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Edge-Cloud Digitale Souveränität: European Edge Continuum geht live

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Mit der European Edge Continuum (für die Initiativen IPCEI-CIS und 8ra) präsentieren fünf führende Betreiber die erste paneuropäische federated Edge-Cloud auf dem MWC 2026. Die Infrastruktur unterstützt die digitale Souveränität. Die Deutsche Telekom beantragt die Teilnahme an IPCEI-AI, um die KI-Souveränität in Europa weiterzuentwickeln.

Deutsche Telekom, Orange, Telefónica, TIM und Vodafone zeigen die Live-Demonstration des European Edge Continuum– der ersten federated Edge-Cloud.(Bild:  Deutsche Telekom)
Deutsche Telekom, Orange, Telefónica, TIM und Vodafone zeigen die Live-Demonstration des European Edge Continuum– der ersten federated Edge-Cloud.
(Bild: Deutsche Telekom)

Europa macht einen großen Schritt in Richtung digitale Souveränität. Auf dem Mobile World Congress (MWC) 2026 werden Deutsche Telekom, Orange, Telefónica, TIM und Vodafone die erfolgreiche Live-Demonstration des European Edge Continuum verkünden – der ersten federated Edge-Cloud, die die Netze der fünf größten europäischen Betreiber miteinander verbindet. Dieser Meilenstein stellt einen wichtigen Durchbruch sowohl innerhalb der 8ra-Initiative als auch des Important Project of Common European Interest on Next Generation Cloud Infrastructure and Services (IPCEI-CIS) dar.

Christine Knackfuß-Nikolic, Chief Sovereign Officer bei T-Systems, erklärt zu dem Projekt: „Dieser Schritt beweist, dass in Europa nicht nur über digitale Souveränität gesprochen wird: Wir stellen sie hin. Indem wir unsere Netze und unser Know-how vereinen, entsteht ein sicheres, offenes und vertrauenswürdiges digitales Ökosystem – Made in Europe – für die digitale Zukunft unseres Kontinents.“

Basierend auf dem Erfolg des IPCEI-CIS hat die Deutsche Telekom ihre Teilnahme am kommenden IPCEI für Künstliche Intelligenz (IPCEI-AI) beantragt. Dieses Projekt zielt darauf ab, Europas Unabhängigkeit in der KI-Entwicklung zu stärken – auf Grundlage sicherer und vertrauenswürdiger Infrastrukturen wie der Industrial AI Cloud.

Von der Vision zur Realität im Rahmen des IPCEI-CIS

Noch vor einem Jahr war die European Edge Federation lediglich eine gemeinsame Vision. Heute ist sie Realität: Die fünf führenden Betreiber haben ihre Edge-Umgebungen erfolgreich miteinander verknüpft und ermöglichen nun die nahtlose Bereitstellung von Anwendungen über ihre gesamte europäische Abdeckung hinweg. Dank der im Rahmen des EU-geförderten IPCEI-CIS-Projekts entwickelten Plattformkomponenten ist die Federation nun in Laborumgebungen betriebsbereit – ein entscheidender Schritt hin zur industriellen und kommerziellen Einführung.

Digitale Souveränität: Eine neue Ära für Edge Computing

Das European Edge Continuum ermöglicht es Kunden und Entwicklern, Anwendungen sicher und automatisiert über Infrastruktur-Knoten verschiedener Betreiber hinweg über einen einzigen Zugangspunkt zu nutzen. Das durch Federation entstandene Netzwerk bietet vier wichtige Vorteile:

  • Erweiterte europäische Abdeckung
  • Dynamische Arbeitslastverteilung und intelligente Anwendungssteuerung für optimale Leistung und Kosteneffizienz
  • Nahtlose Mobilität und Service-Kontinuität über Netzgrenzen hinweg
  • Eingebaute Datensouveränität und Interoperabilität

Mit diesen Vorteilen schaffen die Deutsche Telekom und ihre Partner neue Einsatzmöglichkeiten im Bereich der autonomen Mobilität – etwa in Logistik, industrieller Robotik, autonomem Fahren und intelligentem Parken. Darüber hinaus eröffnen sich weitere Anwendungen für Industrie und Smart Cities, wie KI-gestützte Qualitätskontrolle in Fabriken, intelligentes Verkehrsmanagement oder Lösungen für die öffentliche Sicherheit. Diese Initiative erweitert die Reichweite jedes Betreibers erheblich und unterstützt  Europas digitale Souveränität und Transformation mit sicheren, flexiblen und vertrauenswürdigen Edge-Diensten.

Das European Edge Continuum ist als offenes Ökosystem konzipiert. Bereits jetzt wird an der Einbindung weiterer europäischer Technologieunternehmen, App-Entwickler und Open-Source-Communities gearbeitet. Neue Partner sind eingeladen, sich anzuschließen und aktiv an der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas mitzuwirken.

Nächste Schritte: Industrialisierung, Ausbau und künftige IPCEI-Initiativen

Mit der ersten Federation, die nun in Laborumgebungen live ist, liegt der Fokus im nächsten Schritt auf Industrialisierung, kommerzieller Einführung und der Erweiterung des Ökosystems um neue Partner und Anwendungsfälle. Diese Entwicklung ist Teil der übergeordneten europäischen Strategie, souveräne, resiliente und interoperable digitale Infrastrukturen im Rahmen der IPCEI-Programme aufzubauen. Aufbauend auf IPCEI-CIS und 8ra sollen zukünftige Initiativen wie IPCEI-AI diese Ziele weiter stärken – durch die Förderung vertrauenswürdiger Technologien, Innovation und den Schutz grundlegender europäischer Werte.

Gemeinsam werden diese kommenden IPCEI-Initiativen ein zentraler Bestandteil der Roadmap des European Edge Continuum sein, Europas digitale Souveränität festigen und das Rückgrat eines starken, unabhängigen und zukunftssicheren digitalen Ökosystems bilden. Die Deutsche Telekom plant, innerhalb dieser Programme eine Schlüsselrolle zu übernehmen.

Auf der MWC 2026 wird 2. März 2026 ab 16:00 Uhr anhand einer Demonstration gezeigt, wie Organisationen Anwendungen nahtlos über eine oder mehrere federated Edge-Infrastrukturen in Europa mit einem einzigen Access Point bereitstellen können. Für Betreiber ermöglicht die Edge Federation neue Serviceangebote und Zusammenarbeit innerhalb eines offenen Ökosystems, beschleunigt Onboarding-Prozesse sowie Time-to-Market und ersetzt neue Geschäftsmodelle.

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