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Konnektivität Sicherheitsnetz: Trotz Ausfall immer verbunden

Von Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Wie digital sind kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland aufgestellt und wo besteht das größte Optimierungspotenzial? Dr. Chathurangi Wickramasinghe, Vice President Festnetz & IT KMU und Dr. Torsten Brodt, Senior Vice President KMU, beide bei der Telekom Deutschland GmbH, sprechen im Interview über Ausfallsicherheit und Konnektivität.

Dr. Chathurangi Wickramasinghe und Dr. Torsten Brodt von der Telekom Deutschland im Gespräch.(Bild:  Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)
Dr. Chathurangi Wickramasinghe und Dr. Torsten Brodt von der Telekom Deutschland im Gespräch.
(Bild: Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)

Frau Wickramasinghe, Herr Brodt, laut dem Digitalverband Bitkom nutzen 89 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Anwendungen. Ist der deutsche Mittelstand digitaler, als viele denken?  

Chathurangi Wickramasinghe: Definitiv. Die Statistik des Bitkom deckt sich auch mit meinen Beobachtungen und zeigt, dass viele Unternehmen in Sachen digitaler Technologien nicht bei null anfangen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie offen und pragmatisch viele Mittelständler mit Blick auf neue digitale Lösungen agieren. Vor allem in den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland viel getan, etwa beim kontaktlosen Bezahlen oder bei Online-Services. Laut einer Erhebung des statistischen Bundesamtes nutzt auch bereits jedes sechste Unternehmen mit 50 bis 249 Unternehmen KI-Anwendungen.

Torsten Brodt: Der Mittelstand wird oft unterschätzt, dabei macht er den größten Teil der deutschen Wirtschaft aus und deckt eine enorme Bandbreite ab. Jedes Unternehmen hat individuelle digitale Herausforderungen und Bedürfnisse. Cloud-Lösungen spielen dabei ganz selbstverständlich eine Rolle. Es hapert eher daran, dass Unternehmen eine für sie passende, essentielle und leistungsfähige Infrastruktur wählen – sowohl was die Internetanbindung als auch die Inhouse-Vernetzung und Konnektivität angeht.

Cloud-Lösungen sind weit verbreitet. Der Digitalisierungsindex 2023 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist jedoch im Vergleich zu 2022 gesunken. Wie passen diese widersprüchlichen Entwicklungen zusammen?

Dr. Torsten Brodt ist Senior Vice President KMU bei der Telekom Deutschand.(Bild:  Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)
Dr. Torsten Brodt ist Senior Vice President KMU bei der Telekom Deutschand.
(Bild: Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)

Torsten Brodt: Der Kontrast zeigt, dass wir in der Akzeptanz von neuen Technologien zwar Fortschritte machen. Viele Firmen müssen die Lösungen noch stärker in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine stabile und ausfallsichere Netzversorgung. Ohne verlässliche Anbindung können Unternehmen sich kaum entwickeln und das Geschäft kann unter Einbußen leiden. Als Telekommunikationsdienstleister sehen wir uns daher in der Verantwortung, bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen, etwa beim Ausbau von Glasfaser, 5G und smarten Services. 

Viele Unternehmen müssen die Lösungen noch viel stärker in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine stabile und ausfallsichere Netzversorgung.

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie bei Ihren Kunden in der Praxis?

Chathurangi Wickramasinghe: Es geht gar nicht darum, dass Mittelständler keine oder zu wenig digitale Lösungen nutzen. Die viel größere Herausforderung im Alltag ist, dass die Lösungen, die bereits im Einsatz sind, verlässlich angebunden sind. Das betrifft eine Vielzahl an Branchen. In der Gastronomie und im Handel ist kontaktloses Bezahlen selbst in kleinen Lokalen und Geschäften längst Standard. Ihre Kassensoftware und Warenwirtschaft betreiben viele Händler bereits in der Cloud. Arztpraxen und Apotheken nutzen Kartenlesegeräte, die grundlegend sind für die Patientenversorgung und Medikamentenausgabe. Was passiert, wenn jetzt das Internet im Restaurant, im Kiosk oder in der Apotheke ausfällt, weil bei Bauarbeiten das Kabel beschädigt wird? Dann geht erstmal gar nichts mehr. Im schlimmsten Fall ist der Laden mangels Konnektivität längere Zeit geschlossen, bis das Kabel wieder repariert ist. Das würde enorme Einbußen bedeuten und Punkte bei der Kundenzufriedenheit kosten.

Welche technologische Lösung gibt es dafür? 

