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Interview

Collaboration mit Box: Verschlüsselung soll vor Behördenzugriff schützen

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Box Zones und Zugriffe durch US-Behörden

Sie bieten sogenannte Box Zones an, mit denen Kundendaten lediglich in bestimmten geografischen Regionen abgelegt werden. Wie genau funktioniert das?

Michael Pietsch: Box Zones unterstützt Unternehmen dabei, ihre Daten an den bevorzugten geografischen Standorten zu speichern. Die Lösung bietet mehr Datenschutz und Kontrolle in der Cloud. So können Organisationen weltweit zusammenarbeiten und gleichzeitig sicherstellen, dass ihre Inhalte in der bevorzugten Region liegen. Damit lassen sich länderspezifische Datenschutzvorgaben und regionale Speicheranforderungen einfach erfüllen. Box-Zones-Standorte sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Australien, die USA und Japan.

Die Kundenschlüssel bleiben vollständig unter der Kontrolle der Unternehmen. Box selbst hat keinen direkten Zugriff auf die Daten und kann sie auch bei behördlichen Anfragen nicht entschlüsseln.

Michael Pietsch, Vice President DACH & Eastern Europe bei Box

Box ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Wie kann ein Kunde aus Deutschland sicher sein, dass die US-Regierung – trotz Datenspeicherung in Europa – keinen Zugriff auf die Daten erhält?

Michael Pietsch: Box erfüllt die strengen Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) und stellt sicher, dass Kundendaten ausschließlich im Rahmen dieser Standards verarbeitet werden. Alle gespeicherten Inhalte werden verschlüsselt. Die Kundenschlüssel bleiben dabei vollständig unter der Kontrolle der Unternehmen. Box selbst hat so keinen direkten Zugriff auf die Daten und kann sie auch bei behördlichen Anfragen nicht entschlüsseln.

Dieses Modell bietet europäischen Kunden ein hohes Maß an Datensouveränität und technischer Sicherheit, selbst im Kontext US-amerikanischer Rechtsrahmen. In Bezug auf KI unterliegen die KI-Systeme von Box denselben strengen Kontrollen und Berechtigungsrichtlinien, die den Zugriff auf Inhalte in Box regeln. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Kunden die Kontrolle über ihre eigenen Daten und Prozesse behalten. Box trainiert KI-Modelle nicht ohne die ausdrückliche Genehmigung des Kunden mit dessen Inhalten.

Gibt es einen Aspekt in Bezug auf Datenschutz, den wir noch nicht angesprochen haben, der Ihnen aber wichtig ist?

Michael Pietsch: Mir ist wichtig zu betonen, dass Datenschutz und Governance im Zeitalter der KI untrennbar miteinander verbunden sind. Inhalte selbst werden zunehmend zur neuen Angriffsfläche, gerade dann, wenn KI-Systeme sie analysieren oder weiterverarbeiten. Umso wichtiger, dass Unternehmen sicherstellen, dass jede Interaktion mit KI unter klar definierten Sicherheits- und Compliance-Richtlinien stattfindet. Nur so können sie vermeiden, dass durch unkontrollierte oder sogenannte „Shadow-AI“-Anwendungen sensible Daten versehentlich offengelegt werden. Unser Ziel bei Box ist es, KI-Innovationen zu ermöglichen und das aber weiterhin mit voller Transparenz, Kontrolle und Sicherheit als Grundlage.

Blicken wir zum Abschluss noch kurz in die Glaskugel: Welche Trends beim Kollaboration sehen Sie in den kommenden Jahren?

Michael Pietsch: KI-Agenten verändern die Art und Weise, wie Menschen zusammenarbeiten, und transformieren Arbeitsabläufe in Unternehmen. Unternehmen werden ihre wichtigsten Prozesse von Vertragsmanagement über digitale Assets bis hin zu Forschung ohne Programmieraufwand automatisieren können. KI-Agenten helfen Teams zu noch schnelleren Ergebnissen, indem sie, Inhalte zu analysieren, zusammenfassen und organisieren. Gleichzeitig werden Tools wie Box Notes und Box Hubs zu intelligenten Wissensportalen, die Zusammenarbeit und Informationsaustausch nahtlos verknüpfen. Ich denke, dass wir für all das bei Box bestens aufgestellt sind.

Zusammenarbeit – CollaborationKonstantin Pfliegl
ist leitender Redakteur für das e-commerce Magazin und Digital Business. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Journalist für verschiedene Print- und Online-Medien.

Bildquelle: Foto Marquart, Tutzing

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