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Sam Altmans „World“

World-ID: Überwachung durch Innovation? Nein, danke!

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Hochsichere SuperApp statt World-ID-App

Altmans World-App steht im Widerspruch zu den Prinzipien digitaler Souveränität. Nicht zuletzt wegen Sicherheits- und Datenschutzbedenken hat sie bislang keinen Durchbruch erzielt. Eine vertrauenswürdige Alternative ist eine sichere SuperApp-Plattform, die DSGVO-konform arbeitet und durch mehrere Schutzebenen sowie Verschlüsselungstechnologien abgesichert ist. Dabei dürfen die Daten weder auf US-amerikanischen Servern noch in China gespeichert werden. Wir wissen sonst nicht, was mit den Daten passiert. Das schafft kein Vertrauen. Doch dies ist die Grundlage, damit eine solche App für alles akzeptiert und genutzt wird.

Eigenes digitales Ökosystem – aus Europa getrieben

Solche SuperApp-Plattformen gibt es bereits – ‚made in Europe‘ sowie mit einer verifizierten, digitalen Identität. Das ist ein sicheres, digitales Ökosystem, mit dem Unternehmen, Organisationen und Behörden ihr Potenzial erweitern und Services sicher und datenschutzkonform der Bevölkerung anbieten können. Jeder kann sich mit nur einer Anmeldung frei auf der Plattform bewegen und digitale Behördendienste nutzen, Verträge unterzeichnen, shoppen, bezahlen und chatten.

Eine solche App für alles ist bei über fünf Millionen Einwohnern Istanbuls im Einsatz und wird gerade in Worms implementiert. Die Nutzer identifizieren sich über eine verifizierte digitale Identität, die für das gesamte Internet dienen könnte.

KI ist Gefahr und Schutz für digitale IDs zugleich

Für die Sicherheit digitaler Identitäten ist künstliche Intelligenz Lösung und Problem zugleich. Wird KI von Cyberkriminellen genutzt, um Identitäten zu manipulieren, ermöglicht sie andererseits eine präzisere Identitätsprüfung. Automatisierte Methoden minimieren Fehler und machen Authentifizierungsprozesse genauer. Biometrische Daten lassen sich in Echtzeit verarbeiten und mit bestehenden Datensätzen abgleichen. Das erschwert Identitätsbetrug und ermöglicht eine zuverlässige Verifikation. Ausschlaggebend ist, dass die Kontrolle über KI demokratisch ist und innerhalb eines nachvollziehbaren gesetzlichen Rahmens liegt.

Die Lösung: Europäischer, souveräner Gegenentwurf

Die Idee einer globalen, digitalen Identität ist richtig. Aber sie muss nach rechtsstaatlichen Prinzipien, Datenschutzstandards und innerhalb eines ethischen Rahmens umgesetzt werden. Damit das funktioniert, müssen wir in Europa unabhängig von Technologien aus Übersee werden. Wir brauchen digitale Souveränität und das erreichen wir mit eigenen, autarken Lösungen. Und es ist ein verlässlicher gesetzlicher und regulatorischer Rahmen notwendig, in dem sich diese Lösungen bewegen. Gleichzeitig müssen sie den Akteuren genug Raum für Innovationen lassen. Und davon gibt es hier in Deutschland jede Menge – wir müssen sie fördern, mutig und auch risikobereit sein, um die digitale Zukunft sicher zu gestalten. Dies erfordert die richtigen Technologien, aber auch demokratische Legitimität. Sam Altman hat eine Diskussion ins Rollen gebracht, die notwendig ist. Aber World ist keine Lösung. Was wir brauchen, ist ein europäischer, souveräner Gegenentwurf.

Sam Altman – World-IDIsmet Koyun
ist CEO und Gründer der Kobil Gruppe

Bildquelle: Kobil

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