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Cyberbedrohungen Malware: Infizierte Dokumente bedrohen Finanzdienstleister

Ein Gastbeitrag von Holger Fischer 5 min Lesedauer

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Die Digitalisierung des Finanzsektors und die Verarbeitung großer Mengen sensibler Daten machen Finanzdienstleister zunehmend zur Zielscheibe für Cyberkriminelle. Angreifer setzen dabei auf bewährte Methoden wie Social Engineering, Phishing, Malware oder Ransomware.

(Bild:  Andreas/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: Andreas/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Ziel der Cyberangriffe ist es, Systeme zu kompromittieren, Informationen abzugreifen, Unternehmen zu erpressen oder Betriebsstörungen zu verursachen. Besonders häufig wählen sie Angriffspfade, die sich im Arbeitsalltag etabliert haben. Mit Malware infizierte Dokumente stellen immer noch eine oft unterschätzte Bedrohung dar. Der folgende Beitrag erläutert die Gefahr, die von diesem Angriffsvektor ausgeht und wie ein mehrschichtiger Schutzansatz die Cybersicherheit bei Finanzorganisationen stärken kann.

Die meisten Finanzdienstleister sind mit Cyberangriffen vertraut und haben jahrelang daran gearbeitet, ihre Abwehrmaßnahmen und Reaktionsstrategien gegen Cyberbedrohungen zu optimieren. Allerdings entwickeln organisierte Cyberkriminelle immer neue Angriffsmethoden. Malware in Dokumenten ist eine solche Methode. Zwar ist der Versuch, bösartigen Code in einem scheinbar harmlosen Dokument zu verstecken, einer der ältesten Tricks überhaupt, doch durch die Art, wie Unternehmen heutzutage arbeiten, ist diese Taktik zu einem unterschätzten und äußerst effektiven Angriffsvektor geworden.

Malware in Dokumenten: Alte Bedrohung in modernen Arbeitsumgebungen

Unternehmen sind zunehmend von Cloud-basierten Produktivitätswerkzeugen wie Microsoft 365, Google Drive und Dropbox abhängig. Regelmäßig laden Mitarbeiter Dateien und Dokumente über diese Plattformen hoch, kombinieren, archivieren, teilen und laden Dokumente wieder herunter. Obwohl die meisten Unternehmen über Sicherheitssysteme verfügen, um herkömmliche bösartige Anhänge zu erkennen, werden Cloud-basierte Dateien häufig nicht erkannt. Angreifer nutzen diese Arbeitsabläufe aus und betten schädlichen Code in Word-Dokumente, Zip-Dateiarchive, PDFs und Excel-Tabellen ein.

Zu den gängigen Techniken gehören bösartige Makros, die in Office-Dokumenten versteckt sind und beim Öffnen schädliche Skripte ausführen, sowie in PDFs eingebettetes JavaScript, das Anmeldedaten stehlen oder zusätzliche Malware herunterladen kann. Angreifer tarnen Dateien häufig mit gefälschten Datei-Endungen und scheinbar harmlosen Namen wie „Rechnung.pdf“. Social-Engineering-Taktiken erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter solch getarnte Dateien öffnen, indem Angreifer sich als vertrauenswürdige Kontakte oder leitende Angestellte ausgeben.

Ziele und Taktiken von Cyberkriminellen mit Malware

Cyberkriminelle, die Finanzinstitute ins Visier nehmen, sind in der Regel auf monetären Gewinn aus. Datenexfiltration ist eines der häufigsten Ziele von Angreifern, wobei sie es auf die riesigen Bestände sensibler Kundendaten abgesehen haben, darunter Zahlungsinformationen, Zugangsdaten zu Konten und Kreditkartendetails. Gestohlene Daten sind im Dark Web überaus wertvoll und lassen sich an andere Cyberkriminelle verkaufen oder für Identitätsbetrug verwenden. Einige kriminelle Gruppen versuchen auch, sich direkt Zugang zu internen Bankensystemen zu verschaffen, um Transaktionen zu manipulieren oder Anmeldedaten zu stehlen, mit denen sie Geld von Kundenkonten abzweigen können.

Herausforderungen beim Schutz vor bösartigen Dokumenten

Angesichts der nahezu ständigen Bedrohung durch Cyberangriffe und strenger regulatorischer Anforderungen haben die meisten Finanzinstitute stark in perimeterbasierte Abwehrmaßnahmen, Endpunktsicherheit und Mitarbeiterschulungen investiert. Allerdings übersehen sie dabei oft die Sicherheitsrisiken, die von den Dokumenten selbst ausgehen. Sicherheitstools und -richtlinien haben Mühe, mit den Praktiken der cloudbasierten Filesharing-Nutzung Schritt zu halten. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, gängige Dateiformate als Einfallstor für sensible Systeme zu nutzen.

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf traditionelle Malware-Erkennung zu verlassen. Viele Unternehmen setzen auf signaturbasierte Antiviren-Tools, die jedoch Malware übersehen können, die in eingebetteten Objekten in PDF- und Office-Dateien versteckt ist, sowie komplexere Bedrohungen wie Zero-Day-Exploits oder skriptbasierte Angriffe.

Verbreitung von mit Malware infizierten Dokumenten

Ein weiterer typischer Fehler ist das Vertrauen in Dateien von bekannten Absendern. Angreifer kompromittieren oft legitime Konten, um mit Malware infizierte Dokumente zu verbreiten. Nur weil eine Datei von einem vertrauenswürdigen Partner oder sogar einer internen Quelle stammt, bedeutet das nicht, dass sie sicher ist. Das schiere Volumen der eingehenden Dateien bei Finanzunternehmen - täglich Tausende von Rechnungen, Kreditanträgen und Kontoauszügen und stellt zudem ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Ohne eine robuste Prüfung und Bereinigung dieser Dateien können bösartige Dokumente unbemerkt ins System gelangen.

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Schließlich sind sich die meisten Unternehmen zwar der potenziellen Gefahren durch bösartige Makros bewusst, übersehen jedoch häufig andere dokumentbasierte Bedrohungen wie ActiveX-Steuerelemente, OLE-Objekte und eingebettetes JavaScript, die beim Öffnen einer Datei schädliche Aktionen ausführen können.