Dr. Chathurangi Wickramasinghe ist Vice President Festnetz & IT KMU bei der Telekom Deutschand.(Bild:  Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)
Dr. Chathurangi Wickramasinghe ist Vice President Festnetz & IT KMU bei der Telekom Deutschand.
(Bild: Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)

Chathurangi Wickramasinghe: Wir übernehmen die Verantwortung für den Businesserfolg unserer Kunden und müssen Unternehmen eine Konnektivität liefern, die mit maximalem Ausfallschutz deren digitale Prozesse absichert. Das erreichen wir als Telekom mit einem innovativen Ansatz, der auf ein 5G-Mobilfunkmodul zusätzlich zum Router mit dem eigebauten proaktiven Entstörungsservice setzt: Fällt die Kabelverbindung aus, springt das 5G-Modul ein und hält alle digitalen Anwendungen am Laufen. Im Hintergrund wird die Störung automatisch an den Service der Telekom gemeldet. Dieser behebt das Problem bei der Konnektivität, ohne dass der Kunde aktiv werden muss. Die verschiedenen Komponenten der Lösung sind perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben eine automatisierte Internetanbindung, die vor allem für kleine Mittelständler ohne IT-Fachkräfte eine echte Entlastung sind. Dieses NonStopNetz-Angebot haben wir nun in Form von neuen Business DSL- und Glasfasertarifen ins Programm aufgenommen. 

Wir übernehmen die Verantwortung für den Business-Erfolg unserer Kunden und müssen Unternehmen eine Konnektivität liefern, die mit maximalem Ausfallschutz deren digitale Prozesse absichert.

Torsten Brodt: Für viele unserer Geschäftskunden ist unser NonStopNetz eine echte Option. Zum Beispiel für das Café Sono in der Kölner Innenstadt. Das Lokal bezieht sein Kassensystem aus der Cloud, bietet darüber auch kontaktlose Bezahlmöglichkeiten an und stellt seiner Kundschaft ein Gäste-WLAN zur Verfügung. Wir liefern die ausfallsichere Konnektivität, damit unser Kunde auch im Notfall einfach weiterarbeiten kann.

Ist die 5G-Überbrückung denn inzwischen flächendeckend in Deutschland einsatzbereit? 

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Chathurangi Wickramasinghe: Aktuell erreichen wir in Deutschland mit unserem 5G-Netz über 80 Millionen Menschen – das entspricht 96 Prozent der Bevölkerung. Bis Ende 2025 wollen wir 99 Prozent erreichen. Insbesondere in städtischen Gebieten ist die 5G-Versorgung damit weit fortgeschritten und für Unternehmen nutzbar. Wenn Geschäftskunden unsicher sind, ob 5G für sie verfügbar ist, ist es sinnvoll, sich zum Beispiel bei unseren Ansprechpartnern vor Ort zu erkundigen. Gerade kleinere Mittelständler könnten aber vor der Investition in einen neuen Tarif zurückschrecken. 

Wie überzeugen Sie skeptische Kunden, neuen Lösungen eine Chance zu geben?

Dr. Chathurangi Wickramasinghe und Dr. Torsten Brodt im Gespräch.(Bild:  Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)
Dr. Chathurangi Wickramasinghe und Dr. Torsten Brodt im Gespräch.
(Bild: Deutsche Telekom/Norbert Ittermann)

Torsten Brodt: Das Zauberwort lautet: Nähe. Wir haben speziell für Kleinstbetriebe fachkundige Ansprechpartner, die für die Unternehmer da sind und passende Lösungen bereitstellen. Egal ob vor Ort im nächsten Shop oder an der Hotline – es ist wichtig, dass die Kunden schnell mit einem persönlichen Ansprechpartner sprechen können, wenn sie nach einer Lösung suchen. Diese Wertschätzung schafft Vertrauen und erhöht die Bereitschaft, neuen Technologien eine Chance zu geben.

Chathurangi Wickramasinghe: Dazu kommt, dass die Bedeutung ausfallsicherer Konnektivität in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird. Cloud-Anwendungen sind bereits weit verbreitet. Auch KI-Tools sind im Trend. Die Technologien bieten enorme Chancen. Je mehr digitale Dienste zum Einsatz kommen, desto mehr müssen Unternehmen sich aber auch Gedanken um die Absicherung ihrer digitalen Anbindung machen.  

Was stimmt sie optimistisch, dass der Mittelstand dieses Defizit angeht?

Torsten Brodt: Viele Unternehmen sind total offen für effiziente und stabile Technologien. Oft fehlt es schlicht und einfach an einem Digitalisierungspartner auf Augenhöhe, der die Probleme im Mittelstand erkennt und so behandelt, als ginge es um sein eigenes Unternehmen. Mit dieser Einstellung können wir in Zukunft viel bewegen und kleine und große Betriebe voranbringen.

Die Gesprächspartner

Dr. Torsten Brodt ist Senior Vice President SME Business bei der 
Telekom Deutschland GmbH. Seit 2023 agiert der passionierte Fachmann für kundenzentriertes Marketing als Leiter des KMU-Geschäftskundenbereichs bei der Telekom.

Dr. Chathurangi Wickramasinghe fungiert bei der Telekom Deutschland GmbH als Vice President Festnetz & IT KMU. In ihrer Position möchte die IT- und Datensicherheits-Expertin aktiv das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technologie gestalten, um die Digitalisierung voranzutreiben.