Die Schlüsseltechnologien Blockchain und künstliche Intelligenz gehören zu den wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre. Beide Technologien haben die Art und Weise verändert, wie wir über Datenverarbeitung und digitale Transaktionen denken.
(Bild: Slowlifetrader - Adobe Stock)
Eine Blockchain ist eine besonders sichere verteilte Datenbank, die kontinuierlich miteinander verkettete Datensatzblöcke verwendet, die rückwirkend nicht ohne Änderung aller nachfolgenden Blöcke bearbeitet werden kann. KI-Systeme ermöglichen es, Aufgaben wie Spracherkennung, Lernfähigkeit, Planung, Problemlösung zu lösen. Seit einiger Zeit sind große Sprachmodelle wie die GPT-Serie von OpenAI populär. Sie haben gezeigt, das KI natürliche Sprache verstehen und „sprechen“ kann.
Diese beiden Technologien haben die Art und Weise verändert, wie wir über Datenverarbeitung und digitale Transaktionen denken. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter 608 Führungskräften hat ergeben, dass 71 Prozent der Befragten großes Potenzial in der Kombination von Blockchain und KI sehen. Die Gründe dafür sind vielfältig und spiegeln sich in unterschiedlichen Anwendungsbereichen wider.
Verbesserte KI-Sicherheit durch Blockchain
Ein Problem, wenn KI-Systeme eingesetzt werden, ist die Datensicherheit. Hier kann die Blockchain-Technologie eine deutliche Verbesserung bringen. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung großer Datensätze, wie sie für das Training von KI-Modellen benötigt werden. Die Blockchain hat robuste Verschlüsselungs- und Speichermechanismen, die ein hohes Maß an Datenschutz bringen. Hash-Funktionen erzeugen von jeder Dateneinheit einen unveränderlichen digitalen Fingerabdruck, der eine Manipulation der Daten nahezu unmöglich macht.
Anders als bei zentralisierten Systemen werden die Daten durch die dezentrale Struktur der Blockchain nicht an einem Ort gespeichert. Das bietet einen besseren Schutz vor Angriffen und unberechtigten Zugriffen. Diese Dezentralität ermöglicht es auch, die Herkunft und Integrität von Trainingsdaten für KI-Systeme zu überprüfen. Besonders wichtig ist das in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Finanzindustrie – Genauigkeit und Transparenz sind hier von entscheidender Bedeutung.
Dezentralisierte Marktplätze für KI-Systeme
Die Blockchain-Technologie ermöglicht die Entwicklung von Cloud-basierten Datenmarktplätzen, die für den Handel mit KI-Diensten geeignet sind. Diese Marktplätze bieten einen sicheren und transparenten Austausch von KI-Modellen sowie Datensammlungen, mit denen sich die Entwicklung von KI-Lösungen beschleunigen lässt.
Durch den erleichterten Zugang profitieren Entwickler und Forscher von einer vielfältigen Datenbasis, um ihre KI-Modelle zu trainieren und zu verbessern. Dieser Zugang ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig, die sonst nicht ausreichend Ressourcen für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Technologie haben.
KI-Systeme: Transparente Entscheidung durch Blockchain
Ein kritischer Aspekt beim Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen ist die oft mangelnde Nachvollziehbarkeit ihrer Ergebnisse. Sie sind eine Art „Black Box“, was in vielen Fällen nicht transparent genug ist. Durch die Integration der Blockchain in KI-Systeme lässt sich jeder Schritt im Entscheidungsfindungsprozess einer KI dokumentieren. Damit erreichen Unternehmen eine vollständige und unveränderliche Aufzeichnung aller Interaktionen mit einer KI.
Das ist besonders in Bereichen wichtig, in denen Entscheidungen nachvollziehbar und verantwortungsbewusst sein müssen, etwa das Finanzwesen oder die Gesundheitswirtschaft. So könnte beispielsweise in KI-gestützten Diagnosesystemen im Gesundheitsbereich die Blockchain-Technologie jede Entscheidung und jeden verwendeten Datensatz dokumentieren. Auf diese Weise wird das Vertrauen in KI gestärkt.
Die Beziehung zwischen Blockchain und KI ist wechselseitig. KI-Algorithmen optimieren Blockchain-Netzwerke, erkennen Schwachstellen und Anomalien im Netzwerk und identifizieren betrügerische Transaktionen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Verbesserung von Smart Contracts. KI ist in der Lage, komplexe Vertragsbedingungen zu analysieren und zu interpretieren, um die Ausführung von Smart Contracts effizienter und sicherer zu gestalten.
Einsatz von Smart Contracts in KI-Agenten
Smart Contracts sind autonome Programme, die einen Vertrag mit bestimmten Bedingungen repräsentieren. Diese Bedingungen sind in Form von Code geschrieben und auf der Blockchain gespeichert. Ein KI-Agent ist ein Softwareobjekt mit definierten Zielen, das diese selbstständig und in Interaktion mit anderen KI-Agenten zu erreichen versucht.
Stand: 16.12.2025
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Smart Contracts können KI-Agenten für eine Vielzahl von Aufgaben nutzen – die Automatisierung von finanziellen Transaktionen, die Überwachung bestimmter Compliance-Bedingungen oder das Management von Lieferketten. Sobald die in einem Smart Contract definierten Bedingungen zutreffen, führt der Agent selbstständig eine Aktion aus.
Ein Beispiel ist ein Smart Contract für ein Versicherungsprodukt, der KI-Agenten das automatische Bearbeiten von Schadensmeldungen und das Veranlassen von Auszahlungen nutzt. Er wird gestartet, sobald bestimmte Kriterien erfüllt sind. Dadurch werden die entsprechenden Versicherungsprozesse effizienter und transparenter. Die Verwirklichung von Smart Contracts mit KI-Agenten steht jedoch vor Herausforderungen. Die Programmierung der Systeme muss präzise und fehlerfrei sein. Fehler im Code oder in den Vertragsbedingungen können zu unerwünschten Ergebnissen führen. Darüber hinaus gibt es offene Fragen im Bereich von Ethik und Recht, da autonome Entscheidungen erhebliche Auswirkungen haben können.
Die Verbindung von Blockchain und KI hat ein enormes Potential zu Innovationen. Beide Technologien zusammen bieten Sicherheit, Transparenz und ermöglichen autonomes Handeln durch Smart Contracts. Trotz einiger Herausforderungen sind die Aussichten für diese Technologie vielversprechend.
Fabian Tröltzsch ist Co-Founder von DeArk und Initiator des ICP.Hub Germany.
(Bild: Koelnmesse)
Fabian Tröltzsch Fabian Tröltzsch ist Co-Founder von DeArk und Initiator des ICP.Hub Germany.