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Geschäftskritische Kommunikation IT-Infrastruktur: 5 Warnzeichen bei der Anbieterauswahl

Ein Gastbeitrag von Uwe Geuss 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ob in Krankenhäusern, Banken oder Behörden, dort läuft ein erheblicher Teil der geschäftskritischen Kommunikation per Fax – nicht aus Gewohnheit, sondern aus regulatorischer Notwendigkeit. Weil diese jedoch als selbstverständlich gilt, wird die IT-Infrastruktur dahinter kaum hinterfragt.

(Bild:  © nurionstudio/stock.adobe.com - generiert mit KI)
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Darum Geht's

Fax-Dienste werden unterschätzt: Obwohl Fax in Krankenhäusern, Banken, Versicherungen und Behörden regulatorisch unverzichtbar ist, wird die dahinterliegende IT-Infrastruktur kaum so kritisch geprüft wie ERP-Systeme oder Cloud-Dienste – ein potenziell teures Versäumnis.

Fünf Warnsignale bei der Anbieterwahl: Hierzu gehören konkrete Verfügbarkeitswerte, keine geografische Redundanz, nicht getestete Notfallkonzepte, reaktive statt proaktive Störungskommunikation und das Fehlen unabhängiger Zertifizierungen.

Zuverlässigkeit ist überprüfbar: Organisationen können mit gezielten Fragen, etwa nach dem letzten durchgeführten Failover-Test oder dokumentierten Audit-Ergebnissen, bewerten, ob ein Anbieter Resilienz tatsächlich bietet oder nur behauptet.

Wenn die geschäftskritische Kommunikation per Fax ausfällt, kann es im Ernstfall teuer werden. Bei der Anschaffung von ERP-Systemen oder Cloud-Plattformen, essentieller Bestandteil der  IT-Infrastruktur, ist eine sorgfältige Prüfung vor Vertragsabschluss längst Standard. Bei Fax-Diensten hingegen vergessen Organisationen die eigentlich entscheidende Frage: Was passiert, wenn der Dienst ausfällt? Diese Frage ist heute drängender als je zuvor.

Die Anforderungen an die digitale Infrastruktur sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Bedrohungslagen sind komplexer geworden, Abhängigkeiten zwischen Systemen haben zugenommen und gesetzliche Rahmenbedingungen sind etwa beim Incident-Reporting deutlich strenger. Für Verantwortliche ist es zunehmend wichtig, ihren Anbieter genau zu kennen. Diese fünf Warnzeichen sollten sie bei der Anbieterwahl und -bewertung ernst nehmen:

Keine konkrten Verfügbarkeitswerte für die IT-Infrastruktur

„Hohe Verfügbarkeit" ist häufig keine verbindliche Zusage, sondern ein Werbeversprechen. Was zählt, sind vertraglich fixierte Prozentwerte für Verfügbarkeit und Wiederherstellungszeiten. Anbieter, die hier ausweichen oder nur allgemeine Formulierungen liefern, signalisieren damit, dass sie im Ernstfall nicht in der Pflicht stehen wollen. Für Unternehmen, deren Prozesse von diesem Kanal abhängen, ist das ein inakzeptables Risiko.

Nur ein Standort, nur ein Netzwerkbetreiber

Ein einzelnes Rechenzentrum, ein einzelner Netzwerkpfad, eine einzelne Stromquelle – jeder dieser Punkte ist ein potenzieller Totalausfall. Zuverlässige Anbieter betreiben ihre Infrastruktur geografisch verteilt und mehrfach abgesichert, sodass der Ausfall einer Komponente den Gesamtbetrieb nicht gefährdet. Wer hier keine klare Antwort bekommt, sollte hellhörig werden.

Failover-Tests der IT-Infrastruktur nur auf dem Papier

Ein Notfallkonzept für die IT-Infrastruktur, das nie erprobt wurde, ist im Ernstfall kaum mehr als eine Absichtserklärung. Entscheidend ist, ob ein Anbieter regelmäßige Failover- und Recovery-Tests durchführt und das auch dokumentiert nachweisen kann. Die Frage „Wann haben Sie zuletzt einen echten Failover getestet?" trennt seriöse Anbieter von solchen, die Resilienz nur behaupten.

Reaktive statt proaktive Störungskommunikation

Störungen lassen sich nie vollständig ausschließen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie ein Anbieter damit umgeht. Proaktive Erstinformation, laufende Status-Updates, klar definierte Verantwortlichkeiten, eine schnelle Störungsbehebung und am Ende ein transparenter Bericht über Ursache und Maßnahmen sind die Merkmale, an denen Unternehmen einen reifen, verantwortungsvollen Dienstleister erkennen. Wer erst durch eigene Beobachtung oder proaktive Rückfrage von einem Ausfall seines Anbieters erfährt, sollte die Zusammenarbeit grundsätzlich hinterfragen.

Keine externen Audits für die IT-Infrastruktur

Kein seriöser Anbieter sollte erwarten, dass seine Kunden sich alleine auf sein Wort verlassen. Unabhängige Prüfungen – ob ISO-Zertifizierungen, SOC-Berichte oder branchenspezifische Compliance-Nachweise – sind der einzige belastbare Beleg dafür, dass die Anforderungen an Sicherheit und Resilienz nicht nur intern behauptet, sondern extern verifiziert wurden. Fehlen diese Nachweise, fehlt auch die Grundlage für eine fundierte Entscheidung.

IT-Infrastruktur: Wer die richtigen Fragen stellt, entscheidet besser

Die Anforderungen an die IT-Infrastruktur sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen – komplexere Bedrohungslagen, strengere Vorgaben an die IT-Sicherheit, mehr Systemabhängigkeiten. Wer geschäftskritische Kommunikation auf einen Fax-Dienst aufbaut, sollte dessen betriebliche Resilienz genauso ernst nehmen wie jeden anderen Teil der IT-Infrastruktur. Die gute Nachricht: Zuverlässigkeit lässt sich prüfen. Wer die Red Flags kennt und die richtigen Fragen stellt, bekommt die Antworten, die er braucht.

IT-Infrastruktur IT-Infrastruktur GeussUwe Geuss ist
Chief Technology Officer bei Retarus, einem Anbieter von APIs, Gateways und Applikationen für Messaging, E-Mail-Management und den Austausch strukturierter Daten für Geschäftsprozesse.

Bildquelle: Retarus

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