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KI-Tools im Arbeitsalltag Arbeitsplatz: KI-Nutzung wächst schneller als Firmenrichtlinien

Von Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Die Nutzung von KI-Tools am Arbeitsplatz nimmt in Unternehmen deutlich schneller zu als die Entwicklung von Richtlinien und Governance-Strukturen für deren Einsatz. Laut einem neuen Report von SPS stieg der Anteil der Mitarbeiter, die KI-Tools nutzen, innerhalb eines Jahres von 59 auf 75 Prozent.

Die Studie von SPS untersucht die Diskrepanz zwischen Potenzial und Performance am Arbeitsplatz durch KI-Tools. (Bild:)
Die Studie von SPS untersucht die Diskrepanz zwischen Potenzial und Performance am Arbeitsplatz durch KI-Tools.
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Darum Geht'S

KI-Nutzung wächst schneller als Governance: Der Anteil der Beschäftigten, die KI-Tools nutzen, stieg in einem Jahr von 59 auf 75 Prozent, während der Anteil der Unternehmen ohne KI-Richtlinien mit 33 Prozentnahezu gleich blieb.

Wahrnehmung und Nutzung sind ungleich verteilt: Führungskräfte sind optimistischer und motivierte Mitarbeiter nutzen KI deutlich häufiger und produktiver.

Hauptproblem ist die fehlende Integration: Viele Mitarbeiter verlieren Zeit durch Koordination, Informationssuche und fehlendes Zusammenspiel verschiedener Systeme.

Laut dem neuen „Arbeitsplatz-Trendreport 2026“ von SPS und der Worktech Academy stieg der Anteil der Beschäftigten, die KI-Tools im Arbeitsalltag nutzen, innerhalb eines Jahres von 59 auf 75 Prozent. Gleichzeitig blieb der Anteil der Unternehmen ohne genaue Richtlinien zur KI-Nutzung am Arbeitsplatz nahezu unverändert: 2025 lag er bei 32 Prozent, 2026 bei 33 Prozent.

Dimitri Getsios, CEO für Enterprise Workplace Solutions Continental Europe bei SPS, erklärt: „Die Einführung von KI verändert Arbeitsabläufe derzeit deutlich schneller als viele Organisationen ihre Richtlinien und Governance-Strukturen anpassen können. Wenn bestehende Systeme zu langsam, zu komplex oder nicht ausreichend integriert sind, suchen sich Mitarbeitende eigene Wege, um produktiver zu arbeiten. Dadurch entstehen parallele Arbeitsabläufe und neue Risiken – etwa bei Governance, Datenschutz oder Prozessqualität.“

KI am Arbeitsplatz wird unterschiedlich wahrgenommen

Wachstum der KI-Einführung im Vergleich zur Veränderung von KI-Richtlinien in Unternehmen.(Bild:  SPS)
Wachstum der KI-Einführung im Vergleich zur Veränderung von KI-Richtlinien in Unternehmen.
(Bild: SPS)

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede bei der Wahrnehmung der Nutzung von KI-Tools am Arbeitsplatz. Führungskräfte berichten häufiger von Zufriedenheit mit den eingesetzten Workplace-Tools und Services als Beschäftigte in niedrigeren Hierarchieebenen. Führungskräfte gehen zudem deutlich häufiger davon aus, dass ihre Fähigkeiten auch künftig relevant bleiben werden. Nachwuchskräfte sowie Befragte mit geringer Arbeitsmotivation bewerten die Auswirkungen von KI auf ihre berufliche Zukunft kritischer als Führungskräfte.

Besonders motivierte Beschäftigte nutzen KI dreimal häufiger als unmotivierte Mitarbeitende – um Arbeitsqualität zu verbessern, Reibungsverluste zu reduzieren und sich stärker auf wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren. Weniger motivierte Mitarbeitende setzen KI dagegen häufiger defensiv ein – etwa aus Sorge um die künftige Relevanz ihrer Fähigkeiten.

Überdurchschnittlich verbreitet ist die Nutzung von KI-Tools im Finanzdienstleistungssektor. Dort kommen Anwendungen vor allem für Recherche, Informationsverarbeitung, Dokumentenerstellung und administrative Aufgaben zum Einsatz. In der Regel stellt der Arbeitgeber KI-Tools bereit und übernimmt die Kosten. Allerdings finanzieren 15 Prozent der Beschäftigten ihre KI-Tools selbst. Besonders häufig tragen Mitarbeiter im Versicherungs- und Rechtssektor die Kosten für beruflich genutzte KI-Tools aus eigener Tasche.

Fachkräfte verbringen immer mehr Zeit mit „Arbeit rund um die Arbeit“

Überblick übWichtigste Produktivitätsfaktoren am Arbeitsplatz_SPS Woktech.jpg(Bild:  SPS)
Überblick übWichtigste Produktivitätsfaktoren am Arbeitsplatz_SPS Woktech.jpg
(Bild: SPS)

Die Befragung deutet darauf hin, dass viele Probleme im Arbeitsalltag weniger durch einzelne Technologien entstehen als durch das fehlende Zusammenspiel verschiedener Systeme und Prozesse. So verbringen Mitarbeitende immer mehr Zeit mit „Arbeit rund um die Arbeit“ – etwa mit Koordination, Informationssuche oder Prozessmanagement statt mit eigentlichen Kernaufgaben.

23 Prozent der Befragten nennen Zeitverluste durch die Suche nach Ansprechpartnern oder Informationen als zentralen Frustrationsfaktor. Hinzu kommen Probleme durch nicht miteinander verbundene Tools und Arbeitsabläufe. Marnix Mali, Director of Real Estate & Workspace Services bei Booking.com, beschreibt eine zentrale Herausforderung: „Es geht nicht wirklich darum, mehr Lösungen für den Arbeitsplatz zu haben. Es geht darum, ob diese Lösungen zusammenwirken.“

Arbeitsplatz-Strategie erfordert stärkere Integration der Systeme

Räume, Technologie, Arbeitsplatz-Services, Unternehmenskultur und Managementpraktiken agieren oft unabhängig voneinander. Aus Sicht der Studienautoren wird künftig weniger entscheidend sein, wie viele neue Anwendungen oder KI-Tools Unternehmen einführen. Ausschlaggebend ist vielmehr, wie diese Lösungen miteinander vernetzt sind. Ruth Hynes, Global PDS Research Lead bei JLL, erläutert: „Wir müssen Gebäude als Netzwerke von Räumen und Arbeitskräfte als Netzwerke von Gruppen von Menschen betrachten.”

Zur Methodik der Studie: Für den „Arbeitsplatz-Trendreport 2026 – die Kluft zwischen Potenzial und Performance am Arbeitsplatz“ hat die Worktech Academy im Auftrag von SPS wurden zwischen dem 23. Januar und 16. Februar 2026 insgesamt 679 Beschäftigte und Führungskräfte aus acht Ländern und acht Branchen zu ihrem Arbeitsplatz, zu ihren Präferenzen für die räumliche Arbeitsumgebung und zur Technologienutzung befragt. Teilgenommen haben Beschäftigte, die mindestens teilweise im Büro arbeiten und in Unternehmen mit mehr als 1.500 Mitarbeitern tätig sind.
Die SPS Holding AG bietet Enterprise Workplace Solutions zur Umsetzung moderner Arbeitsplatzkonzepte und der Förderung von Mitarbeiterengagement und. Die Angebote im Bereich Technology Business Solutions kombinieren neueste Automatisierungstechnologien mit Prozess- und Branchenkenntnissen sowie einem globalen Talent Pool.

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