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Post-Merger-Prozess

Datenmigration nach Unternehmenskauf: So funktioniert es

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Datenmigration: Struktur schafft Sicherheit

Erfolgreiche Migration folgt keinem Zufall, sondern einem klar definierten Ablauf. Wer Daten als strategisches Asset versteht, braucht ein Vorgehen, das Transparenz schafft, Zielstrukturen definiert und Qualität messbar absichert. Genau hier setzt die ASSET-Methode an:

  • Assess: Dateninventur und Abhängigkeiten erfassen 
  • Shape: Zielstruktur und Transformationslogik definieren
  • Standardize: Daten bereinigen und harmonisieren
  • Execute: Migration kontrolliert umsetzen
  • Track: Vollständigkeit, Konsistenz und Business-Fit validieren

Besonders die Standardisierungsphase wird häufig unterschätzt. Sie beginnt nicht erst vor der technischen Umstellung, sondern idealerweise bereits während der Due Diligence. Mangelhafte Datenqualität gefährdet selbst technisch einwandfreie Migrationen und damit den wirtschaftlichen Erfolg nach dem Closing.

Typische Fehler – und wie man sie vermeidet

  • 1. Datenqualität und -umfang werden unterschätzt: Unvollständige oder redundante Stammdaten führen zu Fehlern im Zielsystem und verlängern durch zusätzliche Testläufe die Projektlaufzeit. Wer Daten ungeprüft übernimmt, migriert auch Ineffizienzen. Frühzeitige Analyse und Bereinigung reduzieren Komplexität und Risiko erheblich.
  • 2. Fehlende Governance-Strukturen: Ohne klare Zuständigkeiten entstehen Brüche in der Datenpflege und Reibungsverluste in Prozessen. Nach dem Closing ist oft unklar, wer welche Daten verantwortet. Verbindliche Datenverantwortung in den Fachbereichen schafft Transparenz und sichert nachhaltige Qualität.
  •  3. Unzureichende Tests: Verkürzte oder rein technische Testläufe übersehen Performance-Probleme, Mapping-Fehler und Prozessbrüche. Mehrere Testzyklen mit produktionsnahen Szenarien sind notwendig, um Risiken vor dem Go-Live zu identifizieren.
  • 4. Unrealistische Zeitpläne und Erwartungshaltungen: Migration neben dem laufenden Betrieb „mitlaufen“ zu lassen, führt zu überhasteten Entscheidungen und verkürzten Vorbereitungsphasen. Integration braucht realistische Zeitfenster, klare Prioritäten und abgestimmte Ressourcen.

Fünf Quick Wins für die reibungslose Datenmigration 

 1. Frühzeitig Datenanalyse durchführen: Transparenz über Datenquellen, Systeme und Verantwortlichkeiten schafft Planungssicherheit. 

2. Kritische Daten priorisieren: 
Kunden-, Vertrags- und Finanzdaten zuerst migrieren und absichern.

3. Dubletten bereinigen: 
Reduziert Datenvolumen und verbessert sofort die Qualität. 
 
4. Fachbereiche einbinden: Sie liefern Kontextwissen und erkennen Inkonsistenzen früh. 
 
5. Pilotmigration durchführen: Testläufe mit echten Daten identifizieren Risiken vor dem Go-Live.

Integration entscheidet sich an den Daten 

Strategische Logik und Synergieversprechen reichen nicht aus. Entscheidend ist, ob Daten strukturiert bewertet, bereinigt, migriert und validiert werden. Wer Datenmigration frühzeitig entlang eines klaren Vorgehens plant - von der Analyse bis zur Qualitätssicherung - reduziert Risiken, beschleunigt Integration und schützt den Unternehmenswert. Eine Transaktion endet nicht mit dem Closing. Sie endet, wenn aus zwei Datenbeständen eine belastbare Grundlage für das gemeinsame Geschäft geworden ist.

Bitformer Giessler DatenmigrationMax Giessler
ist Geschäftsführer der Bitformer GmbH, Das Unternehmen bietet IT-Lösungen für die Digitalisierung, Manages Services und Beratungsleistungen an.

Bildquelle: Bitformer GmbH

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