DB Podcast

Aufteilung der Workloads Datensouveränität: Neun von zehn Unternehmen ändern ihre Cloud-Strategie

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Migration in die Cloud sollte eine Einbahnstraße sein, ist es aber für die meisten Unternehmen offenbar nicht. Eine neue Studie von Cloudian zeigt, dass viele von ihnen der Cloud zwar nicht den Rücken kehren, aber aufgrund höherer Kosten und der Datensouveränität ihre Workload-Aufteilung neu ausrichten.

(Bild:  © StarStockArt/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © StarStockArt/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Darum Geht'S

Rückverlagerung der Workloads: 75 Prozent der Unternehmen haben in den letzten 24 Monaten Workloads aus der Public Cloud zurückgeholt. 89 Prozent wollen On-Prem in den nächsten zwei Jahren ausbauen – trotz hoher Cloud-Nutzung.

Haupttreiber Datensouveränität: Für 82 Prozent der Unternehmen nimmt diese eine zentrale Rolle ein. 59 Prozent sorgen sich um den Datenzugriff durch Cloud-Anbieter und sind aufgrund der Regulierungen für grenzüberschreitende Datenübertragungen eingeschränkt.

KI beschleunigen Hybrid-Strategien: 84 Prozent der Unternehmen überschreiten ihr Cloud-Speicherbudget. 85 Prozent nennen KI als Grund für mehr On-Prem. Daher verfolgen sie eine hybride Strategie bei der Workload-Platzierung.

Laut einer neuen Umfrage von Cloudian planen 89 Prozent der Unternehmen, ihre On-Premises-Infrastruktur in den nächsten zwei Jahren auszubauen. 75 Prozent haben in den vergangenen 24 Monaten bereits zumindest einen Teil ihrer Workloads aus der Public Cloud zurückverlagert. Die Ergebnisse deuten auf ein grundlegendes Umdenken bei der Frage hin, wo Daten grundsätzlich gespeichert werden sollten. Treiber sind dabei vor allem strengere Anforderungen an die Datensouveränität, steigende Kosten in der Cloud und KI-Workloads, die die Grenzen einer kosteneffizienten Cloud-Infrastruktur aufzeigen.

Rückverlagerung der Workloads auf der Public Cloud

Die Umfrage richtete sich konkret an Unternehmen mit einer hohen Cloud-Nutzung. 76 Prozent von ihnen betreiben heute mehr als die Hälfte ihrer Workloads in der Public Cloud, umso aussagekräftiger sind die Anzeichen einer strategischen Rückverlagerung. Die befragten Unternehmen sind keineswegs Skeptiker einer Cloud-Strategie, sondern erfahrene Anwender, die gelernt haben, wo das Modell funktioniert und wo nicht.

Sascha Uhl, Senior Solutions Architect Channels and Alliances von Cloudian, kommentiert: „Hier geht es nicht darum, dass Unternehmen der Cloud den Rücken kehren. Es geht darum, dass sie ihre Workload-Platzierung intelligenter gestalten. Unternehmen wissen inzwischen, wo die Cloud funktioniert und wo nicht. Die Daten zeigen klar, dass On-Premises bei Workloads mit hohen Anforderungen an die Datensouveränität, bei KI-intensiven Anwendungen und bei großvolumiger Datenspeicherung oft die bessere Wahl ist.“

Datensouveränität ist nicht verhandelbar​

Der Fokus auf die Datensouveränität ist eines der auffälligsten Ergebnisse der Umfrage und zeigt einen nahezu vollständigen Konsens. 99 Prozent der Befragten geben an, dass das Thema mindestens eine mittlere Rolle bei Infrastrukturentscheidungen spielt. 82 Prozent bezeichnen sie sogar als zentralen oder wesentlichen Treiber. Mehr als die Hälfte, 59 Prozent, äußert hingegen Bedenken, dass Cloud-Anbieter auf ihre Daten für Analysen oder Model Training zugreifen könnten. 53 Prozent unterliegen vertraglichen Vorgaben von Kunden oder Partnern, die einschränken, wo Daten gespeichert werden dürfen. 

Daneben erhöhen aber auch die regulatorischen Entwicklungen weiter den Druck auf Unternehmen. 45 Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwei Jahren Änderungen erlebt, die neue Beschränkungen für grenzüberschreitende Datenübertragungen mit sich brachten. Diese Entwicklung spiegelt ebenfalls die zunehmende Dynamik von Data-Localization-Gesetzen in der EU, im asiatisch-pazifischen Raum und in anderen Regionen wider.

Sascha Uhl ist überzeugt: „Die Compliance-Anforderungen sind deutlich komplexer geworden und haben sich schneller entwickelt als die Infrastrukturangebote der meisten Cloud-Anbieter. Wenn sich Anforderungen an Data Residency nicht sauber mit verfügbaren Cloud-Regionen abbilden lassen, ist On-Premises keine Legacy-Option mehr, sondern oft die einzig praktikable Lösung.“

Verteilung der Cloud-Kosten hat sich verändert​

Sascha Uhl ist Senior Solutions Architect Channels and Alliances bei Cloudian.(Bild:  Cloudian)
Sascha Uhl ist Senior Solutions Architect Channels and Alliances bei Cloudian.
(Bild: Cloudian)

Auch die Einschätzung der veränderten Kostenfrage ist eindeutig. So überschreiten ganze 84 Prozent der Studienteilnehmer das Budget für ihren Cloud-Speicher, fast jedes fünfte Unternehmen liegt mehr als 30 Prozent darüber. Die Ursachen sind für alle bekannt, die die Cloud im großen Maßstab einsetzen: Data-Egress-Gebühren stehen mit 46 Prozent an erster Stelle. Es folgen steigende Kosten durch wachsende Datenmengen mit 45 Prozent sowie höhere Preise für Regionen, die Data-Residency-Anforderungen erfüllen, mit 43 Prozent. Nur ein halbes Prozent der Befragten bleibt unter ihrem Budget. „Gerade Data-Egress-Gebühren sind für Unternehmen mit großen, aktiven Datensätzen zu einem erheblichen Kostenfaktor geworden. Die Kalkulation, die die Cloud für frühe Projektphasen oder variable Workloads attraktiv gemacht hat, funktioniert nicht mehr, wenn Petabytes gespeichert und regelmäßig genutzt werden“, sagt Sascha Uhl.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung