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Interview Collaboration mit Box: Verschlüsselung soll vor Behördenzugriff schützen

Das Gespräch führte Konstantin Pfliegl 6 min Lesedauer

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Michael Pietsch von Box spricht im Interview über Collaboration und Datenschutz: So sorgt das Unternehmen dafür, dass Kunden ihre Daten in Europa unter Kontrolle behalten.

(Bild:  © Suriya/stock.adobe.com)
(Bild: © Suriya/stock.adobe.com)

DARUM GEHT's

Remote-Work: Der Höhepunkt des Booms ist vorbei –es ist aber zu einem festen Bestandteil der modernen Arbeitskultur geworden.

Datenschutz: Welche Technologien setzt Box ein, um die Daten seiner Kunden zu schützen?

Datenzugriff durch US-Behörden: Alle bei Box gespeicherten Inhalte werden verschlüsselt. Die Kundenschlüssel bleiben dabei vollständig unter der Kontrolle der Unternehmen.

Collaboration ist zum Nervensystem vieler Unternehmen geworden: Dateien, Chats, Meetings und Workflows fließen über Ländergrenzen hinweg – oft über Cloud‑Dienste globaler Anbieter. Damit wächst der Stellenwert von Vertrauen: Wo liegen die Daten? Und wer darf was sehen? Je mehr Cloud drinsteckt, desto lauter werden die Fragen nach Datenschutz, Souveränität und potenziellen Behördenzugriffen. 

Im Interview mit Michael Pietsch, Vice President DACH & Eastern Europe bei Box, fragen wir nach, wie der US-amerikanische Anbieter dem Spannungsfeld aus Produktivität und Daten-Souveränität begegnet.

Herr Pietsch, viele Unternehmen holen ihre Mitarbeiter mittlerweile wieder zurück in die Büros. Wie sehen Sie die aktuelle Situation? Ist der große Remote-Boom, der während Corona aufkam, schon bald vorbei?

Michael Pietsch: Der Höhepunkt des Booms mag vorbei sein, aber Remote-Work ist zu einem festen Bestandteil der modernen Arbeitskultur geworden. Insbesondere in den wissensbasierten Branchen und dieses Phänomen wird sicherlich nicht vollständig verschwinden. Viele Unternehmen sind derzeit noch dabei, den für sie besten Ansatz zu finden. In den meisten Fällen führt dies dazu, dass man sich für hybrides Arbeiten entscheidet, bei dem man persönliche Kontakte mit der Flexibilität der Remote-Arbeit verbindet, um so das Beste aus beiden Ansätzen zu vereinen.

Der Höhepunkt des Booms mag vorbei sein, aber Remote-Work ist zu einem festen Bestandteil der modernen Arbeitskultur geworden.

Michael Pietsch, Vice President DACH & Eastern Europe bei Box

Wie adressieren Sie bei Box die Herausforderungen in Sachen Kommunikation und Teamgefühl, die mit der Remote-Arbeit einhergehen?

Michael Pietsch: Wir legen großen Wert darauf, auch in einer hybriden Arbeitswelt ein starkes Teamgefühl und offene Kommunikation zu fördern. Daher verfügt unsere Plattform über kollaborative Tools, Echtzeit-Kommentare und transparente Freigabeprozesse. Gleichzeitig integrieren wir Box eng mit gängigen Kommunikationsplattformen und virtuellen Meetingräumen, um Austausch und Abstimmung in Echtzeit zu ermöglichen. Damit bleiben alle Team-Mitglieder unabhängig vom Standort eingebunden.

Bei Collaboration, Remote-Arbeit, Cloud und Daten landen wir ganz schnell beim Thema Datenschutz. Mit welchen Technologien möchte Box Datenlecks und Cyberangriffe zu verhindern?

Michael Pietsch: Wir bauen unsere Sicherheitsstrategie konsequent in Richtung KI-gestützten Schutz aus. Box Shield Pro nutzt intelligente Agenten, die Inhalte automatisch klassifizieren, Bedrohungen erkennen und Ransomware-Aktivitäten in Echtzeit identifizieren. Die automatischen Analysen priorisieren sicherheitsrelevante Warnungen und beschleunigen Sicherheitsmaßnahmen. Damit verbindet Shield Pro proaktive Bedrohungserkennung mit den Compliance-Anforderungen in regulierten Branchen wie Finanzwesen und Gesundheitssektor. All das ist direkt in Content-Workflows integriert und beschränkt damit weder Produktivität noch Zusammenarbeit.

Mit Shield und Archive haben wir ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept, das Inhalte aktiv vor Datenabfluss schützt. Eine Kombination von Governance-, Compliance- und Berechtigungskontrollen stellt sicher, dass sensible Informationen nur von autorisierten Personen eingesehen oder bearbeitet werden können. So entsteht ein ganzheitlicher und kontinuierlicher Schutzmechanismus.

DER GESPRÄCHSPARTNER

Michael Pietsch ist Vice President DACH & Eastern Europe bei Box. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der IT-Branche – unter anderem bei Oracle, Rubrik, Boomi, EMC und Dell – gilt er als Experte für digitale Transformation, Zukunft der Arbeit und KI. Er unterstützt Unternehmen dabei, mit modernen SaaS- und Cybersecurity-Lösungen Produktivität und Sicherheit zu steigern.

Zusammenarbeit – Collaboration
(Bild: Box)

Arbeiten Sie auch mit Drittanbietern oder Partnern zusammen, um die Sicherheit von gemeinsam genutzten Daten zu gewährleisten?

Michael Pietsch: Ja. Box arbeitet eng mit vielen Technologiepartnern, darunter Amazon Web Services, IBM Cloud, Microsoft und Google, zusammen, damit wir höchste Sicherheits- und Compliance-Standards gewährleisten können. Unsere Nutzer profitieren dadurch von zertifizierten Cloud-Infrastrukturen und regelmäßigen Sicherheitsaudits nach internationalen Normen. Dazu integrieren wir verschiedene Partnerlösungen direkt in unser Sicherheits- und Governance-Framework. So bleiben Daten über verschiedene Systeme hinweg konsistent geschützt. Als Ergebnis ist Box ein vertrauenswürdiges Ökosystem, das sichere Zusammenarbeit auch über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg ermöglicht.

Welche Technologien oder Trends sehen Sie als Schlüssel zur Verbesserung der Datensicherheit in den kommenden Jahren?

Michael Pietsch: Immer mehr werden Daten selbst zum Angriffspunkt. Ein zentraler Trend ist deshalb die Integration von Sicherheitskontrollen direkt auf Inhaltsebene. Es wird künftig entscheidend sein, dass Governance- und Berechtigungssysteme intelligent mit KI-Agenten zusammenarbeiten, um unbefugte Zugriffe oder Datenlecks zu verhindern.

Dinge wie die automatische KI-Klassifizierung von sensiblen Inhalten und kontextbasierte Zugriffskontrollen werden dabei zum Standard. So entwickelt sich Sicherheit von einer reaktiven Maßnahme hin zu einem proaktiven, inhaltssensiblen Schutzsystem, das Risiken erkennt, bevor sie entstehen.

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