Der Bedarf an leistungsfähigen Netzen auch zwischen weltweit verteilten Unternehmensstandorten steigt stetig. Bisher war das Netzwerk MPLS (Multiprotocol Label Switching) der Goldstandard, doch internetbasierte SD-WAN-Technologien sind günstiger und flexibler.
(Quelle: Telekom Deutschland)
Deutschland ist das Land der Weltmarktführer, etwa für chirurgische Instrumente, Getränkeabfüllanlagen, Produktionstechnik für Solarzellen und vieles mehr. Es sind viele hundert Unternehmen, vorwiegend aus dem Mittelstand. Sie sind erfolgreich und weltweit aktiv, aber sie haben ein Vernetzungsproblem. Denn unabhängig von Ort und Anzahl der Zweigstellen muss ein Industriebetrieb heute kurze Antwortzeiten von Vertrieb und Support ermöglichen. Auch die Echtzeit-Datenübertragung für Maschinenüberwachung ist eine Grundvoraussetzung. Je stärker die einzelnen Standorte und die Produktionshallen mit einer zentralen Cloud-Plattform vernetzt sind, desto wichtiger ist eine performante Vernetzung aller Zweigstellen mithilfe MPLS (Multiprotocol Label Switching). Intern wird mit dem LAN kommuniziert: schnell, flexibel und zuverlässig. Doch zwischen den Zweigstellen lässt sich das lokale Netz zum Wide Area Network (WAN) erweitern.
Direktverbindungen zwischen den Standorten
Der bisherige Goldstandard lautet MPLS (Multiprotocol Label Switching). Es ist ein Netzwerk, mit denen sich Daten über Direktverbindungen zwischen Standorten übertragen lassen. Dabei werden die bisher getrennten Sprach-, Video- und Datenübertragungsdienste konvergent auf einen gemeinsamen IP-Netzwerk vereint. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Internetverbindung zwischen Zentrale und Niederlassung: die Netzwerkqualität ist hoch. MPLS bietet niedrige Latenzen, einen hohen Datendurchsatz und so gut wie keine Paketverluste. Da der Datenfluss statisch über zentrale Knoten läuft, sind auch Datensicherheit und -schutz leicht zu verwirklichen – Hacker haben kaum eine Chance, an die vom herkömmlichen Internet getrennten Netze heranzukommen.
Der bereits erwähnte Weltmarktführer benötigt also ein MPLS-Netz, das alle weltweiten Niederlassungen untereinander und mit der Zentrale verbindet. Dafür sind aber feste Verbindungen notwendig, die Unternehmen bei unterschiedlichen Anbietern buchen müssen. Es ist schwierig, innerhalb kürzester Zeit neue Standorte zu vernetzen oder bestehende Verbindungen zu erweitern. Ein zweiter Nachteil ist etwas, was heute selbst verständlich wirkt: jederzeit schnelles Internet zu nutzen.
MPLS: Auftreten von Traffic Backhauling
Bei reinen MPLS-Netzen ist schnelles Internet schwierig, da die dezentralen Standorte keinen eigenen Internetzugang haben. Sie erreichen das Internet lediglich über ein oder mehrere zentrale Rechenzentren. Der technische Fachbegriff dafür ist „Traffic Backhauling“ und seine Übersetzung zeigt schon das zentrale Problem: Rücktransport des Datenverkehrs. Beim einfachsten Szenario eines zentralen Knotens, der ein oder zwei Dutzend Zweigstellen anschließt, laufen alle Internetverbindungen immer über diese Zentrale. Das sorgt für große Latenzen, die den Aufruf von Software-as-a-Service-Anbietern (SaaS) und ähnlichen Clouddiensten zu einer trägen Angelegenheit machen kann.
Virtuelle Architektur für Wide-Area-Netze: schnell und kostengünstig
Für viele Anwendungsfälle ist MPLS nicht mehr zeitgemäß und der Aufwand bei der Errichtung eines solchen Netzes entspricht nicht mehr den Vorstellungen der Nutzer. Eine in den letzten Jahren häufiger genutzte Zwischenlösung sind hybride Netze, bei denen MPLS mit dedizierten Internetverbindungen über Standleitungen kombiniert werden. Der Vorteil gegenüber MPLS ist die schnelle und kostengünstige Einrichtung.
Dafür wird auf der Basis von spezifischen Netzwerk-Routern ein Software-Defined-Network (SDN) aufgebaut, in diesem Fall ein SD-WAN. Das ist eine virtuelle Architektur für Wide-Area-Netze, bei denen die Router den Verkehr über unterschiedliche Netze leiten können, beispielsweise MPLS, LTE sowie Breitband-Internet. Diese hybriden Netze reagieren auf den steigenden Bedarf nach SaaS- und Cloud-Diensten. Denn diese können lokal von allen Standorten erreicht werden, wodurch das Problem des Rücktransportes entfällt und die zentralen MPLS-Knotenpunkte stark entlastet werden. Zudem sind sie bedarfsgerecht skalierbar, was sich positiv auf das Kundenerlebnis und Qualitätsparameter auswirkt.
