Die Welt ist im Wandel – das gilt insbesondere für den Arbeitsmarkt. Grund dafür ist die rasant voranschreitende Digitalisierung, die sich auf alle Berufsbilder auswirkt.
Bei traditionellen handwerklichen Jobs gibt es plötzlich Technologien, die Arbeitsprozesse völlig revolutionieren. Es entstehen neue Branchen und KI wird aber die Arbeitswelt einmal gründlich auf den Kopf stellen. Wer sich dieser Entwicklung verschließt, wird langfristig auf dem Arbeitsmarkt nicht überleben können, so viel steht fest. Doch welche Future Skills, Kompetenzen und Fähigkeiten werden in Zukunft von Mitarbeitern genau benötigt? Und welche Folgen hat das für Führungskräfte?
Future Skills - welche Fähigkeiten sind das überhaupt?
Die aktuellen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt unterscheiden sich grundlegend von denen der letzten Jahrzehnte. Zum einen entstehen ständig neue Technologien, die Arbeitsabläufe optimieren sollen. Es ist wichtiger denn je, dass Unternehmen und ihre Mitarbeiter sich regelmäßig auf Neuerungen in ihrer Branche einlassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Hinzu kommen zahlreiche Soft Skills, die heutzutage von zentraler Bedeutung sind. Aufgrund der Globalisierung können nicht nur Ereignisse am Unternehmensstandort zu plötzlichen und einschneidenden Veränderungen führen, sondern Krisen auf der ganzen Welt haben das Potenzial dazu. Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, der Auswirkungen auf viele Arbeitsabläufe und -beziehungen hatte und hat.
Insgesamt versteht man unter Future Skills also Kompetenzen methodischer, fachlicher und sozialer Art, über die Mitarbeiter verfügen sollten, um aktuelle und künftige Herausforderungen des Arbeitsmarkts zu bewältigen. Die Unterteilung ist dabei nicht immer in Stein gemeißelt. So ist manchmal auch von technischen, digitalen und nicht-digitalen Kompetenzen die Rede. Letztlich geht es aber immer darum, welche Fähigkeiten heute schon trainiert werden sollten, um in der Zukunft bestehen zu können.
Welche Kompetenzen werden in der Arbeitswelt von morgen benötigt?
Zum einen definiert das Weltwirtschaftsforum zehn Fähigkeiten, die die bedeutendsten Future Skills ausmachen. Das umfasst
Eigeninitiative
Flexibilität
Innovationsfähigkeit
Gute Kommunikationskompetenzen
Lernfähigkeit
Problemlösekompetenz
Resilienz
Selbstwirksamkeit
Selbstbestimmtheit
Technologiekompetenz
Letztere umfasst beispielsweise das Programmieren oder Kenntnisse im Bereich der IT-Security.
Verschiedene Experten sind sich darüber hinaus einig, dass ein technologisches Grundverständnis sowie IT-Basiskompetenzen in Zukunft für nahezu sämtliche Arbeitsplätze relevant sein werden. Wer den Sprung in die Digitalisierung jetzt nicht wagt, wird es später schwer haben.
Neben diesen Future Skills wird eine umfassende Methoden- und Sozialkompetenz die Schlüsselqualifikation für Führungskräfte der Zukunft werden. Dazu gehören Eigenschaften wie Empathie, Kreativität oder strategisches Denken – letztlich all jene Eigenschaften, die den Menschen vom Roboter oder von einer künstlichen Intelligenz unterscheiden.
Schon bald wird sich dieser Wandel auch bei Mitarbeitereinstellungen bemerkbar machen. Bisher waren Abschlüsse oder Studiengänge als Einstellungsvoraussetzung für verschiedene Berufe wichtig. Früher oder später macht das jedoch keinen Sinn mehr. Ein Master oder ein Abitur sagen schließlich nichts darüber aus, wie es um die Kommunikationsstärke oder die Belastbarkeit eines Menschen bestellt ist. Stattdessen wird der Fokus vermehrt auf individuelle Nachweise und Zertifikate rücken, die belegen, dass sich der Kandidat mit einem bestimmten Thema auseinandergesetzt hat.
Future Skills bei Führungskräften: Wie sehen Führungskompetenzen der Zukunft aus?
Nicht nur Mitarbeiter benötigen Future Skills, um mit den Anforderungen der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt zurechtzukommen. Auch Führungskräfte sind gezwungen, neue Kompetenzen zu erlernen oder zu vertiefen.
Während sich die Führungskraft bisher im Idealfall durch einen erheblichen Wissensvorsprung gegenüber den Mitarbeitern auszeichnete, wird die Rolle des Wissensträgers zukünftig nicht mehr ausreichend sein. In den kommenden Jahren werden vor allem externe Experten gefragt sein. Denn Arbeitsabläufe und -prozesse werden so vielschichtig, dass eine einzelne Person, wie der Führungskraft, es nicht mehr schafft, Spezialist für alles zu sein.
Stand: 16.12.2025
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Eine der wichtigsten Führungskompetenzen der Zukunft ist das Zuhören: Sowohl Experten zu einzelnen Aufgabenbereichen, aber auch Mitarbeitern, wenn Sie innovative Ideen ins Unternehmen bringen. Die Führungskraft der Zukunft sollte Ratschläge abwägen, offen für Veränderungen sein und Lösungen im Sinne aller suchen.
