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Umsetzung von Observability

Digital Experience Monitoring als strategisches Steuerungsinstrument

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Digital Experience Monitoring benötigt einen gemeinsamen Datenkontext?

Digitale Services werden von vielen Teams verantwortet. Entwicklungsteams optimieren Code, Plattformteams betreiben Infrastruktur, Security-Teams prüfen Risiken, Support-Teams reagieren auf Nutzeranfragen und Business-Verantwortliche betrachten Conversion, Verfügbarkeit oder Servicequalität. Wenn jedes Team mit eigenen Tools und Daten arbeitet, entstehen Teilwahrheiten.

Ein gemeinsamer Datenkontext schafft eine konsistente Sicht auf digitale Abläufe. Alle Beteiligten sehen dieselben Ereignisse, aber aus ihrer jeweiligen Perspektive. Der Support erkennt, welche Nutzer betroffen sind. DevOps sieht, welcher Service reagiert. Das Business versteht, welcher Prozess gefährdet ist. Security kann prüfen, ob Auffälligkeiten mit Risiken zusammenhängen.

In einem Fall fehlte beispielsweise die Transparenz darüber, wie Kunden digitale Angebote tatsächlich nutzten. Probleme wurden häufig erst über das Contact Center sichtbar. Mit End-to-End-Transparenz konnten 25 Prozent mehr Incidents identifiziert, 20 Prozent schneller reagiert und die Kosten für die IT-Infrastruktur um bis zu 45 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig gingen kundenrelevante Störungen um mehr als 60 Prozent zurück.

Wie profitieren regulierte und servicekritische Branchen?

In regulierten Branchen ist Digital Experience eng mit Resilienz, Nachvollziehbarkeit und Compliance verbunden. Banken, Versicherungen und Behörden müssen digitale Services nicht nur verfügbar halten, sondern Störungen auch transparent erkennen, priorisieren und dokumentieren. DEM verbindet technische Ereignisse mit konkreten Serviceauswirkungen.

Praxisbeispiele zeigen: Organisationen erkennen Probleme früher, steuern Releases effizienter und integrieren digitale Partner schneller. Entscheidend ist die Bewertung technischer Signale im Kontext des jeweiligen Serviceprozesses.

Welche Kennzahlen erfordert Digital Experience Monitoring

DEM sollte technische und geschäftliche Kennzahlen zusammenführen. Reine Infrastrukturmetriken reichen dafür nicht aus. Relevant sind Kennzahlen, die Nutzererlebnis, Servicequalität und Geschäftsauswirkung verbinden.

Dazu zählen Ladezeiten, Fehlerraten, Abbruchquoten, erfolgreiche Transaktionen, betroffene Nutzergruppen, Incident-Dauer, Mean-Time-to-Identify, Mean-Time-to-Resolve und Auswirkungen auf definierte Geschäftsprozesse. Wichtig ist, diese Kennzahlen nicht isoliert zu betrachten. Eine leicht erhöhte Antwortzeit kann unkritisch sein, wenn sie einen internen Nebenprozess betrifft. Sie kann geschäftskritisch werden, wenn sie den Checkout, eine Zahlungsfreigabe oder einen Terminbuchungsprozess beeinflusst.

Wie der Einstieg in Digital Experience Monitoring gelingt

Unternehmen sollten zunächst die digitalen Journeys identifizieren, die für ihr Geschäft oder ihren öffentlichen Auftrag besonders relevant sind. Dazu gehören Kaufabschlüsse, Kontoeröffnungen, Schadenmeldungen, Buchungen, Antragsstrecken oder interne Self-Service-Prozesse. Im zweiten Schritt sollten Teams die wichtigsten Telemetriedaten zusammenführen. Dazu gehören unter anderem Real-User-Monitoring, synthetische Tests, Logs, Metriken, Traces und Topologieinformationen. 

Eine Observability-Plattform sollte Abhängigkeiten automatisch erkennen, Ursachen analysieren und Auswirkungen auf Nutzer und Geschäftsprozesse sichtbar machen. Drittens braucht es klare Verantwortlichkeiten. DEM ist eine gemeinsame Aufgabe von IT, DevOps, SRE, Support und Business. Nur wenn alle Teams mit einem gemeinsamen Datenkontext arbeiten, lassen sich Probleme schneller priorisieren und beheben.

Was ist Digital Experience Monitoring?

Digital Experience Monitoring (DEM) misst die tatsächliche Nutzererfahrung digitaler Services, etwa bei Login, Checkout oder Buchung. Es zeigt, wo Störungen entstehen, welche Nutzer betroffen sind und welche Auswirkungen sie auf Geschäftsprozesse haben. 

Digital Experience ist eine Führungsaufgabe

Digitale Erlebnisse sind heute ein messbarer Teil der Unternehmensleistung. Sie beeinflussen Umsatz, Effizienz, Kundenbindung, Servicequalität und Resilienz. Wer digitale Services nur technisch überwacht, erkennt Probleme oft zu spät oder ohne ausreichenden Kontext.

Digital Experience Monitoring schafft die Verbindung zwischen Nutzerperspektive, Systemzustand und Geschäftsauswirkung. In Kombination mit AI-driven Observability und automatisierter Ursachenanalyse wird daraus ein strategisches Steuerungsinstrument. Das Ziel ist nicht mehr nur, Störungen schneller zu beheben, sondern digitale Services so zu betreiben und weiterzuentwickeln, dass sie zuverlässig Geschäftswert liefern.

Digital ExperienceRoman Spitzbart 
ist VP Solutions Engineering EMEA bei Dynatrace. Er begleitet Unternehmen bei der Modernisierung ihrer IT-Operationen, beim Aufbau resilienter digitaler Services und beim Einsatz von AI-powered Observability in komplexen Cloud- und Hybridumgebungen. 

Bildquelle: Dynatrace

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