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Lünendonk-Listen 2026 IT-Dienstleister: Nachfrage in Deutschland stagniert 2025

Von Stefan Girschner 6 min Lesedauer

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Der Markt für IT-Dienstleistungen ist 2025 in eine Seitwärtsbewegung getreten. Das Wachstum der IT-Dienstleister lag laut Lünendonk bei 2,9 Prozent. Für 2026 wird ein Zuwachs von 7,5 Prozent prognostiziert. Hohe Nachfrage besteht bei den Themen IT-Modernisierung, Cloud-Transformation und KI-Systemen.

(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Darum geht’s

Konjunktur bremst Wachstum: IT-Dienstleister sind laut einer neuen Studie von Lünendonk in Deutschland 2025 um durchschnittlich 2,9 Prozent gewachsen.

Uneinheitliche Nachfrage: Schwäche ist in den Branchen Automotive und Industrie, Wachstum in den KRITIS-Sektoren zu beobachten.

Hohes Effizienzpotenzial durch KI: IT-Dienstleister erwarten durch KI-Systeme rückläufigen Personalbedarf bis 2028.

Der Konjunkturmotor in Deutschland stottert und damit auch die Geschäftsentwicklung der in Deutschland tätigen IT-Dienstleister. Nach einem im historischen Vergleich schwachen Jahr 2024 brachte auch 2025 kaum neue Impulse. So erzielten die IT-Dienstleister ein durchschnittliches Umsatzwachstum in Deutschland von 2,9 Prozent (2024: 2,6 Prozent). Neben fehlenden gesamtwirtschaftlichen Wachstumsimpulsen verändert vor allem künstliche Intelligenz die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen grundlegend.

IT-Dienstleister: Rückläufiger Bedarf an Entwicklern

83 Prozent der befragten IT-Anwenderunternehmen sehen in der Softwareentwicklung in den kommenden Jahren enorme Effizienzpotenziale. Diese wirken sich unmittelbar auf Projektvolumina, Honorare und die Personalstruktur der IT-Dienstleister aus. 70 Prozent der IT-Entscheider erwarten darüber hinaus enorme KI-bedingte Effizienzpotenziale im IT-Betrieb und 52 Prozent in der Anwendungsmodernisierung.

Zu diesen Erwartungen passt es, dass 54 Prozent der befragten IT-Dienstleister bis zum Jahr 2028 mit einem rückläufigen Bedarf an Softwareentwicklern planen und 44 Prozent mit weniger Personal im Application Management und IT-Betrieb. Dies sind Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2026 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ des Research- und Analysten-Unternehmens Lünendonk & Hossenfelder.

Lünendonk-Liste „IT-Beratung und Systemintegration“ im Überblick

In das Ranking werden Unternehmen aufgenommen, die mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten. Die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen erzielten im Jahr ein um Übernahmen bereinigtes organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich 1,5 Prozent (2024: 2,4 Prozent). Damit wuchsen die Top 25 erstmals seit langer Zeit organisch deutlich langsamer als der Gesamtmarkt, der um 2,9 Prozent zulegte.

Mario Zillmann ist Senior Partner bei Lünendonk &  Hossenfelder.(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
Mario Zillmann ist Senior Partner bei Lünendonk & Hossenfelder.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Mario Zillmann, Senior Partner bei Lünendonk &  Hossenfelder, erläutert: „Die Geschäftsentwicklung innerhalb der Top-25-IT-Beratungen ist sehr heterogen. Während einige IT-Dienstleister zweistellige Wachstumsraten erzielen konnten, blieben andere deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem der Branchen-Mix und weniger das Service-Portfolio. So kamen vor allem aus dem dominierenden Industriesektor auch im Jahr 2025 aufgrund der konjunkturellen Gesamtlage nur wenige neue Impulse für höhere IT-Investitionen“.

Die Geschäftsentwicklung innerhalb der Top-25-IT-Beratungen ist sehr heterogen. Während einige IT-Dienstleister zweistellige Wachstumsraten erzielen konnten, blieben andere deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Mario Zillmann, Lünendonk

IT-Dienstleister: Accenture ist Marktführer in Deutschland

55 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihr IT-Budget erhöhen.(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
55 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihr IT-Budget erhöhen.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Der Marktführer bleibt Accenture mit einem von Lünendonk geschätzten Deutschlandumsatz von 3,6 Milliarden Euro (2024: 3,4 Milliarden Euro). Auf Platz zwei behauptet sich Capgemini, die laut Lünendonk-Schätzungen jedoch einen leichten Umsatzrückgang um 0,4 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro (2024: 2,25 Milliarden Euro) zu verzeichnen hatten. IBM rückt dagegen näher an Capgemini heran und steigerte seinen Inlandsumsatz um geschätzte 0,9 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro.

Ungeachtet der konjunkturellen Lage gelang adesso im Jahr 2025 das zweitstärkste Umsatzwachstum innerhalb der Top 25. Das größte Wachstum erzielte conet (15,8 Prozent auf 287,1 Millionen Euro). Mit einem Umsatzplus von 15,3 Prozent und einem Inlandsumsatz von 1,23 Milliarden Euro (2024: 1,07 Milliarden Euro) behauptet adesso Platz vier und schließt weiter zu den Top 3 auf. Die Top 5 komplettiert msg systems mit einem Deutschlandumsatz von 973,7 Millionen Euro.

Die wichtigsten Bereiche für IT-Investitonen sind Cybersecurity, IT-Modernisierung sowie Training und Weiterbildung.(Bild:  Lünendonk & Hossenfelder)
Die wichtigsten Bereiche für IT-Investitonen sind Cybersecurity, IT-Modernisierung sowie Training und Weiterbildung.
(Bild: Lünendonk & Hossenfelder)

Innerhalb der Top 10 der Anbieter von IT-Beratung und Systemintegration verzeichneten MHP (-11,4 Prozent) und Sopra Steria (minus 13,2 Prozent) zweistellige Umsatzrückgänge in Deutschland. Materna gehört hingegen zu den Gewinnern und steigert den Umsatz um 9,7 Prozent. Damit steigt das Unternehmen auf Rang 8. Neben adesso und conet gelang auch valantic (plus 11,7 Prozent) ein zweistelliges Wachstum im Jahr 2025, ebenso wie Cosmo Consult (plus 13,0 Prozent), die damit erstmalig den Sprung in die Lünendonk-Liste der 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen schafften. Ebenfalls neu in der Lünendonk-Liste auf Platz 19 ist Epam mit 195,0 Millionen Euro in Deutschland.

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In das Ranking werden IT-Dienstleister aufgenommen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland mit IT-Operations-Services, wie Hosting und Managed Services erzielen. Dazu zählen sowohl der Betrieb von IT-Anwendungen und IT-Infrastrukturen als auch IT-Services wie IT-Beratung und Softwareentwicklung.