Welche Aufgaben CEOs und CFOs haben ist bekannt – aber was sind CLOs und warum werden sie immer wichtiger für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen? Ein Blick auf das spannende Aufgabenfeld eines Chief Learning Officers und wie er Mitarbeiter mit Kompetenzen für die Zukunft rüstet.
(Quelle: OpturaDesign - Adobe Stock)
Waren Chief Learning Officer (CLO) früher als „Leiter für Aus- und Fortbildung“ vor allem für Pflicht-Schulungen zuständig, erfüllen sie heute eine Schlüsselfunktion für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Sie haben die Aufgabe, die Entwicklung von Fähigkeiten voranzutreiben und notwendige Qualifikationen aufzubauen, die für die Zukunftsplanung der Unternehmen wichtig sind. Durch immer schnellere, teils unvorhersehbare Veränderungen, wie die Pandemie, den Siegeszug digitaler Geschäftsmodelle, den massiven Fortschritt im Bereich KI sowie den Bedarf an neuen Führungsfähigkeiten für dezentrale Belegschaften in einem digitalen Arbeitsumfeld, war der Bedarf noch nie so deutlich.
Die Aufgaben eines Chief Learning Officer
Wie kann man diese umfangreiche Palette an Verantwortlichkeiten bewältigen? In einem Whitepaper hat Skillsoft sich gemeinsam mit Branchenexperten dieser Fragestellung gewidmet. Dabei haben sich fünf Bereiche herauskristallisiert, in denen sich erfolgreiche CLOs auszeichnen.
#1 Aufbau eines zentralen, qualifizierbaren L&D-Angebots
Nicht immer ist es möglich, den Bereich Learning & Development (L&D) vollständig zu zentralisieren. Erfolgreiche CLOs definieren die zentralen Serviceleistungen und -programme sowie Bedürfnisse einzelner Geschäftseinheiten. Neben strategischen Programmen lassen sich so lokale oder vertikale Angebote ergänzen. Viele Unternehmen realisieren bei einer Bestandsaufnahme, dass sie über eine Vielzahl an redundanten Systemen verfügen. Gleichzeitig erhöht ein übergreifender Ansatz die Transparenz und zeigt, welche Qualifikationen und Fähigkeiten es bei Mitarbeitern im gesamten Unternehmen gibt.
#2 Strategischer Weitblick
CLOs müssen eng mit der Unternehmensführung zusammenarbeiten, um zukünftig benötigte Qualifikationen und Fähigkeiten einschätzen und die Lernangebote entsprechend ausrichten zu können. Gleichzeitig sollten sie auf veränderte Marktanforderungen sowie Organisationsstrukturen und Jobprofile achten. Neben der Zusammenarbeit mit der HR-Abteilung empfiehlt sich daher auch der Austausch mit den funktionalen Geschäftsbereichen.
#3 Technische Integration und Skills-Taxonomien
Corporate Learning ist heute sehr daten- und technologie-orientiert. Klassifikationsschemata, sogenannte Skills-Taxonomien, helfen Unternehmen den Bedarf an zukünftigen Qualifikationen und benötigten Fähigkeiten zu planen. Mit modernen Training Tools können Mitarbeiter bei Bedarf direkt im Arbeitsfluss oder anhand von gesteuerten Fortbildungsprogrammen lernen. CLOs müssen diese komplexen Prozesse verwalten, die mit der HR- sowie der IT-Infrastruktur integriert sein sollte.
#4 Positive Lernerfahrungen
Das Lernen steht bei Firmen oftmals im Konflikt mit den zu bewältigenden Alltags-Aufgaben. Erfolgreiche CLOs wissen, dass nicht die Anzahl an absolvierten Programmen, sondern an positiven Lernerfahrungen entscheidend sind. Die Lernangebote sollen Mitarbeitende bei neuen Anforderungen unterstützen und zu Innovationen anregen. Gute Chief Learning Officer ermutigen ihre Teams, neue Wege des Lernens zu entdecken. Dazu müssen sie die neuesten Technologien und Lernformate kennen und Einblicke in die passenden Inhalte für die verschiedenen Mitarbeiter-Bedürfnisse haben.
#5 Beitrag vom Chief Learning Officer zur Unternehmenskultur
CLOs sind auch “Führungskräfte für die Unternehmenskultur”. Das bezieht sich auf Werte wie Gleichberechtigung sowie die Befähigung aller Mitarbeiter. Unternehmen müssen sich mit Anpassungen an veränderte Marktanforderungen, der Transformation von Produkten und Serviceleistungen sowie dazu notwendigen Schulungen auseinandersetzen. CLOs sollten daher die Unternehmenskultur von den Werten bis zu den Vergütungssystemen kennen und gegenüber der Leitung auch Dinge ansprechen, die nicht gut funktionieren. Denn Probleme liegen oft in der Schwierigkeit zu erkennen, was sich im Markt sowie in der eigenen Organisation verändert hat.
Stand: 16.12.2025
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(Bild: Skillsoft)
Der Autor Andreas Rothkamp ist VP DACH-Region bei Skillsoft.