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Cross-Training und Upskilling Weiterbildung: Mit Kultur und KI gegen den Fachkräftemangel

Das Gespräch führte Heiner Sieger 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz ist keine Bedrohung für Arbeitsplätze – im Gegenteil: Richtig eingesetzt steigert sie die Zufriedenheit der Mitarbeiter und deren Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Benedikt Lell von UKG spricht über den Fachkräftemangel und die Bedeutung der Weiterbildung.

(Bild:  © growth.ai/stock.adobe.com)
(Bild: © growth.ai/stock.adobe.com)

UKG hat den Fachkräftemangel als einen von drei Megatrends 2025 identifiziert, die die Zukunft der Arbeit beeinflussen. Wie schätzen Sie die Entwicklung des Fachkräftemangels ein und welche innovativen Ansätze empfiehlt UKG, um bestehende Talentpools effektiver zu nutzen und neue Zielgruppen für offene Stellen zu erreichen?

Benedikt Lell: Die Herausforderung des Fachkräftemangels wird nicht so schnell verschwinden. Während einige Branchen vorübergehend entlastet werden könnten, erfordert die langfristige Perspektive einen strategischeren und inklusiveren Ansatz zur Talententwicklung und Weiterbildung.

Die Antwort liegt dabei nicht allein in einer verstärkten Rekrutierung, sondern in der optimalen Nutzung vorhandener Talente. UKG setzt auf interne Mobilität, Cross-Training und Upskilling – alles unterstützt durch intelligente Workforce-Management-Tools. Diese Initiativen zur Weiterbildung schließen nicht nur Kompetenzlücken, sondern stärken auch die Mitarbeiterbindung, denn Beschäftigte erwarten zunehmend, dass ihre Arbeitgeber in ihre persönliche Entwicklung investieren. Viele Beschäftigte bevorzugen es sogar, neue Kompetenzen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber zu erwerben, anstatt sich extern umzusehen.

Die Lösungen von UKG helfen Unternehmen dabei, verwandte Fähigkeiten zu identifizieren, personalisierte Lernpfade zu entwickeln und Entwicklungsfortschritte zu verfolgen – so lässt sich eine flexible, zukunftsfähige Belegschaft aufbauen. Durch die Kombination datenbasierter Erkenntnisse mit einem menschenzentrierten Ansatz kann der Fachkräftemangel zu einer Chance für Innovation, Inklusion und Mitarbeiterbindung werden.

DER GESPRÄCHSPARTNER

Benedikt Lell ist Vice President Sales Support bei der UKG (PeopleDoc) Deutschland. Das Unternehmen bietet Lösungen für HCM, HR Service Delivery und Workforce Management.

UKG Lell Weiterbildung
(Bild: UKG)

Können Unternehmen damit eine Unternehmenskultur schaffen, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt und langfristige Mitarbeiterbindung fördert?

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt Mitarbeiterbindung an Bedeutung. Laut Great Place to Work – einem Unternehmen von UKG – denken 53 Prozent der Mitarbeiter über einen Jobwechsel nach. Daten von Gallup bestätigen diesen Trend: 45 Prozent der deutschen Beschäftigten suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten oder sind offen für neue Herausforderungen.

Dem können Unternehmen entgegenwirken, indem sie die Employee Experience verbessern – der zweite unserer drei Megatrends. Relevante und zeitnahe Kommunikation über mobile Tools und KI stärkt das Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeitenden mehr Flexibilität und Kontrolle über ihre Arbeitszeiten zu ermöglichen. Auch unterstützende Führungskräfte, die Vertrauen schenken und Teams befähigen, tragen zu einer positiven Unternehmenskultur bei. Zusammengenommen entsteht so ein Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeitende wertgeschätzt, einbezogen und motiviert fühlen, zu bleiben und sich weiterzuentwickeln.

Förderung einer Kultur der Neugier und Weiterbildung 

Der dritte Megatrend ist die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Wie sieht das im Arbeitsalltag konkret aus? Welche Voraussetzungen braucht es für mehr Qualität und Zufriedenheit bei der Arbeit?

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI entwickelt sich zu einem prägenden Element des modernen Arbeitslebens. Laut einer UKG-Studie nutzen bereits 78 Prozent der Gen-Z-Arbeitnehmer KI am Arbeitsplatz, 56  Prozent fühlt sich dadurch produktiver. Allerdings glauben fast 46 Prozent, dass ihre Vorgesetzten nicht verstehen, wie sie KI nutzen – ein deutlicher Hinweis auf fehlendes Verständnis in der Führungsebene. Der Aufbau einer „AI-First“-Kultur könnte für junge Talente entscheidend werden, wenn es darum geht, ihren Arbeitgeber auszuwählen.

Um das volle Potenzial von KI zu entfalten, müssen Unternehmen eine Kultur der digitalen Neugier, kontinuierlichen Weiterbildung und offenen Kommunikation fördern. Wenn Mitarbeitende im Umgang mit KI-Tools geschult und unterstützt werden, betrachten sie diese eher als Partner denn als Bedrohung. Dies wird umso wichtiger, je personalisierter KI wird – fähig, sich an individuelle Arbeitsweisen anzupassen und Echtzeitunterstützung zu bieten, wie ein digitaler Teamkollege.

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