angebot technologischer Kompetenzen.
(Bild: Malt)
Die europaweite Nachfrage von Unternehmen nach KI-Kompetenzen ist stark angestiegen, insbesondere die Nachfrage nach LLM-Kenntnissen, mit einem Anstieg von 413 Prozent für OpenAI-Kenntnisse. Der weitreichende KI-Trend beeinflusst dabei alle Ebenen des Tech-Stacks. Die Nachfrage nach Data Engineers und Data Scientists schnellt nach oben (44 Prozent und 15 Prozent) und Low-Code/No-Code-Tools feiern ein Comeback – allen voran Flutterflow (274 Prozent), n8n (126 Prozent) und Make (118 Prozent). Diese Tools ermöglichen nicht nur eine schnellere Produktentwicklung, sondern machen KI auch für weniger technisch versierte Teams zugänglich. Es findet ein Rollenwandel statt: Wer früher Software schrieb, orchestriert heute Systeme – schnell, automatisiert, skalierbar.
Cybersecurity wird zur Pflicht, Souveränität zur Kür
Die Studie unterstreicht einen zentralen Trend: Technologische Souveränität wird zur strategischen Priorität. Unternehmen setzen zunehmend auf europäische Lösungen, beispielsweise bei Cloud-Anbietern (Nachfrage nach Scaleway steigt um 200 Prozent, der Umsatz bei Ionos steigt um 20 Prozent) und Open-Source-Tools wie Metabase (35 Prozent) oder Mistral LLMs (800 Prozent) sind stark nachgefragt. Einerseits, um regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden, darüber hinaus aber auch mehr Kontrolle über ihre Daten zu erlangen. Gleichzeitig rücken verantwortungsvolle Innovationen mit hoher Compliance und Datensicherheit in den Fokus – ein klarer Auftrag an HR, Procurement und IT.
Claire Lebarz, CTO von Malt, kommentiert: „Künstliche Intelligenz und der Wunsch nach Kontrolle prägen Europas technologische Entwicklung. Die heute getroffenen Technologieentscheidungen bestimmen, wie widerstandsfähig Unternehmen gegenüber wirtschaftlichen, ökologischen, politischen und technologischen Unsicherheiten sind. Unternehmen sind aber oft weniger vorbereitet auf diese Revolution als Freelancer – und Green Tech bleibt ein blinder Fleck.“
Freelancer mit KI-Kompetenzen als Antwort auf Fachkräftemangel
Während viele Unternehmen noch daran arbeiten, ihre technologische Basis – Cloud, Cybersecurity, Daten – zu konsolidieren, bereiten sich Freelancer schon aktiv auf die steigende Nachfrage in den Wachstumsfeldern vor. Das Angebot an Tech-Freelancern mit passenden KI-Kompetenzen und -Tools wuchs um 59 Prozent. Tech-Freelancer eignen sich in kürzester Zeit fortschrittliche KI-Kompetenzen an, zum Beispiel im Umgang mit Claude (97 Prozent) und RAG (58 Prozent).
Adrian Storp ist General Manager DACH bei Malt.
(Bild: Malt)
Gerade im Mittelstand zeigt sich: Die Kombination aus internem Wissen und externer Expertise wird zum Erfolgsmodell. In sogenannten Superteams arbeiten festangestellte und selbstständige Talente gemeinsam an Innovationsprojekten – effizient, flexibel und zielorientiert. „Wer ohne Freelancer rekrutiert, rekrutiert am Bedarf vorbei. Viele Unternehmen wissen, dass sie handeln müssen – aber ohne flexible Modelle und Zugang zu externem Tech-Know-how verlieren sie den Anschluss“, warnt Adrian Storp, General Manager DACH bei Malt.
Zur Methodik der Studie: Der „Tech Trends Report 2025“ von Malt analysiert die Entwicklung von Nachfrage und Angebot technologischer Kompetenzen auf dem Malt-Marktplatz zwischen 2023 und 2024 – mit Fokus auf Europa und die VAE. Im Zentrum stehen Fähigkeiten in den Bereichen Development, Cloud, Cybersecurity, Data und KI-Kompetenzen.
Stand: 16.12.2025
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Malt, dem 2013 durch Vincent Huguet gegründeten Freelancer-Marktplatz mit über 800.000 Experten, vertrauen über 70.000 Kunden in 40 Ländern auf Malt. In der DACH-Region vernetzt Malt über 60.000 selbstständige Experten mit mehr als 7.000 Unternehmen. Das KI-basierte Tool „AI Search“ verbessert die Vermittlung zwischen Unternehmen und Freelancern.