Unternehmen brauchen in der Regel eine ganze Woche, um Ransomware-Angriffe zu erkennen. Ein Echtzeitwarnsystem verkürzt die Dauer zwischen Verschlüsselung und Erkennung.
(Bild: Rawf8 / Adobe Stock)
Ransomware-Angriffe erfolgen schnell: Im Durchschnitt verschlüsseln Angreifer einen Datensatz innerhalb von nur einer Stunde. Im Gegensatz zu den agilen Ransomware-Angreifern sind Unternehmen eher träge. Sie brauchen in der Regel eine ganze Woche, um platzierte Ransomware überhaupt erst zu entdecken. Echtzeitwarnsysteme, sogenanntes Real-Time-Detection, hilft dabei, die Dauer zwischen Verschlüsselung und Erkennung zu verkürzen.
Da es keinen lückenlosen Schutz vor Ransomware gibt, wollen die Unternehmen wenigstens so schnell wie möglich wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. Die Zeit dahin beinhaltet die Erkennung von Ransomware und die Wiederherstellung der Daten und Workloads, nachdem ein erfolgreicher Angriff erkannt wurde. Um Ausfallzeiten zu begrenzen und eine rasche Wiederherstellung zu ermöglichen, benötigen Unternehmen Lösungen, die eine Datenverschlüsselung in Echtzeit erkennen können. Auf diese Weise ist innerhalb von Sekunden eine Wiederherstellung mit den bestmöglichen Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) zu erreichen.
Die Fähigkeit, Verschlüsselung früher zu erkennen, bedeutet, dass Unternehmen in der Lage sind, den Radius eines Ransomware-Angriffs zu verringern und den Datenverlust zu minimieren.
Ronny Wettermann, Zerto
Ransomware: Ein gewaltiges Problem
Ransomware-Angriffe, die den Betrieb eines Unternehmens für Tage, Wochen oder gar Monate lahmlegen können, breiten sich nahezu in industriellem Umfang aus und entwickeln sich, dank der Zunahme von Ransomware-as-a-Service-Plattformen (RaaS), schnell weiter.
„Mit der Verschlüsselungs-Erkennung in Echtzeit können potenzielle Ransomware-Angriffe früh erkannt und abgewehrt werden. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit und verkürzt die Zet bis zur Wiederherstellung“, so Ronny Wettermann, Senior Account Executive bei Zerto.
(Bild: Zerto)
Laut Statista waren im Jahr 2023 über 72 Prozent der Unternehmen von Ransomware betroffen. Noch besorgniserregender ist die potenzielle Ausfallzeit nach einem Vorfall: Die durchschnittliche Zeit bis zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft betrug 22 Tage. Bei einigen Unternehmen dauert die vollständige Wiederherstellung Monate. Solche Wiederherstellungszeiten sind in vielerlei Hinsicht inakzeptabel.
Erkennungslücken schließen
Erkennungs-Tools, die Verschlüsselung frühzeitig erkennen können, gibt es schon eine ganze Weile. Bisher wurden diese jedoch nicht für aktive Produktionsdaten, sondern für Backups eingesetzt. Laut Ronny Wettermann führe dies jedoch zu erheblichen Verzögerungen bei der Erkennung und machte es schwierig, den genauen Beginn eines erfolgreichen Angriffs festzustellen. Wettermann ist Senior Account Executive bei Zerto, einem Spezialisten für Backup und Recovery.
Backups werden möglicherweise nur ein- oder zweimal am Tag erstellt, und es kann Stunden dauern, bis die betroffenen Daten gescannt sind. In der Zwischenzeit kann der bösartige Code unerkannt Daten verschlüsseln. „Ist der Angriff endlich entdeckt, müssen die IT-Teams ressourcenintensiv einen akzeptablen RPO/RTO festlegen, ab dem die Umgebung bereinigt und wiederhergestellt werden kann. All dies führt zu einem verlängerten Wiederherstellungsfenster, das Tage oder Wochen dauern kann“, gibt Ronny Wettermann zu Bedenken. Folglich müssten Unternehmen in der Lage sein, potenzielle Ransomware bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt der Verschlüsselung zu erkennen und abzuwehren. Das bedeute, dass die Verschlüsselung nahezu in Echtzeit erkannt werden muss – und nicht auf der Backup-, sondern auf der Produktionsebene.
Ransomware-Erkennung dorthin verlagern, wo Daten generiert werden
Anstatt Erkennungsfunktionen in Echtzeit für regelmäßige Backups einzusetzen, die im Abstand von Stunden bis Tagen erstellt werden, sollte eine kontinuierliche Erkennung dort geschehen, wo die Daten geschrieben werden. So kann die Erkennung bei einem Vorfall sofort Alarm schlagen. „Dies bedeutet, dass die Schadensbegrenzung und -behebung viel früher beginnen kann. Die heutigen agentenlosen Erkennungs-Lösungen von Ransomware in Echtzeit sind auch bereits in der Lage, Verschlüsselungs-Aktivitäten, die einen bestimmten Verhaltensschwellenwert überschreiten, automatisch zu identifizieren und Unternehmen so schnellstmöglich vor Ransomware zu warnen“, so Wettermann.
Diese Lösungen erkennen nicht nur ungewöhnliches Verschlüsselungsverhalten in Echtzeit, sondern können auch detaillierte Berichte über jede Aktivität bis hin zur Anzahl der verschlüsselten Blöcke erstellen. Auf diese Weise können Teams mithilfe von markierten Prüfpunkten für die Wiederherstellung den Schaden feststellen und verifizieren, wann ein Angriff wahrscheinlich stattfand. Kennt man den genauen Zeitpunkt, so können die betroffenen Daten sofort in den Zustand wiederhergestellt werden, in dem sie Sekunden vor dem Angriff waren.
Ein solches Frühwarnsystem biete laut dem Zerto-Spezialisten Wetterman viele Vorteile. „Die Fähigkeit, Verschlüsselung früher zu erkennen, bedeutet, dass Unternehmen in der Lage sind, den Radius eines Ransomware-Angriffs zu verringern und den Datenverlust zu minimieren. Dank der detaillierten Berichte, die diese Lösungen zur Echtzeitüberwachungs- und -erkennung erstellen, können Unternehmen ihre Daten innerhalb von Minuten und nicht erst nach Tagen wieder in die Produktion bringen.“
Stand: 16.12.2025
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