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Sicherheitsarchitektur

IT-Sicherheitsstrategie: Warum separierte Tools zum Desaster führen

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IT-Sicherheitsstrategie: Vektorübergreifend statt isoliert

Den Unterschied macht die Reichweite der Korrelation. Die XDR-Komponente von TrendAI Vision One beispielsweise analysiert Endpunkte, E-Mail und Cloud im Zusammenhang und deckt Angriffsmuster auf, die bei getrennter Betrachtung unsichtbar blieben. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei gemeinsam genutzte virtuelle Desktop-Umgebungen, wie sie viele Unternehmen heute in der Cloud betreiben: Dort können sich Bedrohungen unter Umständen auf mehrere Nutzer gleichzeitig auswirken. Plattform-Technologie ersetzt in solchen Konstellationen keine Implementierungserfahrung, sondern setzt sie voraus.

Der Konsolidierungseffekt lässt sich auch wirtschaftlich beziffern. Wenn Unternehmen im Rahmen ihrer IT-Sicherheitsstrategie E-Mail-Security, Endpunktschutz und XDR-Plattform-Komponenten zusammenführen, sinkt der operative Aufwand in der Praxis– bei gleichzeitig höherer Sicherheit. Der Wegfall multipler Einzel-Dashboards entlastet IT-Teams spürbar, weil alle relevanten Informationen in einer Konsole zusammenlaufen. Ein naheliegender nächster Schritt ist die Erweiterung um Netzwerksicherheit als vierten Vektor, um auch hier Telemetriedaten in dieselbe Korrelation einzuspeisen.

Wenn die Plattform selbst reagiert

Erkennung allein reicht nicht – die Geschwindigkeit der Reaktion entscheidet über das Ausmaß des Schadens. Identifiziert die Plattform ein Risiko, kann sie anhand definierter Regeln automatisiert Gegenmaßnahmen auslösen, etwa Phishing-Mails isolieren oder kompromittierte Konten sperren. Standardisierte Abläufe laufen automatisch, während sich Analysten auf komplexe Fälle konzentrieren. Das SOC wandelt sich damit von einer reaktiven Alarmzentrale zu einer Instanz, die aktiv in Abwehrprozesse eingreift.

FAQ: IT-Sicherheitsstrategie

Was ist die Herausforderung von einzelnen Tools, wie bei einer Firewall?

Einzellösungen prüfen jeweils einen einzigen Vektor: Bei einer Firewall beispielsweise Regeln, bei einem Endpoint-Tool Endpunkte – doch keines dieser Lösungen sieht den Zusammenhang zum jeweils anderen System. Erst die Korrelation dieser Datenquellen, wie im Abschnitt zur vektorübergreifenden Analyse beschrieben, liefert ein vollständiges Bild der Bedrohungslage.

Was unterscheidet einen Risiko-Score von einer klassischen Sicherheitskennzahl?

Ein Risiko-Score bewertet nicht nur den Ist-Zustand, sondern zeigt auch, welche Maßnahmen ihn wie stark verbessern würden. Diese Logik lässt sich zudem direkt für die Budgetplanung nutzen. 
Klassische Kennzahlen wie „Anzahl der Schwachstellen“ oder „Mean Time to Detect“ bleiben statisch; ein dynamischer Score hingegen macht Sicherheit steuerbar.

Warum wird Schatten-KI zum Sicherheitsrisiko?

Weil sie außerhalb etablierter Prozesse entsteht und der IT oft unbekannt bleibt. Die Zahlen aus dem Abschnitt zum KI-Vektor belegen das Ausmaß: 70 Prozent der Unternehmen geben KI-Projekte trotz Sicherheitsbedenken frei, nur 41 Prozent haben umfassende Richtlinien. Schatten-KI bedeutet unkontrollierte Datenflüsse, ungeprüfte Modelle und unbekannte Angriffsflächen – ein blinder Fleck, der wächst, solange KI-Nutzung nicht zentral erfasst wird.

IT-Sicherheitsstrategie: Der neue Vektor heißt KI

So weit die etablierten Vektoren Endpoint, E-Mail, Cloud und Netz. Parallel entsteht jedoch eine Angriffsfläche, die viele Unternehmen noch nicht im Blick haben: ihre eigenen KI-Systeme. Eine aktuelle Studie von TrendAI zeigt, dass 70 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Projekte trotz bestehender Sicherheitsbedenken freigegeben haben. Nur 41 Prozent verfügen über umfassende Richtlinien für den sicheren KI-Einsatz. Allein 2025 wurden mehr als 2.100 neue KI-bezogene Schwachstellen dokumentiert, besonders betroffen sind agentische Systeme und neue Schnittstellen wie MCP-Server.

Für Verantwortliche der IT-Sicherheitsstrategie bedeutet das: Die Plattform muss nicht nur Endpoint, Cloud und Netzwerk korrelieren, sondern auch erkennen, welche KI-Anwendungen im Unternehmen überhaupt laufen. Genau hier setzt Cyber Risk Exposure Management an – es ordnet neu entstehende KI-Risiken, etwa Schatten-KI oder riskante Datenflüsse, in den Gesamtkontext der Angriffsfläche ein, bevor daraus ein konkreter Vorfall wird.

Wer 2026 bei der IT-Sicherheitsstrategie auf Konsolidierung statt auf Einzellösungen setzt, gewinnt vor allem eines: Zeit. Zeit zwischen Erkennung und Reaktion, Zeit für das eigene Team, Zeit, um Investitionen gegenüber der Geschäftsleitung zu begründen. Dieser Ansatz der IT-Sicherheitsstrategie funktioniert nicht nur für Konzerne, sondern gerade für Unternehmen mit knappen Ressourcen. Der nächste Schritt liegt bei jedem Unternehmen selbst: den eigenen Flickenteppich ehrlich zu kartieren, bevor dies ein Angreifer macht.

IT SicherheitsstrategieRichard Werner
ist Business Consultant bei TrendAI, dem Enterprise-Geschäftsbereich von Trend Micro.

Bildquelle: Trend Micro

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