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Europas KI-Markt Chinesische KI-Modelle legen in Europa zu – Studie warnt vor neuen Abhängigkeiten

Von Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Chinesische KI-Modelle gewinnen in Deutschland und Europa an Bedeutung. Auf OpenRouter entfiel im Sommer 2026 mehr als die Hälfte des Token-Verbrauchs auf sie. Eine Studie warnt vor neuen Abhängigkeiten.

(Bild:  © pattozher/stock.adobe.com)
(Bild: © pattozher/stock.adobe.com)

Chinesische KI-Modelle haben auf einer wichtigen Plattform für Entwickler und Unternehmen US-amerikanische Konkurrenten überholt. Im Juli und August 2026 entfielen in Deutschland 61 Prozent des Token-Verbrauchs auf OpenRouter auf chinesische Modelle, EU-weit waren es 58 Prozent. Ein Jahr zuvor lag ihr Anteil in der EU noch bei rund 15 Prozent; in Deutschland spielten sie damals kaum eine Rolle.

Das zeigt die Studie „China’s AI Sweeps Into Europe“ der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Die Autoren Valentin Weber von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Stiftungs-Mitarbeiterin Céline Nauer untersuchten dafür den Token-Verbrauch auf OpenRouter sowie Download-Zahlen von Hugging Face. Tokens messen, wie viel Text ein KI-Modell verarbeitet und erzeugt.

Die Zahlen zeigen allerdings kein vollständiges Bild des KI-Marktes: OpenRouter wird vor allem von Entwicklern und Unternehmen genutzt, die Modelle in eigene Anwendungen einbinden. Die direkte Nutzung von Diensten wie der ChatGPT-App ist in den Daten nicht enthalten.

Chinesische KI-Modelle: Günstiger, leistungsfähiger – und mit Risiken

Zum Aufstieg chinesischer Modelle wie DeepSeek und Alibaba tragen laut Studie niedrige Kosten und ein kleiner gewordener Leistungsabstand zu führenden US-Angeboten bei. Viele Modelle können außerdem heruntergeladen, angepasst und auf eigener Infrastruktur betrieben werden.

Das kann Unternehmen mehr Spielraum verschaffen. Zugleich warnt die Studie vor neuen Abhängigkeiten: Wer Software und Arbeitsabläufe auf ein bestimmtes Modell zugeschnitten hat, kann nur mit Aufwand wechseln. Auch ein lokaler Betrieb schütze nicht zwingend vor späteren Änderungen an den Modellen oder ihren Updates.

Hinzu kommen Fragen zum Umgang mit Daten und zur Cybersicherheit. Die Autoren verweisen außerdem auf ein Ungleichgewicht: In China und Hongkong würden fast ausschließlich chinesische Modelle genutzt. Beschränkungen beim Zugang zu US-Modellen könnten China deshalb weniger treffen als mögliche chinesische Beschränkungen Unternehmen und Nutzer in Europa und den USA.

Die Studie rät Unternehmen, sich auf mögliche Einschränkungen durch chinesische wie US-amerikanische Anbieter vorzubereiten und Alternativen zu prüfen. Die europäische Politik sollte stärker über Risiken informieren und erwägen, Softwareanbieter zur Offenlegung der eingesetzten KI-Modelle zu verpflichten.

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