Darüber hinaus stellt lebenslanges Lernen eine zentrale Führungskompetenz dar. Vorgesetzte sollten einerseits aktuelle Entwicklungen verfolgen und sich an diese anpassen. Andererseits sollten Sie ihren Mitarbeitern Fort- und Weiterbildungen ermöglichen, diese sogar dazu ermuntern und auffordern. Nur so können Unternehmen im schnelllebigen Arbeitsmarkt auf dem aktuellsten Stand bleiben.
Nicht zuletzt sollte der Vorgesetzte eine gewisse Vorbildfunktion innehaben. Nur, wer voll und ganz hinter den schnelllebigen, digitalen Veränderungen steht, wird seine Mitarbeiter dazu motivieren können, diesen Weg mitzugehen.
Welche Aufgaben haben Führungskräfte zukünftig?
Führungskräfte werden sich künftig auf veränderte Aufgaben und ein neues Rollenbild einstellen müssen. Experten sind sich über folgende Punkte einig, die bald zum Arbeitsalltag der Führungskräfte dazugehören werden:
Mitarbeiter coachen und in den Mittelpunkt stellen
Eine Vorbildfunktion einnehmen und leben
Hierarchien zugunsten eines offenen Arbeitsumfeldes mit Freiräumen abbauen
Lernen, Innovation und Kreativität fördern
Vertrauen zu den Mitarbeitern aufbauen
Statt eines steilen Hierarchie-Gefälles zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, sollen die Stärken jedes einzelnen Angestellten gefördert werden, sodass Unternehmen bestmöglich von den individuellen Fähigkeiten profitieren.
Future Skills: Wo können Führungskompetenzen der Zukunft erworben werden?
Doch wie können sich Vorgesetzte bereits jetzt auf diesen Wandel vorbereiten und ihre Kompetenzen erweitern?
Eine Möglichkeit stellen sogenannte Akademien für Future Skills dar. Dazu gehören beispielsweise das CareerFoundry Institut oder die Code University. Für größtmögliche Effizienz werden Video-Kurse mit 1:1-Coachings kombiniert. Aufgaben sollen den Lernfortschritt erfassen, ein Kursleiter behält die entsprechenden Bearbeitungen im Blick und gibt konstruktives Feedback.
Alternativ können auf LinkedIn-Learning unzählige Fortbildungen aus dem IT-Bereich absolviert werden. Für jedes Lernfeld ist hier das passende Angebot dabei. Das Besondere: Die Einheiten sind aufs Wesentliche komprimiert und widmen sich wirklich nur einem Aspekt. Auf diese Weise können genau die Elemente ausgewählt werden, die Wissenslücken schließen sollen. Kurze Leerläufe am Arbeitsplatz reichen aus, um eine Einheit einzuschieben.
Wem der persönliche Austausch besonders wichtig ist, sollte den Fokus eher auf entsprechende Festivals, Tagungen oder Konferenzen richten. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die re:publica in Berlin. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der Vertreter und Interessenten der digitalen Gesellschaft aus allen erdenklichen Branchen aufeinandertreffen und sich über Trends und Entwicklungen austauschen.
Woher weiß ich, in welchem Bereich ich Fortbildungsbedarf habe?
Die Liste von Anforderungen an Führungskräfte ist lang und schnell kann der Fortbildungsbedarf wie ein unüberwindlicher Berg wirken. Wichtig ist in jedem Fall – egal, ob Sie bereits mit Future Skills und Führungskompetenzen der Zukunft vertraut sind oder gerade erst beginnen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen – dass Sie anfangen und dranbleiben.
In einem ersten Schritt kann der konkrete Fortbildungsbedarf ermittelt werden, indem ein Future-Skills-Selbsttest durchgeführt wird. Hier werden verschiedene Aufgaben einer Führungskraft beschrieben. Die Führungskraft soll auf einer Skala von 1 bis 5 einschätzen, wie gut sie diese beherrscht. Alternativ ist auch eine Fremdeinschätzung möglich, wenn Kollegen oder Mitarbeiter den Fragebogen ausfüllen. Anschließend können externe Coaches hinzugezogen werden, mit deren Hilfe an der konkreten Umsetzung eines gewählten Ziels gearbeitet wird.
Fazit
Ob Führungsverantwortung oder nicht, durch die Digitalisierung ergeben sich zahlreiche Veränderungen in der Arbeitswelt. Kompetenzen, Anforderungen und Rollen, die bisher von zentraler Bedeutung waren, werden zunehmend durch intelligente Technologien abgewandelt oder ganz aufgehoben. Führungskräfte müssen diese Veränderungen als Vorbild annehmen und haben dadurch die Möglichkeit, ihre Unternehmen für die Zukunft vorzubereiten.
(Bild: TechMinds GmbH)
Über den Autor: Florenz Klasen ist CEO und Gründer der TechMinds GmbH mit Sitz in Hamburg, eine Recruiting-Boutique, die sich auf Tech & IT spezialisiert hat.