Wie ein neuer Report von Pleo zeigt, wirkt sich die wirtschaftliche Unsicherheit auf geplante Firmenausgaben von deutschen KMUs aus. Besonders betroffen sind die Etats für Personalkosten.
(Quelle: MQ-Illustrations - Adobe Stock)
Laut dem neuen „State of Spending Report 2023“ von Pleo ist nur ein Drittel der deutschen KMU überzeugt, im Ernstfall für eine Rezession gerüstet zu sein.
Jedes vierte Unternehmen will die Umsätze weiter steigern, 18 Prozent wollen weiter expandieren.
Die Priorität liegt auf Kürzung der Personalkosten und Zuwendungen für Mitarbeiter. Gleichzeitig soll in Recruitment und Company Culture investiert werden.
Nur 37 Prozent der deutschen Unternehmen haben einen guten Überblick über ihre Finanzen.
Die neuesten Wirtschaftsprognosen geben Hoffnung, dass eine Rezession in 2023 abgewendet werden kann. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage fragil und kann schnell wieder ins Gegenteil verkehren. Im Ernstfall sehen sich nur 34 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen für einen ökonomischen Abschwung gerüstet. Damit sind deutsche Unternehmen internationales Schlusslicht. Im europäischen Durchschnitt geben 41 Prozent der Unternehmen an, für eine Rezession gewappnet zu sein. In Schweden sind es sogar 47 Prozent. Besonders betroffen sind die Etats für Personalkosten.
Das geht aus dem Report „The State of Spending 2023” von Pleo hervor. In dessen Auftrag befragte das Marktforschungsinstitut Censuswide über 3.500 Entscheider aus Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeiter in insgesamt sieben europäischen Ländern. In Deutschland wurden im Rahmen der Umfrage 500 Entscheidungsträger befragt.
Personalkosten: Unklare Finanzen verstärken Probleme
Viele Unternehmer in Deutschland nennen die Inflation (21 Prozent), sowie Lieferketten- und Cashflow-Probleme (je 20 Prozent) als treibende Faktoren für ihre finanzielle Unsicherheit. Schließlich verursachen diese laut der Umfrage einen durchschnittlichen Kostenanstieg von 2.000 Euro für das erste Quartal 2023. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich jedoch vergleichsweise gut da: Europäische KMU erwarten laut der Umfrage einen durchschnittlichen Anstieg der Betriebskosten in Höhe von circa 5.000 Euro für das erste Quartal 2023.
Außerdem problematisch: In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit berichten nur einer von drei Unternehmenslenkern (37 Prozent) in Deutschland, einen guten Überblick über die eigenen Firmenfinanzen einschließlich Personalkosten zu haben. Das hat Konsequenzen: Jedes dritte deutsche Unternehmen betont in der Umfrage, dass sie ihr Budget für 2023 nur bedingt planen können, da sie ihre Geschäftsausgaben für 2022 nur schwer überblicken können. 31 Prozent wollen deshalb 2023 in ihr Ausgabenmanagement investieren – unter anderem durch verbesserten Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften und durch neue Finanzsoftware und Fintech-Lösungen.
Als Gründe für den mangelnden Finanzüberblick nennen deutsche KMU:
Überstrapazierte Software oder zu viele Tools (32 Prozent)
Zu komplizierte oder schwer zu bedienende Plattformen (27 Prozent)
Überlastung der Mitarbeiter durch zu viele Daten und Plattformen (30 Prozent)
Investments in diesen Bereichen sind in den Augen vieler Unternehmen entscheidend, um Finanzteams zu entlasten, Firmenfinanzen transparenter zu gestalten und CFOs zu erlauben, eine umfangreichere Beraterrolle in Entscheidungen einzunehmen.
Wachstumshoffnungen statt Rezessionsangst
Doch trotz der düsteren Prognosen bleiben Entscheider optimistisch und trimmen ihre Unternehmen auf ein positives 2023. Denn jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) setzt sich in diesem Jahr die Umsatzsteigerung als klares Ziel. Auch die Expansion, inklusive der Erweiterung des Produktportfolios (19 Prozent) und der Eröffnung neuer Büros (18 Prozent) liegen hoch im Trend. Weitere Investitionen sollen in die Optimierung bestehender Prozesse fließen. Hauptsächlich in mehr Nachhaltigkeit (23 Prozent), die Verbesserung der Leistungsfähigkeit (22 Prozent) oder eine größere Markenwahrnehmung (18 Prozent).
