Viele Unternehmen unterschätzen den Wert ihrer Daten für ESG-Reporting. Auch wenn sich Regulierungen wie CSRD oder CSDDD verzögern: Unternehmen, die jetzt Transparenz schaffen, können nicht nur ihre Pflichten erfüllen, sondern auch Prozesse optimieren und bessere Entscheidungen treffen.
(Bild: osapiens)
Die EU und die Bundesregierung haben eine Reihe von ESG-Verordnungen zum Schutz von Umwelt und Bevölkerung erlassen. Dazu gehören die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Entwaldungs- (EUDR) und die Lieferkettenverordnung (CSDDD). Die Regelungen verlangen von Unternehmen innerhalb kürzester Zeit offenzulegen, welchen Effekt sie auf Umwelt und Gesellschaft haben – und zwar über die gesamte Lieferkette hinweg. Für das ESG-Reporting müssen sie umfassende Daten erheben, Risiken bewerten und Maßnahmen zu deren Minderung ergreifen.
Alberto Zamora ist Co-Gründer und CEO von osapiens.
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Zuletzt wurde im Rahmen der sogenannten „Omnibius-Initiative“ der EU angestoßen, die Fristen der CSRD und der CSDDD zu verschieben. Vom Tisch sind die Nachhaltigkeitsvorgaben aber nicht. Sie kommen, wenn auch in angepasster Form. Die Verantwortlichen haben zwar mehr Zeit, sich vorzubereiten, stehen aber unter wachsendem Druck, den neuen Zeitplan einzuhalten. Wer jetzt vorbereitet ist, sichert sich nicht nur Compliance, sondern auch Transparenz, Effizienz und Resilienz. „Viele Unternehmen unterschätzen, wie wertvoll ihre Nachhaltigkeits-Daten sind – oft wollen sie nur ihre Pflichten erfüllen. Dabei können viele der Informationen auch genutzt werden, um Prozesse effizienter zu gestalten und datenbasiert bessere Entscheidungen zu treffen“, sagt Alberto Zamora, Co-Gründer und CEO von osapiens, dem Anbieter einer KI-basierten Plattform, die über 25 Lösungen zur Optimierung der operativen Effizienz und des nachhaltigen Wirtschaftens bietet.
Cloud-Plattformen schaffen Transparenz in veralteten Prozessen
Viele Unternehmen erfassen nicht genügend Daten, um das ESG-Reporting automatisiert erstellen zu können – genau darin liegt einer der größten Knackpunkte bei der Umsetzung der Regulierungen. Sie müssen zahlreiche Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfassen – von Emissionen über Lieferantendaten bis hin zu menschenrechtlichen Risiken. Doch diese Daten liegen oft verteilt, unstrukturiert und unvollständig in fragmentierten Systemen, was die Erhebung aufwändig und fehleranfällig macht.
Viele Unternehmen arbeiten noch mit Excel, E-Mails oder isolierten Tools – und verlieren so schnell den Überblick über ihre regulatorischen Pflichten. Die Folge: hoher Aufwand und steigendes Risiko. Cloud-basierte Plattformen schaffen hier Abhilfe. Sie bündeln alle ESG-relevanten Prozesse auf einer zentralen, modularen Lösung – mit automatisierten Workflows, Echtzeitdaten und einer gemeinsamen Datenbasis für alle Beteiligten. So entsteht Transparenz, und aus Pflicht wird Potenzial: für Effizienz, Resilienz und strategischen Mehrwert.
ESG-Reporting: Entlastung durch automatisierte Datenerfassung
Ein besonders herausforderndes Beispiel ist die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Sie verpflichtet Unternehmen, die bestimmte Rohstoffe wie Kautschuk, Kaffee, Kakao oder Holz in der EU vermarkten, nachzuweisen, dass diese Produkte nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen. Dafür müssen Unternehmen ihre Lieferketten bis zum Ursprungsort des Rohstoffs transparent machen – inklusive Geodaten, Erntezeitpunkten und rechtlichen Nachweisen aus dem Ursprungsland. Komplexe Anforderungen, die nur mit einer strukturierten Herangehensweise und hochwertigen Daten entlang der gesamten Lieferkette erfüllt werden können. Genau hier setzen moderne ESG-Plattformen an: Sie ermöglichen es, alle verfügbaren Prozesse – von der Datenerhebung über die Risikobewertung bis zur Dokumentation – so weit wie möglich zu automatisieren.
Plattform statt Tool-Wirrwarr: Integration als Effizienzhebel
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Unternehmen mehrere Lösungen parallel einsetzen, die auf unterschiedliche Anforderungen an das ESG-Reporting spezialisiert sind. Das führt zu redundanten Prozessen und heterogenen Datenbeständen. Eine Plattformlösung beseitigt diese Ineffizienzen und macht die erfassten Daten mehrfach nutzbar. CO₂-Daten aus dem Klimamanagement können beispielsweise direkt in den Nachhaltigkeitsbericht einfließen oder für die Bewertung in der EU-Taxonomie genutzt werden.
Einige Anbieter setzen auf einen modularen Ansatz, der hohe Integrationskosten vermeidet. Unternehmen können so nach Bedarf skalieren, ohne für jede neue Anforderung eine passende Lösung von Grund auf entwickeln zu müssen. Mit einer Cloud-Lösung verändern sich allerdings auch Organisationen. Die richtige Lösung macht ESG-Daten strategisch nutzbar und hilft, Prozesse gezielt zu optimieren. Wer seine Daten richtig einsetzt, erfüllt nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern zieht einen echten Mehrwert für sein Geschäftsmodell.
ESG-Reporting: Mit Daten zum Wettbewerbsvorteil
Die Regulierungen zum ESG-Reporting kommen – und sie bringen mehr als nur Pflichten. Auch wenn Fristen verschoben und Schwellenwerte angepasst wurden, ist das kein Grund zum Abwarten. Unternehmen, die heute in die richtigen Tools investieren und ihre ESG-Daten strategisch nutzen, gewinnen mehr als Rechtssicherheit: Sie gewinnen Transparenz, Effizienz und Entscheidungsstärke – und damit einen echten Wettbewerbsvorteil. Eine integrierte Plattformlösung reduziert Komplexität, vermeidet redundante Prozesse und hilft, regulatorische Anforderungen als Motor für Optimierung und Wachstum zu nutzen.
Stand: 16.12.2025
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