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KI-Technologie aus China – Teil 38

KI-Offensive von China: KI-Agenten als neue Angriffswaffe

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Forensik und analoge Ermittlungen in China

Die chinesische Regierung verfolgt Cyberkriminalität konsequent. Doch ein technischer Befund erklärt nicht automatisch, wer hinter einem Angriff steckt. Bei einem Vorfall sollte digitale Forensik deshalb durch Ermittlungen in der analogen Welt ergänzt werden. Dazu gehört die Prüfung von Personen, Berechtigungen, Dienstleistern und betrieblichen Abläufen. Gespräche mit Beschäftigten, die Prüfung von Wartungsaufträgen und die Rekonstruktion von Zugangsfreigaben können klären, wer einen Fernzugang eingerichtet hat, ob ein Dienstleister dazu berechtigt war und welche Daten tatsächlich zugänglich waren. Technische Spuren und organisatorische Feststellungen sollten zu einer nachvollziehbaren Zeitleiste zusammengeführt werden.

Auch externe Hacker hinterlassen analoge Spuren in ihrem persönlichen und geschäftlichen Umfeld, die Ansatzpunkte für Ermittlungen bieten können. Hinter Cyberangriffen stehen immer konkrete Gruppen, Personen, Gebäude, IT-Tools, Netzwerke und Organisationen in der analogen Welt, die durch verdeckte Ermittlungen vor Ort eventuell aufgeklärt werden können. Typische Ermittlungsansätze sind die Vorselektion wahrscheinlicher Angreifer-Cluster (z.B. Wettbewerber, Forschungseinrichtungen, Behörden) aufgrund des gesuchten spezifischen Wissens, die Identifikation regionaler Spots, die verdeckte Nachfrage von Ermittlern nach Anbietern eines bestimmten Know-hows oder die Suche nach einem spezifischen Know-how in sozialen Netzwerken oder im Darknet.

Infokasten einbauen: Cyberangriffe per KI-Agenten

Ein aktueller Fall aus Südkorea verdeutlicht, wie Hacker agentische KI bereits in operative Cyberangriffe integrieren. Zwischen Ende September und Anfang Oktober 2026 wurden mehrere südkoreanische Finanzinstitute angegriffen. Nach Erkenntnissen des US-Sicherheitsunternehmens CrowdStrike Intelligence setzte ein vermutlich chinesischsprachiger Angreifer dabei KI-Agenten ein. Bei einer Bank drang er in ein System zur Abfrage des Bearbeitungsstands von Krediten ein, bei einer anderen kompromittierte er eine mobile Anwendung zur Arbeitsunterstützung der Mitarbeiter.

Die Analyse öffentlich zugänglicher Verzeichnisse auf vom Angreifer kontrollierten Systemen ermöglichte CrowdStrike ungewöhnlich detaillierte Einblicke in die technische Durchführung der Angriffe. Sichergestellte Sitzungsprotokolle, Konfigurations- und Speicherdateien belegten den Einsatz von ARTEX, einem in China entwickelten Open-Source-Framework für agentenbasierte Penetrationstests. In Verbindung mit großen Sprachmodellen (LLMs) nutzte der Angreifer dieses Werkzeug ergänzend zu konventionellen Angriffstechniken.

Der Fall zeigt, wie sich klassische Cyberangriffe durch agentische KI beschleunigen und skalieren lassen. Anstatt sämtliche Angriffsschritte manuell auszuführen, können Angreifer einzelne Aufgaben an KI-gestützte Werkzeuge delegieren und mehrere Ziele innerhalb kurzer Zeit bearbeiten. CrowdStrike wertet die Vorfälle als Beispiel für die zunehmende Integration agentischer KI in die Angriffspraxis. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Fähigkeiten offenbar nicht nur staatlich unterstützten Hackergruppen, sondern auch finanziell motivierten Cyberkriminellen zur Verfügung stehen.

KI AgentenDr. Hans Joachim Fuchs 
ist geschäftsführender Gesellschafter der Chinabrand IP Consulting GmbH.

Bildquelle: Chinabrand

KI AgentenDr. Yang Song
ist Senior Consultant bei der Chinabrand IP Consulting GmbH.

Bildquelle: Chinabrand

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