Wer seine eigene berufliche Tätigkeit beschreiben soll, denkt wahrscheinlich in erster Linie an spezielle Aufgaben und weniger an Kommunikation. Dabei gehört mehrsprachige Kommunikation häufig zum Arbeitsalltag.
(Quelle: Annie Spratt/Unsplash)
Kommunikation mag Teil fast jeder beruflichen Tätigkeit sein, jedoch bedeutet das nicht, dass sie auch immer reibungslos ist und jedem leicht gelingt. Missverständnisse, Feedback, das ins Leere führt oder den falsch verstandenen Inhalt einer E-Mail: Kommunikation kann selbst in der Muttersprache kompliziert sein und mehrsprachige Kommunikation muss oft erst trainiert werden. In Unternehmen, in denen verschiedene Sprachen und Kulturen aufeinandertreffen, gibt es besonders viel zu beachten.
Mehrsprachige Kommunikation gehört inzwischen zum Arbeitsalltag
Wir befinden uns in einem immer internationaler werdenden Umfeld, in dem mehrsprachige Kommunikation zunehmend ein Teil des Arbeitsalltags ist. Besonders im Technologiesektor wird deutlich, wie wichtig Sprachkenntnisse am Arbeitsplatz sind. Viele IT-Unternehmen konnten während der Pandemie dank verstärkter Nachfrage ihr Geschäft ausbauen, was allerdings auch zu mehr Neueinstellungen geführt hat, wie eine aktuelle Stude des Bitkom bestätigt. IT-Firmen sind hierbei zunehmend auf externe Mitarbeitende und Fachkräfte aus anderen Ländern angewiesen.
Da dieser Einsatz in einer globalisierten und vernetzten Wirtschaft immer üblicher ist, wird auch mehrsprachige Kommunikation zum Standard. Doch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede machen die interne und externe Kommunikation nicht selten zu einer Herausforderung, vor allem, wenn es um Fachjargon und technische Themen geht. Gastautor Michael Blazek, Director von Babbel für Unternehmen, erklärt, welche Herausforderungen IT-Unternehmen besonders oft überwinden müssen und wie dies gelingt:
Räumliche Distanz verändert den Kommunikationsbedarf
Mehrsprachige IT-Teams sind oft über viele Länder und Zeitzonen verteilt. Fortschritte in der Kommunikationstechnologie erleichtern den Austausch, aber die zusätzlichen Herausforderungen durch räumliche Distanz und unterschiedliche Sprachen können Arbeitsabläufe stören. Digitale Lernformate wie Sprachtandems mit internationalen Mitarbeitenden können an dieser Stelle den kulturellen Austausch aus der Ferne fördern und die Teammotivation steigern. Bei Konflikten, die sich digital deutlich schwerer austragen lassen, kann außerdem gezielt die Rolle von sprach- und kultursensiblen Mediatoren gestärkt werden.
Unterschiedliche Sprachkenntnisse führen zu Missverständnissen
Eine funktionierende Kommunikation ist schon herausfordernd, wenn alle die gleiche Sprache sprechen. In mehrsprachigen Teams ist die Anstrengung für Mitarbeitende zudem noch ungleich verteilt. Was für Muttersprachler wie von selbst läuft, bedeutet für andere Mehraufwand. Sprachliche Barrieren und der dadurch zusätzliche Workload können sich negativ auf die Teamzufriedenheit auswirken. Die Überwindung dieser Sprachbarrieren kann hingegen interne Abläufe sogar straffen und ein Gefühl der psychologischen Sicherheit vermitteln. Das führt dann zu besseren Ergebnissen führt, beispielsweise durch gezielte Weiterbildungsangebote zum Sprachenlernen.
In einer anderen Sprache kann man sich oft nicht so präzise verständigen, wie man es gerne würde. Im täglichen Miteinander bleibt daher so manch wichtiges Detail auf der Strecke. Bei komplexen IT-Projekten, bei denen es auf technische Genauigkeit ankommt, steigt sowohl der Abstimmungsbedarf als auch das Konfliktpotenzial. Im schlimmsten Fall leiden darunter auch die Ergebnisse. Hier kann gezieltes Sprachtraining helfen, bei dem Vokabular aus dem Arbeitsalltag geübt wird – um etwa Präsentationen zu halten, E-Mails zu schreiben und Gespräche zu Fachthemen zu führen.
