Schwierige Aufklärung der Vorfälle mit KI-Assistenten
Die Aufklärungsfähigkeit hinkt der Realität hinterher: Wenn KI-bezogene Vorfälle auftreten, tun sich viele deutsche Unternehmen schwer, diese aufzuklären. Nur 32 Prozent der Befragten in Deutschland fühlen sich vollständig auf die Untersuchung eines Vorfalls mit KI-Assistenten oder -Agenten vorbereitet, und 38 Prozent berichten von Schwierigkeiten bei der kanalübergreifenden Korrelation von Bedrohungen. Wenn sich KI-Aktivitäten über E-Mail, Collaboration-Plattformen und Cloud-Systeme erstrechen, lassen sich Vorfälle nur aufklären, wenn alle vernetzten Umgebungen durchgängig einsehbar sind. Davon sind viele Unternehmen in Deutschland noch weit entfernt.
Tool-Wildwuchs ist ein strukturelles Hindernis: Die Fragmentierung der Sicherheitslandschaft verschärft die Herausforderung, schränkt die Übersicht ein und verlangsamt die Reaktionsfähigkeit. Das ist gerade dann problematisch, wenn sich Vorfälle mit Maschinengeschwindigkeit über Systeme hinweg ausbreiten. 84 Prozent der deutschen Unternehmen empfinden die Verwaltung mehrerer Sicherheits-Tools als mindestens mäßig herausfordernd und 27 Prozent beschreiben sie als sehr oder extrem schwierig. Als Hauptprobleme nennen die Befragten in Deutschland die schwierige kanalübergreifende Korrelation von Bedrohungen (38 Prozent), den Kostendruck im operativen Betrieb (36 Prozent) sowie den hohen Anteil manueller Arbeit (33 Prozent).
Die Cybersicherheitsplattform von Proofpoint schützt die Interaktionen von Mitarbetern und KI-Assistenten.
(Bild: Proofpoint)
Sicherheitsarchitektur wird mit zunehmender KI-Skalierung zur strategischen Priorität: 50 Prozent der deutschen Unternehmen arbeiten aktiv an der Konsolidierung von Anbietern und Tools und 42 Prozent sind überzeugt, dass eine einheitliche Plattform wirkungsvoller ist als Einzellösungen. In den kommenden 12 Monaten planen 55 Prozent der Unternehmen in Deutschland, ihre KI-Schutzmaßnahmen auszubauen, 55 Prozent wollen die Absicherung ihrer Collaboration-Kanäle erweitern und 36 Prozent erwarten, auf einen einheitlichen Plattform-Ansatz umzusteigen.
Bewährte Kontrollen auch auf KI-Assistenten anwenden
„KI birgt zwar neue Risiken, etwa Prompt Engineering – doch der weitaus größere Effekt ist die Verstärkung altbekannter Probleme. Nicht vertrauenswürdigen Code auszuführen, sensible Daten falsch zu handhaben und die Kontrolle über Zugangsdaten zu verlieren – das sind dieselben Herausforderungen, die Menschen seit Jahrzehnten verursachen. KI führt sie nun mit Maschinengeschwindigkeit und in großem Maßstab aus“, erklärt Ryan Kalember.
„Wenn Unternehmen der KI die Erlaubnis erteilen, in ihrem Namen zu handeln – gegenüber Kunden, Partnern oder internen Systemen –, wächst der Wirkungsradius jedes einzelnen Fehlers dramatisch. Die Antwort liegt nicht darin, KI als neuartige Bedrohungskategorie zu behandeln, sondern darin, bewährte, strenge Kontrollen konsequent auf alles anzuwenden, was KI berührt, ausführt und als was sie sich authentifizieren darf. Unternehmen, die dieses Fundament frühzeitig legen, können ihren KI-Einsatz ruhigen Gewissens ausbreiten. Alle anderen automatisieren lediglich ihre eigene Angriffsfläche.“
Zur Methodik der Studie: Der Report „AI and Human Risk Landscape“ bietet einen Überblick, wie Unternehmen KI-Assistenten und KI-Tools einführen und mit den damit verbundenen Sicherheitsrisiken umgehen. Die Studie untersucht den Reifegrad der KI-Implementierung, die Wirksamkeit von Kontrollen, Erfahrungen mit Sicherheitsvorfällen, die Exposition über Collaboration-Kanäle hinweg sowie die Aufklärungsfähigkeit – vor dem Hintergrund, dass KI-Assistenten und autonome Agenten zunehmend fester Bestandteil von Unternehmensabläufen werden.
Stand: 16.12.2025
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Für den Report wurden im Januar 2026 mehr als 1.400 hauptberufliche Sicherheitsexperten aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen befragt. Die Befragten stammten aus 20 Branchen in folgenden Ländern: Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Singapur, Spanien, USA und die VAE. Proofpoint Inc. ist Anbieter von Lösungen, die in Unternehmen die Verbindung von Menschen, Daten und KI-Agenten über E-Mail, Cloud und Collaboration-Tools hinweg schützt.