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KI in der Cybersecurity „Der Kernfaktor dabei ist die Geschwindigkeit“

Von Melanie Ehrhardt 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz, Cyber-Resilienz und digitale Souveränität prägten die it-sa 2026. Dennis Mohn, Business Development Manager bei Axians, erklärt im Interview, wie die Themen die Branche verändern und wo die größten Herausforderungen lauern. 

Melanie Ehrhardt (WIN-Verlag) und Dennis Mohn (Axians) beim Messe-Speed-Date auf der it-sa 2026. (Bild:  Digital Business Magazin)
Melanie Ehrhardt (WIN-Verlag) und Dennis Mohn (Axians) beim Messe-Speed-Date auf der it-sa 2026.
(Bild: Digital Business Magazin)

Die it-sa setzte ihren Wachstumskurs auch in diesem Jahr fort. Erstmals präsentierten in Nürnberg mehr als 1.000 Aussteller ihre Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Cybersicherheit. Eines der zentralen Themen in diesem Jahr war Cyber-Resilienz. Sie wird für Unternehmen zur Pflichtaufgabe – nicht zuletzt durch neue Regulierung und die rasante Entwicklung von KI.

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf in der Produktion: Mit wachsender Vernetzung von Steuerungs- und IT-Systemen steigen auch die Anforderungen an durchgängige Schutzkonzepte, die den laufenden Betrieb nicht gefährden dürfen. Hinzu kommt, dass mit zunehmender Cloud-Nutzung auch die Frage der Verantwortlichkeiten komplexer wird. Wer für welchen Teil der Sicherheit zuständig ist, ist in der Praxis oft nicht klar geregelt.

Was müssen Unternehmen jetzt konkret tun und wo liegen die größten Herausforderungen? Darüber sprachen wir im Messe-Speed-Date mit Dennis Mohn, Business Development Manager bei Axians.

Der Cyber Resilience Act bringt für Hersteller und Unternehmen neue Anforderungen. Wo sehen Sie aktuell die größte Herausforderung: bei der technischen Umsetzung, bei der Transparenz über Komponenten oder bei den Verantwortlichkeiten?

Dennis Mohn: Zur Pflicht gehören tatsächlich die Transparenz und die Verantwortlichkeiten. Denn ich muss zum einen sehen, was ich in meinem Unternehmen überhaupt habe. Das heißt, ich muss wissen, wer für welchen Bereich verantwortlich ist und wie die Prozesse innerhalb meines Unternehmens abgebildet sind. Sonst kann ich keine Entscheidungen treffen. Das ist oftmals das, was Cyber-Resilienz verhindert. Dagegen sind die technischen Probleme oftmals leicht zu lösen – wenn ich weiß, worauf abzielen muss und wer dafür verantwortlich ist.

In der Industrie treffen klassische IT-Security und OT-Security aufeinander – und ein Sicherheitsvorfall darf im Zweifel nicht einfach den Produktionsbetrieb stoppen. Wie lässt sich beides zusammenbringen: maximale Sicherheit und ein möglichst störungsfreier Betrieb?

Die maximale Sicherheit, kann es eigentlich kaum geben. Das wichtige dabei ist, beide Welten zusammenzubringen und nicht mehr, wie es oft gemacht wird, getrennt zu betrachten. Früher hat man mal gesagt, die IT ist auf der einen Seite, die Produktion liegt auf der anderen Seite. Dann kam ein Shift und die IT wurde als Teil der Wertschöpfungskette betrachtet.

Dabei wird allerdings wieder die OT-Seite außer Sicht gelassen. Das ist jetzt ähnlich wie bei der Frage der Cyber-Resilienz. OT ist heute ein integraler Bestandteil einer komplexen Welt, die wir eben gemeinsam betrachten müssen. Man spricht in dem Zusammenhang oft auch von der IT-OT-Konvergenz. An vielen Orten ist es aber heute immer noch so, dass die OT in der Prozessverantwortung liegt. Sprich, dass es Maschinenfahrer und Prozessingenieure sind, die die OT steuern.

Dabei gilt: Ein Angriff auf die IT wird auch ganz schnell Auswirkungen auf der OT haben. Ich kann aber nicht autark darauf reagieren. Ein IT-System abzuschalten, das hat im besten Falle keine Auswirkungen auf meinen laufenden Betrieb. Wenn ich Prozesssteueranlagen oder Regelsysteme abschalte, steht im Zweifelsfall meine Produktion still. Im allerschlimmsten Fall greifen Regelprozesse nicht mehr und ich habe Sicherheitsvorfälle. Daher ist es unheimlich wichtig, diese beide Welten zusammen zu betrachten und auch einheitliche Prozesse zu finden.

KI verändert gerade auch die Bedrohungslage – von KI-gestützten Angriffen bis hin zu autonomen KI-Agenten. Was müssen Unternehmen jetzt anders machen, um ihre Cyber-Resilienz nicht nur gegen heutige, sondern auch gegen diese neuen Angriffsformen aufzustellen?

Der Kernfaktor dabei ist die Geschwindigkeit. Künstliche Intelligenz macht heute jeglichen Angriff sowohl schneller als auch deutlich besser skalierbar. Schauen wir uns als Beispiel klassische Fishing-Attacken an. Früher konnte man anhand der E-Mail-Aufmachung sehr schnell sehen, dass damit etwas nicht stimmt. Heute mit KI erkenne ich das in vielen Fällen nicht mehr.

Hinzu kommt, die Angriffe sind wesentlich flexibler, dynamischer und sie können vor allem schneller breit gefächert werden. Das heißt, meine Verteidigung muss entsprechend auch Geschwindigkeit aufnehmen. KI ist dabei nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine Hilfe. Sie kann Analysen beschleunigen und bei Entscheidungen unterstützen. 

Service

Das Videointerview mit Dennis Mohn finden Sie auf unserem LinkedIn-Kanal.

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