In der Cybersicherheit herrscht derzeit Alarmstufe Rot. Wie Unternehmen mit Verfahren und Technologien des Zero Trust die Abwehr von Cyberangriffen schnell verstärken können.
(Quelle: Olivier Le Moal - Adobe Stock)
Die angespannte Bedrohungslage in Deutschland durch Cyberkriminelle hat sich weiter verschärft. Unternehmen sollten ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen deshalb auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls anpassen. Ein sehr hohes Sicherheitsniveau verspricht der Ansatz Zero Trust. Er folgt dem Credo „Vertraue niemandem, verifiziere jeden“ und verbessert damit insbesondere die Cybersicherheit in modernen IT-Umgebungen, die durch mobile Arbeit, Homeoffice und den Einsatz von Cloud-Plattformen geprägt sind. Er misstraut grundsätzlich allem und jedem und verlangt, dass der komplette Datenverkehr geprüft wird und dass sich Nutzer, Geräte, Anwendungen und andere Einheiten bei jedem Zugriff auf Systeme oder Daten authentifizieren müssen.
Fünf Schritte zur Umsetzung von Zero Trust
Die Umsetzung einer durchgängigen Sicherheitsarchitektur auf Basis von Zero Trust ist aufwendig und zeitintensiv, weil davon sämtliche Bereiche der IT betroffen sind. Einige Methoden und Technologien mit Zero Trust können Unternehmen aber vergleichsweise schnell implementieren und damit ihr Sicherheitsniveau kurzfristig deutlich erhöhen. Hier vier wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit.
1. Einführung der Multi-Faktor-Authentifizierung
Zugangsberechtigungen zu Systemen lassen sich durch mehrere unabhängige Merkmale überprüfen. Dazu zählen etwa Passwörter, Token und biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke. Besonders starke Verfahren fügen dem noch eine „Out of Band“-Methode hinzu, beispielsweise einen Code, den der Nutzer per Push-Benachrichtigung auf sein Smartphone erhält. Identitätsdiebstahl wird durch Multi-Faktor-Authentifizierung erheblich erschwert.
2. Zero Trust Network Access
Bei Remote-Zugriffen auf Anwendungen, Daten und Services von Unternehmen können Mitarbeiter und Geräte nur bestimmte Netzwerkprotokolle verwenden. Außerdem haben sie auch nur Zugang zu Ressourcen, für die sie eine ausdrückliche Berechtigung besitzen. Im Gegensatz zu VPNs ist kein potenzieller Zugriff auf sämtliche Systeme und Daten möglich. Gelingt es Angreifern, in ein System einzudringen, können sie sich von dort aus nicht ungehindert im Unternehmensnetzwerk weiterbewegen.
3. Least Privilege Access
Einen ähnlichen Effekt hat das Prinzip des minimalen Zugangs. Unternehmen nutzen inzwischen viele Anwendungen und Services aus der Cloud, wodurch sich ihre Angriffsfläche deutlich vergrößert. Least Privilege Access stellt sicher, dass Nutzer nur auf Daten in der Cloud zugreifen können, die sie für ihre Arbeit auch wirklich benötigen. Angreifer können dadurch mit gestohlenen Anmeldedaten nur begrenzten Schaden anrichten.
4. Zero Trust Content Disarm and Reconstruction
Diese Technologie geht davon aus, dass alle Dokumente, die Mitarbeiter aus dem Internet herunterladen oder als E-Mail-Anhang empfangen, Schadcode enthalten. Deshalb extrahiert sie aus den Dokumenten die Informationen, bei denen schädliche Inhalte garantiert ausgeschlossen werden können, und setzt daraus komplett neue Dateien im Ursprungsformat zusammen. Sie sind vollständig frei von ausführbarem Code und können dadurch auch keine Schadsoftware mehr enthalten.
5. Remote Browser Isolation
Diese Technologie misstraut grundsätzlich allen Webseiten. Rufen Mitarbeiter eine Website auf, wird sie auf einen isolierten externen Browser in der Cloud geladen, der ein Abbild der Inhalte erzeugt und es auf die Browser der Mitarbeiter streamt. Sie bemerken keinen Unterschied, da sie aber keinerlei HTML-Code erhalten, werden sie vor potentiellem Schadcode bewahrt.
(Frank Limberger ist Data & Insider Threat Security Specialist bei Forcepoint in München (Quelle: Forcepoint))
„Die Gefahr von Cyberattacken war wohl lange nicht so hoch wie jetzt und das wird sie aller Voraussicht nach auch bleiben. Unternehmen sollten deshalb Maßnahmen ergreifen, um den Schutz ihrer Daten und Systeme zu verstärken. Das Konzept der Zero-Trust-Security bietet ihnen dafür schlagkräftige Verfahren und Technologien“, kommentiert Frank Limberger, Data & Insider Threat Security Specialist bei Forcepoint. Forcepoint senkt mit seiner Cloud-native All-in-One-Plattform die Hürden bei der Einführung von Zero-Trust-Konzepten und verhindert den Diebstahl oder Verlust von sensiblen Daten sowie geistigem Eigentum, egal von wo aus Mitarbeiter darauf zugreifen. (sg)
Stand: 16.12.2025
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