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IT-Trends 2026

Beschaffung: Sieben Trends, die das Jahr 2026 bestimmen werden

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4. Data Analytics in der Beschaffung unterstützt Einsparungen

Ausgaben zu senken bleibt auch 2026 eine der größten Herausforderungen. Wie die Hackett Group in ihrer Procurement-Studie 2025 ermittelte, planen Unternehmen ihre Kompetenzen im Bereich von Spend Analytics auszubauen und in den kommenden drei Jahren stärker in fortschrittliche Datenanalysen zu investieren. Doch dazu gilt es, Daten aus unterschiedlichen ERP-Lösungen, Plattformen und Systemen über Abteilungen, Warengruppen und Zeiträume hinweg zu integrieren. Denn nur mit einer „Single-Source-of-Truth“ lassen sich mittels zentraler Dashboards und KI-gestützter Prognosen Ineffizienzen aufdecken und Einsparpotenziale identifizieren.

5. Saubere Stammdaten werden zum Gamechanger

Doch mit dem Zusammenführen von Daten allein ist es nicht getan. Wie eine Umfrage auf dem diesjährigen BME-Symposium im November zeigte, bremsen schlechte Stammdatenqualität und mangelnde Datenharmonisierung Digitalisierungsprojekte regelrecht aus. „Moderne KI-Modelle können durchaus mit inkonsistenten Daten arbeiten und Lücken durch Interpolation überbrücken. Das mag im privaten Umfeld ausreichen, im geschäftlichen Kontext sind solche Schätzungen jedoch inakzeptabel. Denn sie können zu falschen oder nicht nachvollziehbaren Schlüssen führen“, betont Jochen Krüger.

„Als erstes sollten Unternehmen daher ihre Daten im gesamten Netzwerk bereinigen und grundlegende Informationen zu Ausgaben, Lieferanten und Verträgen harmonisieren. Nur wenn die Datenbasis verlässlich und vereinheitlicht ist, können KI-gestützte Agenten Ausgaben-Hotspots sicher identifizieren und präzise Handlungsempfehlungen geben“, so Krüger.

6. Strategische Beschaffung stärkt die Resilienz

Procurement-Manager sehen laut der CPO-Studie 2025 von Deloittte primär drei Handlungsfelder, um Risiken wirksam zu mindern: alternative Bezugsquellen nutzen (74 Prozent), Transparenz in der Lieferkette verbessern (64 Prozent) und Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit Lieferanten optimieren (61 Prozent).
Moderne S2P-Plattformen erlauben, verschiedene Sourcing-Szenarien zu simulieren und Single-, Dual- oder Multi-Source gegenüberzustellen. Damit lassen sich die Risiken einer potenziellen Krise auf Kosten, Qualität oder Lieferfähigkeit abschätzen. Ein Vergleich für einzelne Produkte oder auch komplette Warengruppen bringt Klarheit und hilft, die bestmögliche Strategie bei der Beschaffung zu ermitteln.

7. Nachhaltiges Handeln prägt die Lieferkette

Auch wenn Brüssel noch an einigen Schrauben dreht: Die EU Deforestation Regulation (EUDR) wird für einige Unternehmen schon 2026 zur Pflicht, der digitale Produktpass kommt je nach Branche ab Februar 2027. Und selbst wenn die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) nur noch für Großunternehmen gelten sollte: Es ist zu erwarten, dass die strengeren Regelungen in die Lieferkette durchgereicht werden. Kein Wunder, dass laut einer Studie von PwC ESG zu den Top-3-Prioritäten von CPOs zählt.

Umso wichtiger werden ESG-Intelligence-Lösungen. Sie integrieren Daten von Spezialanbietern wie Carbmee und IntegrityNext, Nachhaltigkeitsratings und Scorecards in den Source-to-Pay-Prozess. Damit lässt sich nicht nur die HSE-Compliance dokumentieren. Risikoscores für CO2-Emissionen oder Standorte in Hochrisikoregionen helfen auch, negative Auswirkungen wie Kostensteigerungen und Lieferschwierigkeiten rechtzeitig aufzudecken.

Die sieben vorgestellten Trends zeigen, wie viel sich im Einkauf mit umfassenden Analysen und unterstützt durch künstliche Intelligenz erreichen lässt. „Wer die Digitalisierung seiner Beschaffung vorantreibt, kann nicht nur Einsparpotenziale realisieren. Denn moderne Plattformen helfen auch, das Business resilienter aufzustellen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und Lieferketten-Risiken zu senken“, lautet das Fazit von Jochen Krüger.

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