ERP-Trends 2024 unter der Lupe: Der Drang hin zum Cloud-ERP ist längst unaufhaltsam geworden. Die Zahl der Unternehmen, die ihr gesamtes ERP-System in die Cloud verlagern, nimmt laut Marktforschungsunternehmen jährlich um zwölf bis 15 Prozent zu – bei einem aktuellen Volumen zwischen 50 und 60 Milliarden US-Dollar.
(Bild: freepik)
Wichtigster Treiber ist die Tatsache, dass digitale Transformationsinitiativen oft die Technologie und Fähigkeiten von Cloud-ERP und die damit verbundenen Unternehmensanwendungsplattformen benötigen. Außerdem gewährleistet die multimandantenfähige Bereitstellung eines Cloud-ERP-Systems eine kontinuierliche vom Anbieter durchgeführte Verwaltung und Aktualisierung, sodass neue Technologien und Funktionen automatisch bereitgestellt werden.
Diese teils erheblichen Produktivitätsvorteile moderner Cloud-ERP-Funktionen verleiten immer mehr Unternehmen zur Migration ihres Systems.
Mit isoliertem ERP allein ist es längst nicht mehr getan
ERP in der Cloud ist nicht mehr nur reine Warenwirtschaft und -verwaltung, sondern vielmehr ein Ökosystem, das interne Stakeholder ebenso umfasst wie Kunden, Lieferanten und Partner. Moderne Cloud-ERP-Suiten laufen auf Basis von Enterprise Application Platforms – also Unternehmensanwendungsplattformen, oder kurz EAPs. Diese stellen die für die digitale Transformation erforderliche fortschrittliche Technologie überhaupt erst bereit. Daher ist ein Großteil der Produktivitätsgewinne, die durch Cloud-ERP erzielt wurden und werden, auf die Technologien und Fähigkeiten von EAPs zurückzuführen. In diesem Zusammenhang sind vier Aspekte entscheidend, die EAP-basierte Suites gegenüber herkömmlichen ERP-Lösungen herausstechen lassen.
ERP-Trends 2024: Diese Aspekte sollten Sie berücksichtigen
Kombinierbarkeit: Anpassungsfähig sein bedeutet, dass Endanwender neue Funktionen übernehmen und nutzen können, ohne dass ein IT-Team sie eigens installieren oder freischalten muss. Im Jahr 2024 wird die Kombinierbarkeit von Cloud-ERP-Funktionen und Lösungen zu einer Standardeigenschaft, da Power-User Low-Code/No-Code-Entwicklungs- und Integrationstools selbst und eigenständig nutzen können, um ihre ERP-Suite mit zusätzlichen Systemen und Anwendungen zu erweitern und zu integrieren. Dies ermöglicht es Unternehmen, neue Funktionen schnell zu übernehmen, ihre Prozesse zu rationalisieren und den Datenfluss zwischen separaten Systemen zu ermöglichen.
Künstliche Intelligenz und Machine Learning: In ihrem ursprünglichsten Sinn dienen ERP-Systeme der Erfassung von Daten und der Bereitstellung grundlegender Reportfunktionen. KI und ML erweitern diese grundlegenden Datenanalysefunktionen von ERP-Lösungen, indem sie große Mengen von Geschäftsdaten eigenständig sondieren, analysieren und in verwertbare Erkenntnisse umwandeln, ohne dass im Idealfall ein Mensch eingreifen muss. Nach dem Boom im letzten Jahr müssen wir davon ausgehen, dass KI-gestützte Analyse-, Datenvisualisierungs- und Analysetools statische Dashboards durch automatisiert generierte Ratschläge und „Was-wäre-wenn“-Funktionen ersetzen werden.
Hyperautomatisierung: Die Prozessanalyse-, Informationsverarbeitung und Automatisierungsfunktionen in EAPs haben es Unternehmen bereits jetzt ermöglicht, Routineaufgaben zu automatisieren, so dass die Benutzer mehr Zeit für komplexere Entscheidungen haben. Im Jahr 2024 wird die Kombination von KI/ML mit herkömmlichen Prozessautomatisierungsfunktionen darüber hinaus zu einer regelrechten Hyperautomatisierung führen, d. h. zur Automatisierung aller Aufgaben, die sich tatsächlich automatisieren lassen. Es mag noch einige Zeit dauern, bis ein vollständiger Zustand der Hyperautomatisierung erreicht ist, aber das geschäftliche Potenzial ist enorm. Mehrere Forschungsunternehmen prognostizieren, dass Unternehmen in den nächsten sieben Jahren 25 bis 30 Prozent ihrer Kosten nur durch Hyperautomatisierung einsparen können.
One Size Fits All kann es nicht länger geben
Unternehmen aus allen Branchen suchen vermehrt nach Cloud-ERP-Suiten, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Denn gleich, ob es um High-Tech-Fertigung, Lebensmittel- und Getränkeherstellung, Pharmazie, den Dienstleistungssektor oder die öffentliche Hand geht – sie alle haben ihre Standardprozesse genauso wie sehr spezifische Anforderungen, die erfüllt werden müssen, rechtlich, geschäftlich oder auch rein technologisch bedingt. Dazu sind branchenspezifische Cloud-ERP-Suiten bestens geeignet, da sie idealerweise alle Standard-Geschäftsprozesse schon von Werk an integriert haben.
ERP-Trends 2024: Weg vom KI-Hype
Und um zu einem der prägendsten Themen des vergangenen Jahres zurückzukommen: Das neue Jahr wird uns vom KI-Hype wegführen – in die harte, aber umso spannendere Realität. Denn noch steckt die die Technologie, zumindest teils, in den Kinderschuhen und ist noch auf unsortierte Datensätze und Informationen schlechter Qualität angewiesen. Die Ergebnisse können deshalb verzerrt und nicht objektiv sein. Generative KI hat also noch großes Entwicklungspotenzial, wird aber definitiv eine Rolle im Bereich ERP-Trends 2024 spielen.
Stand: 16.12.2025
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