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Erpresser-Viren Ransomware: Zwei Drittel der Opfer bezahlen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Ransomware ist ein lukratives Geschäft für Cyberkriminelle – und damit verbundene Sicherheitsvorfälle scheinen langsam zum Unternehmensalltags zu gehören.

(Bild:  photostokie / Adobe Stock)
(Bild: photostokie / Adobe Stock)

In Deutschland waren in den vergangenen zwölf Monaten 82 Prozent der Unternehmen von Ransomware betroffen –  davon 78 Prozent sogar öfter als einmal. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Unternehmens Semperis unter 900 IT- und Sicherheits-Experten in Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA.

Dabei scheint eine Lösegeldzahlung als Folge eines Ransomware-Vorfalls mittlerweile für viele Firmen zum Unternehmensalltag zu gehören: 66 Prozent der Unternehmen in Deutschland bezahlten laut Semperis mehrfach Lösegeld, 49 Prozent – und mit diesem Wert ist Deutschland unter allen Regionen in dieser Studie Spitzenreiter – sogar öfter als vier Mal. 11 Prozent der betroffenen Unternehmen bezahlten Lösegelder in einer Höhe von über 600.000 Euro. Diese Ergebnisse überraschen vor allem angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten angab, über Backups und Wiederherstellungspläne zu verfügen.

Ransomware: Kaum Alternativen zum Lösegeld

Nur wenige Unternehmen sehen eine Alternative zur Lösegeldzahlung: 87 Prozent der Angriffe führten zu Betriebsunterbrechungen, selbst bei denen, die Lösegeld zahlten – einschließlich Datenverlust und der Notwendigkeit, Systeme offline zu nehmen. Für 16 Prozent der Befragten stellte der Angriff ein Dilemma um Alles oder Nichts dar. Bei den Befragten aus Deutschland lag dieser Wert bei 19 Prozent. 

Die Ergebnisse unterstreichen einen alarmierenden Trend zu mehreren, manchmal gleichzeitigen Angriffen, was Führungskräfte dazu zwingt, ihre Cyber-Resilienz-Strategien neu zu bewerten, um häufige Fehlerquellen, wie beispielsweise unzureichende Backup- und Wiederherstellungspraktiken für Identitätssysteme, zu beheben.  

„Im Mittelpunkt dieser ganzen Diskussion steht die Rentabilität von Unternehmen. Angreifer versuchen, diese zu gefährden, um sie überzeugen können, sich freizukaufen. Wenn ihnen ein erfolgreicher Angriff auf die Identität gelingt, besitzen sie Privilegien, die sie dann zu ihrem Vorteil nutzen können,“ erläutert Chris Inglis, Semperis Strategic Advisor und erster U.S. National Cybersecurity Director. „Wenn man bedenkt, dass es eine 24/7-Bedrohung für die heutigen Unternehmen gibt, kann man nie sagen ‚Ich bin in Sicherheit‘ oder sich einen Moment frei nehmen.“ Das Beste, was man tun könne, sei, die eigene Umgebung verteidigungsfähig zu machen und sie dann zu verteidigen.

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