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Verbesserung der Erstversorgung KIRETT: Künstliche Intelligenz am Handgelenk hilft bei Rettungseinsätzen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Leben retten mithilfe von KI: Forscher der Uni Siegen entwickelten das tragbare Gerät KIRETT, das bei Rettungseinsätzen praktische Handlungsempfehlungen zur Erstversorgung gibt.

(Bild:  Universität Siegen)
(Bild: Universität Siegen)

Dieses Gerät hilft Patienten und Helfern gleichermaßen: Im Rahmen des Projektes „KIRETT – Computerunterstützung durch Künstliche Intelligenz bei Rettungseinsätzen zur Verbesserung der Erstversorgung“ entwickelten Forscher der Universität Siegen ein tragbares Gerät, ein sogenanntes Wearable, das die Erstversorgung verbessern soll. Es erkennt Notfallsituationen wie Atemwegs-, Herz-Kreislauf- oder neurologische Komplikationen durch Maschinelles Lernen und gibt dem Rettungspersonal mittels KI klare Handlungsempfehlungen, wie es Patienten behandeln sollte.

Getestet und erprobt wurde das tragbare Gerät KIRETT in verschiedensten Einsatzszenarien durch die Feuer- und Rettungswache Siegen.(Bild:  Universität Siegen)
Getestet und erprobt wurde das tragbare Gerät KIRETT in verschiedensten Einsatzszenarien durch die Feuer- und Rettungswache Siegen.
(Bild: Universität Siegen)

KIRETT – Entlastung für die Rettungskräfte

Das Wearable vereint mehrere Funktionen während eines Rettungseinsatzes: Der KI-Algorithmus nutzt alle bekannten Daten der Leitstelle, um Prognosen zu erstellen: Die manuellen Eingaben der Rettungskräfte, die mittels Fragebogen erhoben werden, sowie die Vitaldaten der Patienten wie Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz, die mittels Sensoren am Körper gemessen werden. Der Prototyp ermöglichte es den Rettungskräften, ihre volle Aufmerksamkeit auf den Notfallpatienten zu richten, indem er relevante Einsatzdaten automatisch im Behandlungsverlauf bereitstellte.

Besonders bei spezielleren, kritischen Einsatzlagen soll die Versorgungssituation durch das Wearable optimiert werden: In einem Massenanfall von Verletzten-Szenario, bei dem viele Menschen gleichzeitig behandelt werden müssen, oder in seltenen Notfällen, wie etwa einem Schlangenbiss, können Unsicherheit, Erfahrungslücken, hohe Arbeitsanforderungen und Überforderung der Einsatzkräfte zu Verzögerungen führen. Besonders in diesen Einsätzen erhöht das Wearable die Sicherheit und spart wertvolle Zeit durch eine schnelle und gründliche Situationsanalyse.

„Bei Rettungseinsätzen ist Zeit der kritischste Faktor, der bei begrenzter Datenverfügbarkeit zu berücksichtigen ist, und hier soll das KIRETT-Gerät mit seiner Innovation einen wichtigen Beitrag leisten“, so Prof. Roman Obermaisser von der Universität Siegen.

Getestet und erprobt wurde das tragbare Gerät in verschiedensten Einsatzszenarien durch die Feuer- und Rettungswache Siegen. In die finale Bewertung flossen qualitative Interviews mit den beteiligten Rettungskräften sowie eine quantitative Befragung ein. Sowohl die Qualität der Situationserkennung als auch die kontextabhängigen Handlungsempfehlungen wurden dabei unter die Lupe genommen. 

Ein mögliches Einsatzgebiet des KIRETT-Wearables wäre die präklinische Versorgung in ländlichen Gebieten bei Rettungsszenarien. In Regionen, in denen der Zugang zu medizinischer Versorgung begrenzt ist, könnte das Wearable die Erstversorgung durch weniger erfahrenes Personal unterstützen und so die Überlebenschancen der Patienten erhöhen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen können zudem in die Weiterentwicklung von Ausbildungsprogrammen für Rettungskräfte einfließen.

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