Explodierende Energie- und Rohstoffpreise, Zuliefer- und Bauteilknappheit sowie ganz erhebliche logistische Störungen entlang der Lieferketten – diese Faktoren prägen heute den industriellen Alltag bis hin zur Kurzarbeit. Auf dem Supply-Chain-Forum der Hochschule Koblenz diskutierten Experten über die aktuellen Herausforderungen.
(Quelle: Hochschule Koblenz/Thomas Frey)
Auf dem diesjährigen Supply-Chain-Forum der Hochschule Koblenz diskutierten rund 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über die Herausforderungen, die gestörte Lieferketten für eine funktionierende Industrie mit sich bringen. Und tauschten aktuelle Lösungsansätze für die Praxis aus. Rund 70 Unternehmen aus der Region waren bei dem Supply-Chain-Forum vertreten.
„Gerade in Zeiten, die hart an die wirtschaftliche Substanz der Unternehmen gehen, ist das Netzwerk aus Politik, erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern sowie aus angewandter Wissenschaft wichtiger denn je“, betonten Prof. Dr. Jörg Lux und Prof. Dr. Elmar Bräkling, die die Veranstaltung an der Hochschule Koblenz initiiert hatten, bei der Begrüßung.
Prof. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Wissenstransfers für die Hochschule Koblenz: „Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere praxisnahen Forschungsergebnisse den Unternehmen zugängig zu machen und somit unseren Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten. Mit der Organisation solcher Veranstaltung genauso wie mit individuellen Beratungsleistungen und gemeinsamen Forschungsprojekten“.
Förderprogramm zur Implementierung betrieblicher Innovationen
In ihrem digitalen Grußwort berichtete Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, unter anderem über die Arbeit des zu Beginn der Pandemie vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufenen Kreises der Netzwerkpartner der Kontaktstelle Lieferketten. Bei diesem tauschten sich Bund, Länder, Kammern und Verbände über die jeweils aktuelle Situation in verschiedenen Branchen aus.
„Prozesse zu hinterfragen und Krisenszenarien durchzuspielen ist notwendig, um die Resilienz im Unternehmen zu erhöhen, dabei kann die Anpassung der Lieferketten Teil eines digitalen Transformationsprozesses sein, bei dem sich im besten Fall auch Nachhaltigkeitsziele direkt mit umsetzen lassen“, sagt Dick-Walther. Den Unternehmen empfahl sie zudem, bei der Gestaltung von widerstandsfähigeren Lieferketten auch auf Förderprogramme des Landes zurückzugreifen. Wie jenes zur „Implementierung betrieblicher Innovationen“. Ebenso wie das Innovationsprogramm könne auch die „Regionalförderung in strukturschwachen Gebieten“ dazu beitragen, die Produktionsmöglichkeiten auszubauen, zu diversifizieren und sich so unabhängiger von Zulieferern zu machen.
Lieferketten im Spannungsfeld von Krisen und Lieferkettengesetz
In seinem Impulsvortrag „Lieferketten in der Klein- und Mittelserie im Spannungsfeld von Krisen und Lieferkettengesetz erfolgreich managen“ gab Dr. Christoph Falk-Gierlinger, Geschäftsführer der Continental Engineering Services GmbH, einen Überblick über Ursachen und Herausforderungen bei der aktuellen Lieferketten-Problematik. Er begrüßte den intensiven Austausch auf dieser Veranstaltung. „Die Situationsanalysen und möglichen Lösungswege anderer Unternehmen helfen uns weiter, um unsere eigenen Lieferketten für die Klein- und Mittelserienproduktion in diesen besonders herausfordernden Zeiten bestmöglich zu managen."
Das Lieferkettengesetz stehe dabei für ihn keineswegs zur Diskussion. „Schon aus ethisch-moralischer Sicht und im Hinblick auf unsere eigenen Corporate Social Responsibility- und Corporate Governance-Richtlinien unterstützen wir die im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) dokumentierte Initiative des Gesetzgebers und fühlen uns deren Vorgaben absolut verpflichtet“, so Dr. Christoph Falk-Gierlinger.
(Dr. Christoph Falk-Gierlinger, Geschäftsführer der Continental Engineering Services GmbH, ging in seinem Impulsvortrag auf die Problematik der Lieferketten ein. (Bild: Hochschule Koblenz/Thomas Frey))
Lösungsansätze in den verschiedenen Branchen
Im Laufe der Veranstaltung referierten weitere hochkarätige Wirtschaftsvertreter über die spezifischen Problemlagen und Lösungsansätze in ihrer jeweiligen Branche. So sprach Gerrit Bruns, Produktionsleiter DFH Haus GmbH, über Engpässe und Lösungen beim Rohstoff Holz im Fertighausbau. Frederik Spiekermann, Leiter Beschaffung der Atotech Group, nahm die chemische Industrie ins Visie. Patrick Heisch, Geschäftsführender Gesellschafter Metalquote Informationsdienste GmbH, skizzierte die Herausforderungen von Lieferketten in der Metallindustrie von der Mine bis zum Endprodukt. Die internationale Ebene beleuchtete Robert Huter, der verantwortliche Einkaufsleiter von Bosch Mobility Solutions in Nordamerika. In seinem Vortrag erläuterte er die spezifischen Ausprägungen der Lieferketten-Thematik und Lösungsansätze aus der regionalen Perspektive. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion, die die Möglichkeiten thematisierte, Erfahrungen aus globalen Märkten in der regionalen Wirtschaft zu nutzen.
(Die Supply-Chain-Experten Prof. Dr. Elmar Bräkling und Prof. Dr. Jörg Lux diskutierten über einen Sechs-Punkte-Plan. (Bild: Hochschule Koblenz/Thomas Frey))
In Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen verwiesen die beiden Supply-Chain-Experten Prof. Dr. Elmar Bräkling und Prof. Dr. Jörg Lux auf einen Sechs-Punkte-Plan, wie sich Lieferketten managen und gezielt für die Zukunft weitentwickeln lassen. Dazu gehören Transparenz und Agilität in der Beschaffung, die Re-Regionalisierung der Produktion, ein Überdenken der Fertigungstiefe, ein erweitertes Bestandsmanagement sowie eine Flexibilisierung von Transport- und Lagerketten. Sie forderten die Unternehmen auf, sich auch mit ihren individuellen Problemstellungen an sie zu wenden: „Wir haben eine breite Expertise im Haus, auf die Sie gerne zurückgreifen können.“ (sg)
Stand: 16.12.2025
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