In Zeiten des Wettbewerbsdrucks und geopolitischer Spannungen ist es notwendig, dass Prozesse entlang der gesamten Lieferkette reibungslos funktionieren. Ein Großteil der Lieferketten wird jedoch immer noch durch ein fragmentiertes Ökosystem von Legacy-Lösungen betrieben, deren Geschäftsprozesse nicht miteinander kompatibel sind.
(Bild: Annika/Adobe Stock)
Datengestützte, interoperable Supply-Chain-Lösungen sorgen für transparente, resiliente Wertschöpfungsketten und beseitigen Störungen automatisiert über das gesamte Ökosystem hinweg. Dieser Gastbeitrag beschreibt, wie sich die Lieferkette auf Basis Cloud-nativer Supply-Chain-Lösungen durchgängig digitalisieren und stärken lassen.
In Zeiten globalen Wettbewerbsdrucks sind reibungslose Prozesse entlang der gesamten Lieferkette ein zentrales Erfolgskriterium. Eine schwankende Inflation sowie geopolitische Spannungen können Lieferketten jedoch empfindlich beeinträchtigen und die Produktivität, Nachhaltigkeit und Rentabilität von Unternehmen gefährden. Mittels interoperabler Supply-Chain-Lösungen, die das Planungs- und Ausführungsmanagement über das gesamte Ökosystem hinweg koordinieren und optimieren, wird es für Unternehmen nun möglich, Störungen rechtzeitig zu erkennen, automatisiert zu bewältigen und die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferkette wesentlich zu stärken.
Fragmentiertes Ökosystem der Lieferkette überwinden
Hersteller, Logistikunternehmen, Zulieferer und Einzelhändler, welche die immer heftigeren, oft unerwartet auftretenden Marktschwankungen in der Lieferkette abfedern müssen, stehen vor keiner leichten Aufgabe. Denn immer noch werden die meisten Lieferketten durch ein fragmentiertes Ökosystem von Legacy-Lösungen betrieben oder arbeiten mit isolierten Geschäftsprozessen, die weder ineinander greifen noch kompatibel sind. Die Folge sind Kommunikationspannen und schwerfällige Arbeitsabläufe, was, vor allem wenn Bereiche wie Planung, Transport, Lager, E-Commerce und Abwicklung der letzten Meile involviert sind, Bestandsverluste, hohe Kosten und Umsatzeinbußen nach sich ziehen kann.
Damit Unternehmen in turbulenten, unsicheren Zeiten mit den richtigen Entscheidungen unmittelbar auf Marktschwankungen reagieren können, ist es wichtig, Daten schnell und möglichst in Echtzeit zu verarbeiten. Viele Unternehmen stellt das jedoch vor große Herausforderungen, denn die Daten sind in der Regel über die gesamte Lieferkette verteilt und decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Veredelung bis hin zur Belieferung von Endkunden ab.
Lieferkette: Mehr Transparenz mit digitalen Echtzeitzwillingen
Um Prozesse entlang der Wertschöpfungskette vollständig zu erfassen und die Durchlaufzeiten system- und abteilungsübergreifend zu verkürzen, bedarf es Lösungen, die sämtliche Beschaffungs-, Produktions-, Logistik- und Netzwerkstrategien in einem einzigen Betriebssystem bündeln und Prozesse, Systeme und Daten nahtlos miteinander verbinden. Auf diese Weise entsteht eine Art intelligenter und skalierbarer digitaler Zwilling der gesamten Supply-Chain, der Entscheidern einen transparenten Überblick über die Abläufe in der Lieferkette verschafft und sie dabei unterstützt, diese besser zu verstehen, Störungen vorherzusagen und den Gesamtprozess zu optimieren. Auf dieser Basis können Unternehmen dann fundierte Entscheidungen treffen, die als Grundlage für die Entwicklung zukunftsfähiger Strategien dienen.
Entlang der Supply-Chain werden täglich große Datenmengen erfasst, gespeichert, gefiltert und analysiert. Da Unternehmen die Daten in der Regel über verschiedene Lösungen verteilen und eine große Zahl von Anwendern auf die Daten zugreift, sind Fehler vorprogrammiert, die von Doppelarbeit, über redundante Prozesse, bereits überholte Daten bis hin zu verschwendeten Ressourcen reichen.