Diese hybriden Netze bieten allerdings nur Service Level Agreements für den eigenen Zugang (Access-SLAs), aber keine Leistungsgarantie durch Performance-SLAs. Es gibt also immer noch das für herkömmliche Internetzugänge übliche Risiko eines Leistungseinbruchs durch sehr hohen Netzverkehr. Bleibt MPLS dadurch weiterhin der Platzhirsch bei garantiert schnellen und stabilen WANs? Nicht, wenn Internetverbindungen Service- und Performance-Garantien anbieten, um im Spannungsfeld Zeit, Kosten und Qualität auch in der letzten Kategorie Boden zu gewinnen.
Stand: 16.12.2025
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Flexible Alternative zu MPLS: Internet-basiertes WAN
Die technologische Machbarkeit ist eine Herausforderung. Im Moment arbeiten viele große Provider an Performance-Standards, um dedizierte Internetzugänge noch leistungsfähiger zu machen und die nächste Generation von Highspeed-WANs auf den Markt zu bringen. Diese sogenannten Premium Internet-Lösungen garantieren Verbindungen in hoher Geschwindigkeit, die an MPLS-Qualität heranreicht. Zu einer Alternative werden die Premium-Verbindungen, da die Quality of Service (QoS) an die QoS von MPLS-Lösungen heranreicht.
Diese Qualitätsparameter erlauben den Wechsel zu skalierbaren und flexiblen internetbasierten Netzen. Bei der weltweiten Kommunikation mit Sprache oder Video zwischen Standorten und der Verfügbarkeit von kritischen IT-Ressourcen in privaten Cloud-Umgebungen gibt es damit anders als bei herkömmlichen entfernenden Verbindungen keine Performance-Schwankungen bezüglich Latenzzeiten, Durchsatz und Paketverlust. Dafür lässt sich eine gemischte Infrastruktur einsetzen, die das globale Netz der Carrier – etwa der Telekom Deutschland – mit den Backbones der großen Cloud-Anbieter kombiniert.
Voraussetzung dafür ist bei den Weltmarktführern ein ausreichend breitbandiger Internetzugang, von dem ein Anteil für die Premium-Verbindung reserviert wird. Abhängig von der geforderten Datenübertragungsrate können Unternehmen beispielsweise 60 Prozent der verfügbaren Bandbreite für das WAN einsetzen und die restlichen 40 Prozent für herkömmliche Internetverbindungen der jeweiligen Niederlassung.
Mit WAN-Premium-Netz garantiert leistungsfähig im Internet
Anders als MPLS kann das internetbasierte WAN-Premium-Netz innerhalb weniger Stunden geschaltet werden. Es steht dann sofort mit allen Qualitätsparametern zur Verfügung. Das neue SD-WAN ist schnell erweiterbar, beispielsweise durch einen Internetzugang mit mehr Bandbreite oder sehr kurzfristig durch die Reservierung eines größeren Anteils für das WAN. Es erlaubt den Unternehmen den globalen Zugriff auf innovative Technologien in der Cloud – von jedem weltweiten Standort aus, mit hohen Latenzen und einer garantierten Bandbreite.
(Peter Arbitter leitet SVP Portfolio & Produktmanagement und SVP Business Unit SD-x bei der Telekom Deutschland GmbH. (Bild: Telekom Deutschland))
Über den Autor: Peter Arbitter leitet SVP Portfolio & Produktmanagement und SVP Business Unit SD-x bei der Telekom Deutschland GmbH. Er ist seit 1991 in der IT-Branche tätig. Zuerst als selbständiger Berater, dann als kaufmännischer Leiter eines mittelständischen Serviceunternehmens. Es folgten zwölf Jahre bei Siemens in diversen Leitungsfunktionen. Anschließend verantwortete er bei T-Systems das IT- und Cloud-Portfolio. 2011 wechselte er zur Microsoft Deutschland GmbH, um dort den technischen Support für Unternehmenskunden aus DACH zu leiten. Ab 2013 verantwortete er den Geschäftsbereich „Cloud & Enterprise“. Seit September 2016 leitet Peter Arbitter den Portfolio- und Produktmanagementbereich des B2B Geschäfts bei der Telekom Deutschland GmbH. Er hatte zwischenzeitlich zusätzlich die Leitung des Tribes Enterprise Networks inne und seit Januar 2021 ebenso die Leitung der globalen Business Unit SD-x.