Mehrsprachige Kommunikation: Sprachliche und fachliche Kompetenz unterscheiden
Expertenwissen hin oder her: Sieht man sich plötzlich damit konfrontiert, beispielsweise einen Vortrag in einer anderen Sprache halten zu müssen oder fremdsprachigen Kollegen einen Lösungsvorschlag für ein Problem zu präsentieren, kann es schnell dazu kommen, dass man nicht nur missverstanden wird, sondern auch als weniger kompetent eingeschätzt wird. Laut mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen werden die Talente und Fähigkeiten von Mitarbeitenden, deren Muttersprache nicht die vorherrschende Arbeitssprache ist, oft unterschätzt.
Diese Tendenz kann sich besonders in IT-Unternehmen nachteilig auswirken, wo internationale Arbeitskräfte für die Wahrung der Effizienz und den Projektabschluss eine entscheidende Rolle spielen. Haben die Mitarbeitenden jedoch das Gefühl, dass die Unternehmenskultur Mehrsprachigkeit aktiv lebt, fühlen sie sich respektiert und einbezogen, kommunizieren besser und empfangen Botschaften effektiver. Um Mehrsprachigkeit „sichtbar“ zu machen, helfen schon kleine Gesten wie z. B. das Mission Statement des Unternehmens in allen Sprachen der Mitarbeitenden aufzuhängen, aber auch größere Schritte, wie den Erwerb neuer Sprachen zu einem wichtigen Entwicklungsziel für alle zu erklären.
Stand: 16.12.2025
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Kulturelle Unterschiede zeigen sich auch im Kommunikationsstil
Herausforderungen in internationalen Teams lassen sich oft auf Vorurteile und Stereotypen zurückführen. Diese sind mit verschiedenen Kulturen verbunden und können zur Erklärung bestimmter Verhaltensweisen herangezogen werden, selbst wenn diese nicht zutreffen. Das verstärkt natürlich das Konfliktpotenzial unter den Mitarbeitenden.
Initiativen wie Teamevents, auf denen man mehr über kulturelle Hintergründe der Belegschaft erfährt, stärken die transkulturelle Identität. In Zeiten von Homeoffice und hybridem Arbeiten bieten sich auch digitale Lunch & Learns an, um die Belegschaft auch von zuhause aus zu erreichen. Gemeinsames Sprachenlernen fördert wiederum Diversität und stärkt das Global Mindset des Teams.
Gute Zusammenarbeit in IT-Teams umsetzen
Wie kann also eine gute Zusammenarbeit in IT-Teams über Sprachgrenzen hinweg am besten gestaltet werden? Eine gute, mehrsprachige Kommunikation wird nicht über Nacht Einzug in Unternehmen halten können. Dazu bedarf es Zeit und passender Maßnahmen, um individuell auf die Bedürfnisse von Mitarbeitenden eingehen zu können. Wenn sich ein Unternehmen zum Ziel setzt, beispielsweise Englisch zur Arbeitssprache zu machen, muss es auch Geduld mitbringen. Denn um alle Mitarbeitenden auf ein ähnliches Sprachniveau zu bringen, braucht es Zeit. Doch die Investition in Sprachenlernen wird belohnt. Gemeinsam eine Sprache zu lernen wirkt sich auch positiv auf den Team-Zusammenhalt aus und ist somit eine Investition in zufriedene Mitarbeiter.
(Michael Blazek ist Director B2B bei Babbel für Unternehmen. (Bild: Babbel))
Über den Autor: Michael Blazek leitet seit 2019 als Director den B2B-Bereich bei Babbel für Unternehmen. Gemeinsam mit seinem Team unterstützt er Unternehmen aller Art dabei, Sprachbarrieren zu überwinden und eine digitale Lernkultur zu etablieren. Er blickt auf 15 Jahre Erfahrung im Bereich digitaler Software-as-a-Service-Produkte im B2B-Segment zurück. Seit 2012 ist er begeisterter Nutzer von Babbel. An dem Online-Sprachtraining schätzt er zwei Dinge besonders: Das praxistaugliche Produkt, mit dem er sich neben fortgeschrittenen Spanischkenntnissen Grundlagen in vielen weiteren Sprachen aneignen konnte. Und den hohen Stellenwert, den Lernen unter den Mitarbeitenden selbst genießt: „Never. Stop. Learning.“ (sg)