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Interne Kommunikation Gossip: Schlimmster Feind oder beste Verbündete für CEOs?

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Obwohl Manager Gossip oft als abwertend empfinden und dazu neigen, diejenigen, die über andere tratschen, mit schlechteren Leistungsbewertungen zu bestrafen, kann dieser auch positive Eigenschaften für Zielsetzungen wie die digitale Transformation beinhalten.

(Bild: avebreakmediaMicro/Adobe Stock)
(Bild: avebreakmediaMicro/Adobe Stock)

Gerüchte, die oft als störende Kraft am Arbeitsplatz abgetan werden, gewinnen im Arbeitsumfeld überraschend an Bedeutung. Die Experten von Hogan Assessments, Anbieter von Persönlichkeitstests am Arbeitsplatz und Beratungsleistungen für Führungskräfte, haben dieses erstaunliche Comeback beobachtet und Gossip eingehend analysiert, um drei positive Auswirkungen zu ermitteln, die diese informelle Praxis in Unternehmen bei Zielsetzungen wie die Digitalisierung haben kann.

Zuverlässige Informationsquelle am Arbeitsplatz

Allison Howell ist Vice President of Market Innovation bei Hogan Assessments.(Bild:  Hogan)
Allison Howell ist Vice President of Market Innovation bei Hogan Assessments.
(Bild: Hogan)

In Krisenzeiten oder bei strukturellen Veränderungen durch die digitale Transformation kann der Informationsfluss innerhalb von Organisationen oft ins Stocken geraten, sodass die Mitarbeiter im Dunkeln gelassen werden. In solchen Zeiten kann sich Gossip zu einer organischen Lösung für diesen Kommunikationsengpass entwickeln. Allison Howell, Vice President of Market Innovation bei Hogan Assessments, erklärt: „Wenn formelle Kanäle zusammenbrechen, wird Gossip zur Lebensader für den Informationsaustausch. Anstatt diesen als etwas von Natur aus Negatives zu betrachten, können Organisationen seine Rolle bei der Verringerung von Unsicherheit und der Unterstützung der Mitarbeiter bei der Bewältigung von Veränderungen wie die Digitalisierung erkennen.“ Gossip kann sich positiv auf Teams auswirken, indem er Ängste abbauen und die Anpassungsfähigkeit fördern kann, während gleichzeitig dafür gesorgt wird, dass die Mitarbeiter auf dem Laufenden bleiben – selbst in turbulenten Zeiten.

Gossip: Heimlicher Partner für die Transformation

Für proaktive Manager kann es von unschätzbarem Wert sein, ein Ohr für den Klatsch am Arbeitsplatz zu haben. Gossip dient oft als Frühwarnsystem und signalisiert potenzielle Herausforderungen oder Konflikte bei der digitalen Transformation, schon bevor sie eskalieren. „Gossip ist nicht nur leeres Geschwätz, sondern spiegelt den Puls des Arbeitsplatzes wider. Manager, die sich mit diesen Informationen auseinandersetzen, können den Zusammenhalt im Team stärken, die Werte des Unternehmens bekräftigen und eine Kultur der Offenheit und des Vertrauens schaffen“, so Howell.

Darüber hinaus kann das Phänomen die soziale und emotionale Verbundenheit innerhalb von Teams fördern und ein unabhängiges Netzwerk bei der Umsetzung der digitalen Transformation schaffen. Bei sorgfältigem Umgang kann dieser sogar dazu beitragen, Abteilungen selbst zu regulieren. „Manager sollten jedoch Gossip auch weiterhin im Auge behalten, um problematisches Verhalten zu verhindern und bei Bedarf einzugreifen“, sagt Howell.

Gossip kann als ein Diagnosewerkzeug für Führungskräfte dienen

Gossip kann Führungskräften als leistungsstarkes Diagnosewerkzeug dienen, indem er Einblicke in tiefere organisatorische Herausforderungen bietet. Negativer Gossip kann auf ungelöste Konflikte oder umfassendere kulturelle Probleme hinweisen, die Aufmerksamkeit erfordern. Oder diese können unbeachtet bleiben und sich zu etwas Tieferem entwickeln. „Anstatt Gossip zu verteufeln, sollten Führungskräfte ihn als Symptom für zugrunde liegende Probleme betrachten“, so Howell. „Wenn sich die Führung darauf konzentriert, Konflikte zwischen Gruppen zu lösen und die Kommunikation zu verbessern, wird der Arbeitsplatz stärker und der Zusammenhalt größer.“

Versuche, negative Gerüchte mit Strafen wie Leistungsbeurteilungen zu stoppen, sind nicht nur wirkungslos. Sie können auch schnell schädlich werden und ein noch schlechteres Umfeld schaffen. Einen offenen Dialog zu fördern und die Ursachen anzugehen, ist ein weitaus konstruktiverer Ansatz.„Organisationen, die bereit sind, die Vorteile von Gossip zu nutzen, können dieses oft missbilligte Phänomen in einen mächtigen Verbündeten verwandeln. Indem sie diesen als Informationskanal, kulturellen Verstärkungsmechanismus und Diagnosewerkzeug nutzen, können Unternehmen Transparenz, Empathie und eine leistungsstarke Kultur für die Transformation fördern“, so das Fazit von Howell.

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