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Report zum UX-Reifegrad User Experience: Dreiviertel der Unternehmen verschenken Potenzial

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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User Experience entwickelt sich zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal erfolgreicher Unternehmen. Laut dem „UX Maturity Report 2025“ von MHP erkennen 95 Prozent der Führungskräfte die strategische Bedeutung eines optimalen Nutzererlebnisses. Dennoch klafft eine Lücke zwischen Erkenntnis und konsequenter Umsetzung.

(Bild:  © Mer_Studio/stock.adobe.com)
(Bild: © Mer_Studio/stock.adobe.com)

Darum Geht's

User Experience: Viele Unternehmen investieren in das Nutzererlebnis, schöpfen das Potenzial aber nicht voll aus.

Produktqualität: 95 Prozent bestätigen den Einfluss von User Experience auf die Produktqualität, dennoch treiben nur 18 Prozent das Thema in ihrer Organisation voran.

Der neue „UX Maturity Report 2025“ von MHP gibt wichtige Handlungsempfehlungen, wie aus einzelnen UX-Initiativen eine resiliente Organisation entstehen kann.

Die Studienergebnisse zeichnen ein genaues Bild des Einsatzes von User Experience bei deutschen Unternehmen:

  • 73 Prozent der Unternehmen bewegen sich lediglich auf mittleren Reifegraden oder darunter.
  • 27 Prozent haben UX zentral organisiert oder strategisch verankert.
  • 95 Prozent erkennen die Bedeutung für die Qualität digitaler Produkte.
  • 18 Prozent treiben das Thema aktiv in ihren Organisationen voran.

Markus Wambach, Group COO bei MHP, kommentiert die Ergebnisse: „Die gute Nachricht ist: Das Verständnis für Nutzerorientierung ist da. Nun gilt es, das Bewusstsein konsequent in Strukturen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen zu überführen.“

Ganzheitliche UX-Strategie: Nur zwei Prozent gehen strategisch vor

Besonders gravierend ist der Mangel an ganzheitlichen UX-Ansätzen. Trotz der anerkannten Relevanz für die Produktqualität geben nur zwei Prozent der befragten Unternehmen an, User Experience strategisch und ganzheitlich anzugehen. Die meisten Organisationen behandeln UX noch immer als isolierte Projekte statt als integralen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie.

Die drei Haupthindernisse für erfolgreiche User Experience sind: 

  • Personalmangel: 49 Prozent der Unternehmen kämpfen mit unzureichenden personellen Ressourcen für nutzerzentrierte Arbeit. Dieser Fachkräftemangel bremst die UX-Entwicklung erheblich aus.
  • Budget-Constraints: Trotz der erkannten strategischen Bedeutung stellen 40 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend Budget für UX-Initiativen bereit.
  • Fehlende Designsysteme und KI-Tools: Viele Organisationen verzichten auf moderne Designsysteme, die Skalierbarkeit und Konsistenz ermöglichen würden. Noch gravierender: Nur 21 Prozent nutzen KI-Tools in ihren UX-Prozessen, obwohl diese erhebliches Potenzial zur Kompensation von Personalengpässen bieten.

User Experience systematisch verbessern: Der Sechsstufenplan

Julian Sauter, Autor und Manager bei MHP, betont: „Viele Unternehmen haben alle Werkzeuge, nutzen sie aber noch nicht systematisch. Wer jetzt strukturiert handelt, kann schnell spürbare Wirkung erzielen.“

Der UX Maturity Report 2025 von MHP bietet einen praktischen Fahrplan zur systematischen Steigerung des UX-Reifegrads:

  • Bestandsaufnahme der aktuellen UX-Situation
  • Definition von KPIs für messbare Erfolge
  • Pilotprojekte zur Demonstration des UX-Werts
  • Breiter Kompetenzaufbau im Unternehmen
  • Strategische Verankerung in der Unternehmenskultur
  • Kontinuierliche Optimierung und Skalierung

User Experience als Investition in die Zukunft

Die Ergebnisse des UX Maturity Reports 2025 zeigen deutlich: User Experience ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein kritischer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die jetzt in strukturierte UX-Strategien investieren und die identifizierten Hindernisse systematisch überwinden, können sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.

Der Weg zu einer reifen UX-Organisation erfordert zwar Investitionen in Personal, Budget und Technologie, aber die Auswirkungen auf Wachstum und Umsatz rechtfertigen diese Ausgaben nachhaltig. Die Zeit des punktuellen Aktionismus bei der Umsetzung einer UX-Strategie ist vorbei. ie Zukunft gehört den Unternehmen, die User Experience strategisch denken und konsequent umsetzen.

Zur Methodik der Reports: Für den „UX Maturity Report 2025“ von MHP wurden die Erkenntnisse einer Eigenbefragung unter 100 Fach- und Führungskräften aus verschiedenen Branchen wurden mithilfe des UX-Maturity-Modells (basierend auf dem UX Maturity Framework von Chapman & Plewes) nach dem UX-Reifegrad in den jeweiligen Unternehmen bewertet. Das Modell bietet eine systematische Grundlage, um den Status quo der UX in einer Organisation zu bewerten, und zeigt Entwicklungsstufen auf, die Unternehmen helfen, ihre UX-Kompetenz schrittweise zu verbessern.

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