Einer der Trends bei ERP-Systemen ist die immer weiter um sich greifende Integration von Drittsystemen wie CAD-Programme oder Finanz- und Rechnungswesen. Das im Zentrum stehende ERP-System wird dabei ergänzt durch weitere Funktionalitäten und Applikationen. Wie das Unternehmen am besten gelingt.
(Quelle: putilov_denis - Adobe Stock)
Die Forderung der Kunden nach einer umfangreichen Integration ist nachvollziehbar. Gerade auch in immer turbulenteren und unübersichtlicheren Marktverhältnissen ist es für die Unternehmensführung unablässig zu automatisieren und Effizienzen zu heben. Außerdem einen 360-Grad-Überblick über das Unternehmen und die eigenen Aktivitäten zu erhalten. Das ERP-System soll, ja muss dafür alle Daten zentral zusammenführen und so Klarheit vermitteln.
Außerdem sind immer mehr Abteilungen und Fertigungsbereiche von Spezialsoftware geprägt, und diese sollen natürlich nicht als Insellösungen ein Eigenleben führen. Mehrwert entsteht in den heutigen Zeiten durch die Synthese von Informationen. Und gerade auch beim unternehmensinternen Teilen von Daten gilt, dass eins plus eins mehr ist als zwei. Der Wunsch nach Integration des eigenen ERP-Systems mit weiterer Software ist also nur konsequent.
Grenzen der Integration in ein vorhandenes ERP-System
Zugleich ist diese Erwartungshaltung ein Stück weit zu relativieren: Die Idee, dass ein neues ERP-System alle vorhandenen Insellösungen in sich vereinen, ja ablösen kann, ist schlicht utopisch. So gibt es beispielsweise Nischenprodukte wie etwa Konstruktionsprogramme oder auch Maschinen-Software. Diese sind in ihren Spezifikationen derart einzigartig, dass sie sich nicht in einem umfassenden ERP-System abbilden lassen. Auch existieren für bestimmte Anwendungen quasi marktbeherrschende Angebote, sodass es in vielerlei Hinsicht Unsinn wäre, diese selbst abbilden zu wollen. Die Integration von E-Mail-Clients beispielsweise macht für ERP-Anbieter keinen Sinn, da es bereits etablierte und dominierende Marktprodukte gibt.
Auf diese Gemengelage finden die diversen ERP-Anbieter unterschiedliche Antworten. Vom Versuch, möglichst viele Komponenten selbst zu schaffen über den Aufkauf und die tunlichst nahtlose Zusammenführung kleiner Applikationen. Bis hin zur Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen, gepaart mit einer offenen Kommunikation dessen auf der anderen Seite des Spektrums. Letztere Anbieter haben oft einen Kreis von Partnern etabliert, welchen sie Interessierten ergänzend zur eigenen ERP-Lösung anbieten bzw. empfehlen. Hier gilt der Grundsatz „Schuster, bleib bei Deinen Leisten!“
Auf der Suche nach der passenden ERP-Lösung
Egal welcher Ansatz als vielversprechender erachtet wird, die Integration von Drittsystemen und ERP-Software ist ein Fakt, welchem sich zugleich nicht nur Anbieter stellen müssen, sondern auch Interessierte. Für Unternehmen, die ein neues ERP-System suchen, ist es entscheidend sicherzustellen, dass das System in spe gut mit anderen Softwarelösungen verknüpft werden kann. Dabei ist es zugleich unmöglich, Schnittstellen für alle möglichen Drittanbieter-Software-Apps zu berücksichtigen. Folglich müssen interessierte Unternehmen das konkrete ERP-System finden, welches am besten zu ihren ganz individuellen Anforderungen passt.
Auf der Suche nach der besten Lösung sollten Unternehmen daher den Status quo dokumentieren. Und alle Geschäftsanforderungen sorgfältig analysieren und in die Zukunft extrapolieren. In Sachen mögliche Anbieter gilt es, die verfügbaren Optionen gründlich zu recherchieren. Es ist dringend ratsam, sich dafür Zeit zu nehmen, um sich sowohl hinreichend mit den eigenen Bedürfnissen wie auch mit verschiedenen ERP-Systemen und ihren Funktionen vertraut zu machen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Integration anderer Systeme in ERP-Software für Unternehmen zunehmend wichtig ist, um eigene Geschäftsprozesse zu optimieren und erfolgreich am Markt zu sein. Während Anbieter von ERP-Software unterschiedliche Ansätze zur Integration wählen können, ist es für Anwender entscheidend, das richtige ERP-System zu finden, welches ihren ganz individuellen Anforderungen entspricht. Eine sorgfältige Analyse und Recherche sind dafür unabdingbar, und möglichst früh im Prozess sollte der Rat von Experten eingeholt werden.
Stand: 16.12.2025
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