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Gesundheit im Job Hybride Arbeit: Der blinde Fleck bei Gesundheit und Produktivität im Unternehmen

Ein Gastbeitrag von Johannes Füß 5 min Lesedauer

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Hybride Arbeit verspricht Flexibilität, doch langes Sitzen und mentale Belastung gefährden die Gesundheit. Warum klassische Angebote Beschäftigte oft verfehlen – und Gesundheitsmanagement zum Erfolgsfaktor wird.

(Bild:  © blacksalmon/stock.adobe.com)
(Bild: © blacksalmon/stock.adobe.com)

EXECUTIVE SUMMARY

Das Problem: Hybride Arbeit macht den Alltag flexibler, aber oft auch bewegungsärmer und belastender. Klassische Gesundheitsangebote erreichen viele Beschäftigte nicht mehr.

Die Kosten: Gesundheitliche Probleme mindern Leistung und belasten Unternehmen. Wenn Beschäftigte ausfallen oder dauerhaft an Energie verlieren, gehen auch Wissen, Tempo und Verlässlichkeit verloren.

Der Hebel: Digitales, dezentrales Gesundheitsmanagement bringt Bewegung, Prävention und Regeneration in den Arbeitsalltag – unabhängig von Standort und Arbeitsmodell.

Das Risiko: Wer Gesundheit bei der digitalen Transformation ausblendet, gefährdet langfristig Produktivität und Innovationskraft. Denn gesunde Menschen sind die Grundlage zukunftsfähiger Arbeit.

Zwischen Bildschirm und Belastungsgrenze: Der blinde Fleck der Transformation

Wir messen einen modernen Arbeitsplatz heute oft an Technologie – an Cloud-Infrastrukturen und Kollaborations-Tools. Doch je selbstverständlicher hybride Arbeit wird, desto deutlicher zeigt sich ein blinder Fleck. Je flexibler Unternehmen Arbeit organisieren, desto wichtiger wird es, die Gesundheit der Menschen in dieser neuen Realität mitzudenken. Denn die wichtigste Ressource einer Organisation sind nicht Tools, Plattformen oder Prozesse, sondern die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter. Wird diese Ressource dauerhaft belastet, ist Gesundheit kein privates Randthema mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Frage.

Die digitale Arbeitswelt hat in den vergangenen Jahren viele Freiheiten geschaffen. Der feste Schreibtisch ist nicht mehr zwingend, Arbeitszeiten und Arbeitsorte werden flexibler, Teams arbeiten über Standorte hinweg zusammen. Gleichzeitig bindet dieselbe Entwicklung viele Tätigkeiten stärker an den Bildschirm. Der Weg zum Besprechungsraum entfällt, Abstimmungen laufen per Chat, Pausen verschwimmen zwischen Videoterminen. Was effizient wirkt, führt langfristig zu einem Muster aus langem Sitzen, wenig Bewegung und mentaler Dauerbelastung. Laut unserer Egym-Wellpass-Studie „The Future Fit Employer“ verbringen 57 Prozent der Beschäftigten ihren Arbeitsalltag primär sitzend vor dem Bildschirm. Die Folge: Die Hälfte (50 Prozent) verzeichnet bereits Leistungseinbußen durch gesundheitliche Probleme.

Diese Entwicklung trifft hochdigitalisierte Branchen bereits mit voller Wucht. Aktuelle Befragungen unter deutschen IT-Beschäftigten zeigen: Viele Arbeitnehmer fühlen sich körperlich und mental weniger fit als noch vor wenigen Jahren. Präventionsmaßnahmen und körperliche Aktivität bekommen hier eine entscheidende Rolle. Sie verbessern die individuelle Gesundheit und haben erhebliche wirtschaftliche Effekte, die auch für Arbeitgeber relevant sind. Das zeigen auch internationale Daten, die das World Economic Forum erhoben hat. Die Botschaft hinter den Studien: Gesundheit wird zu einem Faktor für Produktivität, Belastbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dabei stehen viele Unternehmen ohnehin unter Druck. Fachkräfte sind knapp, Teams arbeiten an der Belastungsgrenze, Veränderungsprojekte laufen parallel zum Tagesgeschäft. Wenn Mitarbeiter ausfallen oder dauerhaft an Energie verlieren, entstehen nicht nur Kosten. Es gehen Wissen, Tempo und Verlässlichkeit verloren.

Gesundheit wird vom weichen Benefit zur steuerbaren Managementaufgabe. Ob Digital-Health-Angebote angenommen werden und wo weiterer Bedarf entsteht, zeigt sich klar dann, wenn Unternehmen ihre Nutzung und Reichweite anonymisiert auswerten können. Zum strategischen Hebel wird das im Zusammenspiel mit Kennzahlen wie Fehlzeiten, Zufriedenheit oder Bindung.

Johannes Füß, Senior Vice President bei Egym Wellpass

Obstkorb war gestern: Warum analoge Angebote ins Leere laufen

Für Arbeitgeber verschiebt sich damit die Perspektive, denn Betriebliche Gesundheitsförderung wurde lange als Zusatzleistung verstanden. Maßnahmen wie Fitnesszuschuss, Gesundheitstage, Obstkorb oder Angebote am Hauptstandort können sinnvoll sein. Aber sie stammen aber aus einer Arbeitswelt, in der die Belegschaft regelmäßig am selben Ort zusammenkam.

„Klassische“ Angebote verlieren in digitalen Arbeitsrealitäten schnell an Reichweite. Der Entwickler im Homeoffice verlässt zwischen zwei Sprints kaum den Bildschirm. Die Mittagslaufgruppe der Abteilung mit Coach verpasst er. Und auch den Marketing-Spezialisten am kleineren Standort erreichen die Yoga-Angebote am Hauptsitz nicht. So entsteht die Gesundheitslücke hybrider Arbeit. Unternehmen investieren, erreichen aber nicht alle Mitarbeiter gleichermaßen. Das Problem ist nicht fehlender Wille, sondern fehlende Passung. Analoge Angebote für eine flexibel arbeitende Belegschaft greifen einfach zu kurz.

Es gibt eine Vielfalt an Angeboten zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Egym Wellpass ist eines, über das Arbeitgeber ihren Mitarbeitern in Deutschland und Österreich Zugang zu 16.000 Sport-und Wellnessangeboten geben können.

Damit Gesundheitsförderung ebenso flexibel wird, sind Digital-Health-Angebote deshalb kein nettes Extra, sondern Teil der Infrastruktur moderner Arbeit. Bewegung, Prävention, mentale Gesundheit und Regeneration müssen unabhängig von Standort, Arbeitsmodell und Tagesablauf so erreichbar werden wie die digitalen Werkzeuge, mit denen Teams heute arbeiten.

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Dann ist nicht mehr entscheidend, ob jemand zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Passende Angebote müssen ohne Hürden in den Alltag passen. Wirksam werden sie, wenn sie ohne langen organisatorischen Vorlauf innerhalb der Arbeitsrealität der Mitarbeiter erreichbar sind. Ein zukunftsfähiges Gesundheitsmanagement berücksichtigt diese Unterschiede, statt eine Maßnahme für alle vorzusehen.