Das Thema künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Das Angebot und die Verwirrung sind jedoch groß. Genauso wie die Gefahren für die Sicherheit. Auf dem Kaspersky Next Summit in Athen konnte die Redaktion die neuesten Entwicklungen zum Schutz vor Cybercrime aufspüren.
(Bild: Freepik)
Bereits am Anfang wird der Tenor der Konferenz deutlich. Kein echter Mensch, sondern ein extra dafür generiertes Deep Fake begrüßt die Teilnehmer der Veranstaltung. Alfonso Ramirez, Managing Director Europe bei Kaspersky, ist zwar physisch abwesend, heißt das Publikum der Fachkonferenz dennoch persönlich und sichtbar willkommen. Was hier in Athen freundlich und unterhaltsam ist, wird in einem anderen Kontext schnell bitterer Ernst, wenn Deep Fakes für das „Böse“, nämlich für Wirtschaftskriminalität, verwendet werden. Die Kehrseite des technologischen Fortschritts.
Täuschend echt oder echte Gefahr
Deepfakes (englisches Kofferwort aus den Begriffen „Deep Learning“ und „Fake“) sind laut Wikipedia realistisch wirkende Medieninhalte (Foto, Audio, Video usw.), die durch Techniken der künstlichen Intelligenz abgeändert, erzeugt bzw. verfälscht worden sind. Die Fortschritte der neuen Technologie in den vergangenen Jahren haben dazu geführt, dass künstlich generierte Bilder und Videos inzwischen so überzeugend sind, dass Menschen sie kaum noch von echten Inhalten unterscheiden können.
Und warum ist das so? Was früher verpixelt oder schlecht animiert war, ist heute dank verbesserter Programme wortwörtlich täuschendecht. Mit wenigen Klicks können nun große Mengen solcher Inhalte erstellt werden, was zu zahlreichen Missbrauchsmöglichkeiten führen kann. Hinzu kommt, dass die Kosten, um Lookalikes zu erzeugen, nun viel niedriger sind als noch Jahre zuvor. Was wiederum auch bedeutet, dass viel mehr Leute in der Lage sind, diese zu erstellen.
Deep Fakes als Waffe
„Fake News waren das Risiko des letzten Jahrzehnts. Wir glauben aber, dass Deep Fakes die Gefahr des kommenden Jahrzehnts sein wird“, so Marco Preuss, Deutschland Chef des Cybersecurity-Unternehmens. Das Global Research and Analysis Team (GReAT) hat sich der Ermittlung und Analyse der neuesten Cyberbedrohungen verschrieben. Dieses sieht die Nutzung von digitalen Phantomen & Co. als stärker Trend und wichtiges Tool, um Betrügereien im Großen und Kleinen zu verüben.
Cyberkriminelle nutzen Deepfakes beispielsweise, um sich als CEOs oder andere vertrauenswürdige Personen eines Unternehmens auszugeben und Mitarbeiter dazu bringen, sensible Informationen preiszugeben oder gar Geldtransaktionen zu autorisieren. Besorgniserregend ist ebenfalls die Tatsache, dass die Lookalike-Videos sich im politischen Umfeld zur bevorzugten Propagandamethode dieses Jahrzehntes mausern.
Sicherheits-Tipps: Schutz vor Cybercrime
Die Expertengruppe gibt Tipps, wie Firmen durch den Schatten von KI, Deep Fakes und künstlich erzeugte Videos besser navigieren können. Sie rät Unternehmen, als erstes proaktiv und nicht passiv zu sein, um KI-Anwendungen im Unternehmen, letztendlich die eigenen Daten, zu schützen. Cybersecurity sollte in jeder künstlichen Intelligenz immer intergiert sein und am besten „mit der KI verschmelzen“ so der Rat. Und betrachtet werden soll der Schutz genauso wie eine wichtige Versicherung: Jeder sollte ihn einfach haben.
Die Experten sind sich einig, die Sicherheit sollte im Mittelpunkt der Innovation stehen.
(Bild: Kaspersky)
Die KI-Expertin und Neurowissenschaftlerin Dr. Lilian Balatsou ist ähnlicher Meinung. Aus ihrer Sicht bietet die derzeitige Generation von KI-Systemen enorme Vorteile, die Sicherheit sollte jedoch im Mittelpunkt der Innovation stehen. Denn künstliche Intelligenz und Deep Fakes fördern den technologiegestützten Missbrauch.
Beispielsweise kann GenAI von böswilligen Angreifern – mit den entsprechenden Inhalten – für kriminelle Handlungen gezielt trainiert werden. Verzerrungen in Algorithmen, Fälschungen und Bedrohungen der Privatsphäre können schnell zu Sicherheitsverletzungen führen.
Balatsou empfiehlt die Erkennung und Analyse von Bedrohungen, das Reporting von Cyberrisiken und -Vorfällen und die regelmäßigen Aktualisierungen der Sicherheitsrichtlinien und -Kontrollen als Pflichtprogramm für jede Organisation. Denn eine hohe Sicherheit und Resilienz kommen nicht von irgendwoher.
Erziehung gegen Social Engineering Attacken
Auf der Fachkonferenz in Athen wird schnell klar, dass die Entwicklung automatisierter Systeme zur Erkennung KI-generierten Deep Fakes, Robocalls und andere zwielichtige Medien eine Herausforderung ist. Es ist ein ständiger Wettlauf gegen die Zeit, da neue KI-Methoden zur Inhaltserstellung immer schwieriger zu enttarnen sind. Letztendlich bleibt der Mensch, um die Authentizität dieser Medien zu bewerten. Aus diesem Grund sollten Schulungen und Security Awareness Trainings für die Mitarbeiter weit oben auf der To-Do-Liste der Unternehmen stehen.
Kriminelle nutzen verschiedene Methoden, um ans Ziel zu kommen und den größtmöglichen Schaden anzurichten. Und sie wissen, dass der Mensch oftmals das schwächste Glied der Kette ist. Die EU will Deepfakes durch den AI-Act regulieren. Künftig müssen Ersteller und Verbreiter der künstliche Ursprung und die verwendete Technik offenlegen. Dies soll den Verbrauchern helfen, Manipulationen zu erkennen. Allerdings ist fraglich, ob Transparenzverpflichtungen alleine ausreichend Schutz bieten, da Kriminelle mit böswilligen Absichten sich kaum an Vorschriften halten.
Stand: 16.12.2025
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Schutz vor Cybercrime: What is next?
Dan Demeter von GReAT vergleicht die anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Technologie mit der damaligen Einführung vom Sicherheitsgurt für Autos. Und genauso wird sich KI durchsetzen und ebenfalls nicht mehr wegzudenken sein. „Die KI-Revolution wird unser Leben verbessern“, davon ist auch Marco Preuss überzeugt. Jedoch müssen Unternehmen bei der aktuellen Bedrohungslage aktiv werden, sich mit dem Thema auseinandersetzen und ausreichende Vorkehrungen treffen.
Sicherheit hat seinen Preis, aber eine veraltete oder unzureichende Lösung zu haben, kann teuer zu stehen kommen. Hinzu kommt, dass im Bereich der Cybersicherheit so viele Bereiche gibt, dass es nicht genug Experten oder qualifizierte Leute gibt, die die neuen Probleme lösen können. Bei der Verteidigung ist jedoch wichtig, sich nicht ausschließlich auf Technologie oder Gesetze zu verlassen. Deshalb braucht es auch eine auf mögliche Angriffe trainierte Belegschaft, um insgesamt den bestmöglichen Schutz zu erreichen und erfolgreich durch den Cyberschatten zu navigieren.