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Multidimensionales Skalieren Speichersysteme: Aufstieg der KI und die Realität der Infrastruktur

Ein Gastbeitrag von Paul Speciale 6 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz hat sich binnen kürzester Zeit zu einer disruptiven Technologie entwickelt, die Geschäftsmodelle und Marktmechanismen nachhaltig verändert. Doch während die Wahrnehmung von Erfolgsgeschichten dominiert wird, zeigt sich in der Realität der Speichersysteme ein ambivalentes Bild.

(Bild:  © miss irine/stock.adobe.com)
(Bild: © miss irine/stock.adobe.com)

Von hyperpersonalisierten Kundenerlebnissen bis hin zur beschleunigten Medikamentenentwicklung reicht das Anwendungsspektrum der künstlichen Intelligenz – mit scheinbar unbegrenztem Potenzial. Doch trotz immenser Investitionen scheitern zahlreiche KI-Projekte bereits in frühen Phasen – viele erreichen tatsächlich nie die Produktionsreife. Prognosen zufolge wird Cloud Computing, befeuert durch KI-Anwendungen, bis 2025 weiter exponentiell wachsen. Besonders hybride Cloud-Architekturen gewinnen zunehmend an Relevanz für Speichersysteme. Laut Gartner werden bis 2027 rund 90 Prozent aller Unternehmen hybride Strategien verfolgen.

 Gleichzeitig offenbart sich eine wachsende Kluft zwischen den Versprechungen der Public-Cloud-Angebote und den realen operativen Anforderungen. Im Zentrum dieser Diskrepanz steht ein entscheidender, oft unterschätzter Aspekt: die technologische und organisatorische Bereitschaft der Speichersysteme. Für Entscheidungsträger markiert dies einen strategischen Wendepunkt. Der Wille zur Innovation allein reicht nicht aus. Notwendig sind adaptive, zukunftsgerichtete Infrastrukturstrategien, welche die Komplexität moderner KI-Workloads wirklich abbilden und deren Betrieb nachhaltig ermöglichen.

Die Infrastrukturlücke: Cloud-Boom versus KI-Realität

Die Cloud gilt als Katalysator für KI, insbesondere durch ihre Fähigkeit, hochgradig skalierbare Rechenressourcen „on demand“ bereitzustellen. Dennoch bleibt der erhoffte Nutzen oft aus. Studien von Gartner zeigen, dass ein erheblicher Anteil von KI-Projekten noch vor der produktiven Nutzung scheitert – und das nicht aufgrund fehlender Ideen, sondern wegen mangelnder technischer Realisierbarkeit.

Ein zentrales Problem liegt in der Diskrepanz zwischen Cloud-Versprechen und unternehmensspezifischen Anforderungen. Während sich durch Public-Cloud-Umgebungen die Rechenleistung flexibel skalieren lässt, mangelt es ihnen häufig an Kontrolle über Datenlokalität, an Vorhersagbarkeit der Betriebskosten sowie an optimierten Zugriffsmodellen für datenintensive Workloads. Die Folgen: ineffiziente Investitionen, erheblicher Mehraufwand und enttäuschte Erwartungen im Projektverlauf.

Speichersysteme: Unterschätzte Komplexität von KI-Projekten

Die tatsächliche Komplexität von KI-Implementierungen wird in der Praxis häufig verkannt. Trotz wachsendem Marktinteresse und steigender Nachfrage bleiben Umsatzprognosen hinter den Erwartungen zurück – ein Indikator für die bestehende Umsetzungslücke. Häufig fehlen internes Know-how, aktuelle IT-Architekturen oder aber einfach die Fähigkeit, bestehende Systeme flexibel an dynamische KI-Anforderungen anzupassen.

In dieser volatilen Situation ist zögerliches Handeln kontraproduktiv. Klassische Entscheidungsprozesse – geprägt von Vorsicht und inkrementellem Vorgehen – sind nicht kompatibel mit der Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen im KI-Bereich. Infrastrukturentscheidungen haben heute unmittelbaren Einfluss auf die Innovationsfähigkeit von morgen – und erfordern daher strategischen Weitblick sowie technologischen Mut.

Speichersysteme: Paradigmenwechsel im Datenmanagement

Moderne KI-Anwendungen erzeugen und konsumieren Daten in bislang unbekannten Volumina und Komplexitäten. Neben großen Datenmengen spielen zunehmend auch die Heterogenität und Dezentralität der Daten eine Rolle. Inferenzmodelle, insbesondere im Bereich des Edge Computings, überschreiten regelmäßig die Kapazitätsgrenzen klassischer GPU-Speicher, was neue Anforderungen an Datenzugriffsmechanismen nach sich zieht.

Traditionelle Speichersysteme – insbesondere solche, die auf starren, linear skalierenden Architekturen basieren – stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Latenzempfindliche, nicht vorhersehbare Zugriffsmuster sowie die Notwendigkeit globaler Datenverfügbarkeit verlangen nach flexibleren, intelligenteren Speicherstrukturen. Systeme, die ausschließlich Kapazität oder Durchsatz skalieren, ohne Metadaten, Parallelzugriffe oder dynamische Lasten effizient zu unterstützen, werden schnell zum Engpass.

Abkehr vom reaktiven Konzept der Datenhortung

Das pauschale Speichern sämtlicher Daten „für alle Eventualitäten“ ist unter modernen KI-Prämissen nicht mehr tragfähig. Stattdessen erfordert die KI-Praxis ehtzeitfähige Datenaufnahme, kontinuierliches Lernen aus historischen Datenbeständen sowie unmittelbaren, abteilungsübergreifenden Datenzugriff. Veraltete Systeme führen in diesem Kontext zu fragmentierten Datensilos, unzureichender Performance bei Trainings- und Inferenzprozessen sowie zu übermäßigem Betriebsaufwand bei gleichzeitig mangelnder Skalierungsfähigkeit.

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