DB Podcast

KI-Lösungen KI und HR: HR steuert, KI unterstützt

Ein Gastbeitrag von Kálmán Györy 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

KI und HR unter der Lupe: KI-Lösungen erhalten zunehmend Einzug in die Personalabteilungen. Sie sind eine willkommene Hilfestellung, um HR-Teams Routineaufgaben abzunehmen und ihnen mehr Zeit für die strategische Arbeit zu schaffen. Unternehmen sollten sich spätestens jetzt mit dem Thema auseinandersetzen und die HR-Abteilungen fit für eine datengetriebene Zukunft machen.

(Bild:  venusvi – stock.adobe.com)
(Bild: venusvi – stock.adobe.com)

Laut PwC‘s Global Artificial Intelligence Study wird künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2030 für 15,7 Billionen US-Dollar des weltweiten Bruttoinlandsprodukts verantwortlich sein. Die Experten halten ein Wachstum von bis zu 26 Prozent der Volkswirtschaften in China und den USA für realistisch. Mit anderen Worten: Das Marktpotenzial von KI und ihre Bedeutung für die Zukunft sind enorm. Die neue Technologie erhält branchenübergreifend Einzug in die verschiedensten Fachabteilungen – auch in Sachen KI und HR.

Ausgewählte HR-Prozesse automatisieren

Für den Einsatz von KI gibt es kein Pauschalrezept. Je nach Bereich müssen Unternehmen ihre Prozesse auf den Prüfstand stellen und Automatisierungspotenziale identifizieren. Der HR-Bereich nimmt bei KI gewissermaßen eine Sonderstellung ein. Der direkte, menschliche Bezug zu den Mitarbeitenden lässt sich durch keine Technologie oder KI ersetzen. Trotzdem gibt es eine Vielzahl an Tätigkeiten, bei denen KI unterstützen kann und absolut sinnvoll ist. Im Personalwesen sind das in erster Linie Routineaufgaben wie beispielsweise die Beantwortung von wiederkehrenden Anfragen der Mitarbeitenden. Viele dieser Anfragen beziehen sich auf relativ einfache Informationen, beispielsweise „Wie ist die Regelung zum Elternurlaub?”. Dank KI können diese rund um die Uhr gestellt werden.

Es kann ebenso sinnvoll sein, Bereiche im Onboarding, Data & Analytics und Performance Management zu automatisieren und demokratisieren. Wächst ein Unternehmen sehr schnell, kann man KI-Anwendungsfälle beim Recruiting und der Personalbeschaffung erwägen. HR-Teams können die Suche, Prüfung und Auswahl der Bewerbenden rationalisieren. Die Zeit bis zur Einstellung wird dadurch spürbar verkürzt: Angefangen bei der Stellenausschreibung und der Analyse von Lebensläufen bis hin zum Versenden von Stellenangeboten. Die Mitarbeitenden können die gewonnene Zeit für wertschöpfendere Themen verwenden.

KI und HR: Von prozessorientierter zu sinnorientierter ­Arbeit

KI hat ein großes Rationalisierungspotenzial für HR. Das bedeutet jedoch nicht, dass KI die Mitarbeitenden ersetzt. Es geht vielmehr darum, die eingesparte Zeit für sinnvollere Aufgaben zu nutzen. Laut einer Studie von Personio geben 63 Prozent der Mitarbeitenden aus dem C-Level an, dass ihr Unternehmen effizienter und produktiver werden muss. Zwei Drittel (66 %) glauben, dass KI und Automatisierung genau dieses Potenzial haben. Folgerichtig wollen 60 Prozent der befragten Führungskräfte in den nächsten fünf Jahren verstärkt KI und Automatisierung in ihre Personalabteilung integrieren. Es gibt also eine klare Perspektive für HR-Abteilungen, KI und Automatisierung zu nutzen, um Zeit für die Umsetzung von langfristigen, strategischen Zielen zu gewinnen. Davon sind mehr als zwei Drittel der HR-Verantwortlichen in Deutschland überzeugt.

Augenmerk auf Datenschutz, Transparenz und Weiterbildung

Neben dem enormen Potential von KI müssen Unternehmen im Umgang mit der neuen Technologie allerdings auch einige Fallstricke beachten. Insbesondere in Deutschland ist die Sensibilität beim Thema Datenschutz hoch. Viele KI-Tools verlangen von der Personalabteilung die Eingabe sensibler Mitarbeiter- und Unternehmensdaten. Bei der Auswahl des Anbieters sollten die Nutzenden also darauf achten, dass die Informationsverarbeitung im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung passiert und Transparenz im Umgang mit den Daten vorherrscht.

Diese ist nämlich doppelt relevant: Einerseits beim Schutz der Persönlichkeitsrechte, andererseits für das Training der KI durch Machine Learning. Die Anbieter müssen sich stets im Klaren darüber sein, mit welchen Daten das geschieht. KI für Recruitingzwecke ist hier ein gutes Beispiel: Fließen beispielsweise nur Daten von Bewerbenden mit einem gewissen Hintergrund ein, kann es passieren, dass der Algorithmus diese Kandidaten in der Praxis bevorzugt und gewissermaßen voreingenommen ist. Unternehmen sollten ihre HR-Teams also fortbilden und anleiten, mit KI-basierten Tools ordnungsgemäß und vor allem fair umzugehen. 

Laut Personio-Studie denkt weniger als die Hälfte (46 Prozent) der HR-Verantwortlichen, dass ihre Mitarbeitenden bereits über die dazu benötigten technischen und analytischen Fähigkeiten verfügen. Die HR-Abteilungen sind sich der Relevanz einer datenbasierten HR-Arbeit durchaus bewusst, indem sie angeben, dass mehr technologische Lösungen nötig sind, um mit Data & Analytics umgehen zu können (71 Prozent). Wie wichtig der Mensch bei der digitalen Transformation ist, kommt hier also gut zur Geltung: Schulungen für die Mitarbeitenden aufsetzen, Aufklärungsarbeit leisten und Angst nehmen liegt bei ihm.

KI und HRKálmán Györy 
ist Talent Acquisition Lead bei Personio.

Bildquelle: Personio

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung