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Serie: KI-Technologie aus China

KI-Offensive von China: KI-Nutzung für Wetter und Umwelt – Teil 30

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KI-Nutzung: Umweltüberwachung wird automatisiert

Auch in der Umweltüberwachung setzt China zunehmend auf die KI-Nutzung von Plattformen. Alibabas ursprünglich für Verkehrssteuerung entwickelte City-Brain-Technologie wird beispielsweise zur Echtzeitüberwachung von Feuchtgebieten und Wasserläufen eingesetzt. Drohnen und Sensoren können illegale Baggerarbeiten oder ungewöhnliche Farbveränderungen des Wassers erkennen.

Im industriellen Bereich wurde Tianrong Environment auf Basis des Pangu-Modells von Huawei  speziell für Luftqualitätsprognosen entwickelt. Nach Angaben der Entwickler verkürzt sich die Rechenzeit von rund zehn Stunden auf 25 Minuten, während sich der präzise Prognosezeitraum von drei auf sieben Tage verlängert.

Noch unmittelbarer zeigt sich das Automatisierungspotenzial in der Umweltverwaltung. In der Taizhou Bay New Area reduziert eine auf DeepSeek basierende Plattform bestimmte betriebliche Umweltprüfungen von etwa einem Monat auf wenige Minuten. Das chinesische Ministerium für Ökologie und Umwelt beziffert zugleich mögliche Einsparungen beim KI-gestützten Biodiversitätsmonitoring auf bis zu 90 Prozent des bisherigen Personalaufwands. Großmodelle werden außerdem eingesetzt, um manipulierte Abgasuntersuchungen und illegale Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge aufzuspüren.

Was Europa übernehmen kann

Für europäische Anwender liegt der interessante Teil dieser Entwicklung nicht in einer pauschalen Entscheidung für oder gegen chinesische KI. Vielmehr müssen einzelne Technologien nach Nutzen, Offenheit und Kritikalität differenziert betrachtet werden. Offene Forschungsmodelle für Wetter- und Extremereignisprognosen können vergleichsweise einfach getestet werden. Voraussetzung ist eine systematische Open-Source-Governance. Lizenzen und IP-Rechte müssen ebenso geprüft werden wie Herkunft und Nutzungsbedingungen der Trainings- und Referenzdaten. Modellversionen, Konfigurationen und Dokumentationen sollten revisionssicher archiviert und die Prognosequalität anhand europäischer regionaler Daten empirisch validiert werden.

Besonders attraktiv dürfte ein hybrider Ansatz sein: chinesische Modelle als zusätzliche Prognose- oder Benchmarkingebene, kombiniert mit europäischen Daten, Infrastruktur und Fachmodellen. Wo möglich, sollten offene Modelle auf eigener oder europäischer Infrastruktur betrieben werden. Bei chinesischen Cloud-Diensten sind Datenstandort, Subprozessoren, Fernzugriffe und mögliche Abhängigkeiten besonders sorgfältig zu prüfen.

Bei Anwendungen, die aus Wetter- oder Umweltdaten konkrete Entscheidungen ableiten, kommt Human in the Loop als ein weiteres Prinzip hinzu. KI kann große Datenmengen auswerten, Szenarien berechnen und Handlungsmöglichkeiten priorisieren. Die Verantwortung für sicherheitskritische Entscheidungen sollte jedoch bei qualifizierten Fachleuten bleiben.

KI Nutzung Hans Joachim Fuchs ChinabrandDr. Hans Joachim Fuchs
ist geschäftsführender Gesellschafter der Chinabrand IP Consulting GmbH.

Bildquelle: Chinabrand

KI Nutzung Lili YangDr. Lili Yang
ist Senior Consultant bei der Chinabrand IP Consulting GmbH.

Bildquelle: Chinabrand

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