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ETH Zürich

Sicherheitslücke in Intel-CPUs gefährdet Datensicherheit in Clouds

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So funktioniert die Sicherheitslücke in Intel-Prozessoren

Die sogenannten  Branch Predictor Race Conditions (BPRC) entstehen jeweils während einer kurzen Zeitspanne von wenigen Nanosekunden, wenn der Prozessor zwischen Vorhersageberechnungen für zwei Anwender mit unterschiedlichen Berechtigungen wechselt, erklärt Sandro Rüegge, der die Schwachstelle in den letzten Monaten genauer unter die Lupe genommen hat.

Das Durchbrechen der eingebauten Schutzbarrieren zwischen den Nutzern, den sogenannten Privilegien, wird möglich, weil das Abspeichern der Berechtigungen der einzelnen Aktivitäten nicht gleichzeitig mit den Berechnungen erfolgt. Mit speziellen Eingaben kann nun bei einem Anwender-Wechsel eine Uneindeutigkeit in der Reihenfolge der Ereignisse provoziert werden und es kommt zu einer falschen Zuordnung der Privilegien. Dies kann ein Angreifer nutzen, um ein Informations-Byte (Einheit aus acht binären 0/1-Informationen) auszulesen. Der Angriff lässt sich in schneller Abfolge wiederholen – und so lassen sich ganze Speicherinhalte auslesen. „Wir können den Fehler andauernd gezielt auslösen und dadurch eine Auslesegeschwindigkeit von über 5000 Byte pro Sekunde erreichen“, so Sandro Rüegge.

ETH Zürich: Grundlegendes Architekturproblem bei Intel

Um derartige Lücken zu schließen, ist eine spezielle Aktualisierung im sogenannten Microcode des Prozessors nötig. Diese kann über ein BIOS- oder ein Betriebssystem-Update erfolgen und dürfte laut den ETH-Forschern darum in einem der aktuellen „kumulativen Updates“ von Windows auf den PCs installiert werden.

Entdeckt wurde die Sicherheitslücke bereits im September 2024. Seither habe Intel laut der ETH Zürich die Schutzmaßnahmen zur Absicherung der Prozessoren umgesetzt. Dennoch deute vieles auf ein schwerwiegenderes Problem hin.

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