Konfliktherd: Widersprüchliche Aussagen zu Personalkosten
Zudem betonen kleine und mittelständische Unternehmen hierzulande, dass sie verstärkt in die Verbesserung der Unternehmenskultur (27 Prozent) und in die Mitarbeiterbindung (21 Prozent) investieren wollen. Diese Investments sind trotz erhöhter Personalkosten ein wichtiger Schritt, denn die befragten Unternehmen betonen beinahe einheitlich (97 Prozent), dass die steigenden Lebenshaltungskosten in Deutschland ihre Arbeitskultur beeinträchtigen.
Stand: 16.12.2025
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Die größten negativen Auswirkungen haben in diesem Kontext Umzüge aus Gemeinschaftsbüros in günstigere oder abgelegenere Bürostandorte, die fehlende Möglichkeit, Mitarbeiter durch Boni zu belohnen oder zu incentivieren sowie die verstärkte Heimarbeit vieler Belegschaften. 25 Prozent der deutschen Unternehmen berichten von Mitarbeiter, die ihre Kosten für die Fahrt zur Arbeit nicht rechtfertigen konnten. Das bedeutet, dass in vielen Fällen Mitarbeiter eigentlich selber für die Kosten für die Fahrt zum und vom Arbeitsplatz aufkommen müssen und sie diese lieber einsparen wollen.
Investitionen in Mitarbeiterbindung versus Personalkosten
Allerdings sind die Aussagen der Unternehmer zu diesem Thema in der Umfrage widersprüchlich: Zum einen sprechen sie sich für Investitionen in Unternehmenskultur und Mitarbeiterbindung aus, die zu erhöhten Personalkosten führen. Zum anderen gehören die Bezahlung der Mitarbeiter, Zuwendungen und Boni für die Belegschaft oder Beförderungen zu den meistgenannten Prioritäten für eine Senkung der Personalkosten.
„Deutsche Unternehmen sitzen derzeit zwischen den Stühlen. Einerseits sind die neuesten Wirtschaftsprognosen deutlich optimistischer als Ende des vergangenen Jahres – andererseits bleibt die Gefahr einer Rezession weiterhin bestehen. Der ‘The State of Spending’ Report belegt dieses zwiegespaltene Meinungsbild und berichtet von Wachstumsplänen und Überlebensängsten der Unternehmer”, betont Arun Mani, Chief Revenue Officer bei Pleo. „Doch ganz gleich in welche Richtung dieses Pendel ausschlägt: Investitionen in die digitale Finanzinfrastruktur und die Arbeitskultur sind entscheidend. Der mangelnde Überblick über die Firmenfinanzen sind Gift für die eigene Planung. Unternehmer können Spielraum für Investitionen oder finanzielle Polster für schwere Zeiten nicht seriös einschätzen wenn vollständige, aktuelle Daten fehlen.”
Einsparungen bei Personalaufwendungen und Boni
„In Sachen Mitarbeiterführung droht ein Konfliktherd. Die vergangenen Monate und Jahre waren schwer für uns alle. Die Unternehmen haben den negativen Einfluss auf das Arbeitsumfeld erkannt und wollen gegensteuern – doch gleichzeitig wollen sie gerade bei der Belegschaft sparen, um Betriebskosten zu senken”, betont Jessie Danyi, Belonging & Impact Lead bei Pleo. „Unternehmen legen hier eine Gratwanderung hin. Denn Einsparungen bei Personalaufwendungen und Mitarbeiterboni werden sich unweigerlich auf die Belegschaft auswirken. Und bereits im Dezember haben viele Unternehmen an für das interne Klima wichtigen Dingen wie Weihnachtsgeschenken, -boni und -feiern gespart. Entscheider müssen aufpassen, dass hier keine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit entsteht.”
Über die Umfrage: Für den Report „The State of Spending” befragte Pleo 3.504 Entscheidungsträger aus Unternehmen in einer Größenordnung von 50 bis 500 Mitarbeiter. Diese Umfrage wurde in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden durchgeführt. In jeder Region wurden rund 500 Entscheider befragt. Die Umfrage wurde im November 2022 durchgeführt.
Pleo ist Anbieter von Lösungen für Unternehmensausgaben . Mittels intelligenter Firmenkarten und automatisierten Ausgaben-Reports hilft Pleo kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, ihre veralteten Finanzprozesse zu modernisieren. Zu den Features gehören unter anderem Subscription-Management, die Kategorisierung von Ausgaben, E-Mail-Synchronisierung oder die Auslagen-Erstattung. Pleo wurde 2015 in Kopenhagen von den Fintech-Gründern Jeppe Rindom und Niccolo Perra gegründet. (sg)