Innovative, Cloud-native Supply-Chain-Lösungen schaffen hier Abhilfe. Statt Informationen auf verschiedene Lösungen zu verteilen oder aus unterschiedlichen Quellen mit Daten versorgt zu werden, führen Cloud-native Lösungen alle für die Lieferkette erforderlichen Daten an einem zentralen Repository zusammen, auf das sämtliche Anwender gemeinsam zugreifen. So ist sichergestellt, dass jeder Nutzer nur mit den jeweils aktuellen Daten arbeitet und sie am richtigen Ort zur richtigen Zeit bereitstellt. Der gemeinsame Zugriff macht nicht nur die Nutzung sicherer, schneller und einfacher, er führt auch zu reduzierten Latenzzeiten, etwa bei Entscheidungsfindungen. Durch die synchronisierte Datenaufbereitung lassen sich die Plattformen zudem über Workflows, Datenmodelle und Funktionen hinweg Upgrade sicher erweitern, was die Ausfallsicherheit der Lieferkette deutlich erhöht.
Für das Erstellen von präzisen Prognosen und fundierten Entscheidungen eignen sich kognitive Technologieplattformen, die mittels nachfragespezifischer Variablen und patentierter ML-Modelle Risiken und Chancen in Bezug auf Nachfrage oder Angebot automatisiert erkennen. Die Verantwortlichen definieren dafür zu Beginn eines Projektes mehrere Alternativ-Szenarien und legen deren Grenzen und Ziele fest. Fortschrittliche Algorithmen brechen den Problemumfang selbstständig auf eine logische Reihe von realisierbaren Szenarien herunter, die eine eingebettete, prädiktive KI auswertet und ein Modell vorschlägt, das die Unternehmensziele optimal unterstützt. Allein durch diese KI/ML-gestützten Szenario-Planung lässt sich der durchschnittliche Zeitaufwand von Stunden oder Tagen auf wenige Minuten reduzieren und räumt Projektverantwortlichen mehr Zeit ein, sich auf wichtige, strategische Aufgaben zu konzentrieren.
Stand: 16.12.2025
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Interoperabilität durch Composable Microservices
Interoperable Supply-Chain-Lösungen verfügen idealerweise über eine Composable-Microservice-Architektur, die es Unternehmen erlaubt, flexibel mit einer großen Zahl unterschiedlicher Anwendungen zu arbeiten. Die Grundlage einer derartigen Architektur bilden sogenannte Microservices, eine Methode, bei der eine Anwendung in kleine, in sich geschlossene Dienste zerlegt wird. Diese sind in einer beliebigen Sprache geschrieben und kommunizieren über leichtgewichtige Protokolle. Mit den unabhängigen Microservices lassen sich iterative Entwicklungsprozesse implementieren und Funktionen flexibel erstellen und aktualisieren.
Es ist möglich, sie nahtlos auch in bereits vorhandene Workflows anderer Lösungen zu integrieren oder mit Anwendungen anderer Lösungen zu vernetzen. Passende Komponenten werden automatisiert ausgewählt und zu einer Anwendung zusammenfügt. Mit dem flexiblen Composable-Ansatz können sich Nutzer zudem sicher sein, dass ihr aktuelles Anwendungs-Stack auch in Zukunft durch neue Features erweiterbar ist. Es ist davon auszugehen, dass Composable Journeys monolithische Projekte in den nächsten Jahren zunehmend ersetzen, da sie über einen wichtigen Vorteil verfügen: Ihre Implementierungspfade sind auf die individuelle Vision und das Budget des Kunden passgenau zugeschnitten und werden beispielsweise nur in Phasen eingeführt, in denen eine schnellere Wertschöpfung möglich ist.
Interoperable Supply-Chain-Lösungen werden, nicht zuletzt wegen der fortlaufenden Datensynchronisation, das bisherige fragmentierte, nicht durchgängig digitalisierte Lieferketten-Ökosystem zunehmend ersetzen. Durch die nahtlose und autonome Zusammenarbeit über das gesamte Ausführungsnetzwerk hinweg erhalten Unternehmen transparente, resiliente Lieferketten sowie eine höhere Effizienz. Durch Beobachtung und Entscheidungsfindung in Echtzeit sowie einer verbesserten prädiktiven Analytik, können Unternehmen Störungen leichter vorhersehen und automatisiert bewältigen.
Unternehmen können beispielsweise Aufträge bei Lieferengpässen nahtlos umverteilen, durch das Erstellen iterativer Optimierungslasten Störungen im Lager bewältigen oder den optimalen Weg zur Erfüllung eines Auftrags bestimmen, selbst wenn dieser von mehreren Knotenpunkten stammt. Auf diese Weise entsteht eine sehr große operative Stabilität und Zuverlässigkeit, vor allem auch, weil Störungen in Kernbereichen wie Bestellung, Lager, Transport oder Ressourcen weitgehend wegfallen.
Von den interoperablen Supply-Chain Lösungen profitieren vor allem Branchen mit komplexen, weltweiten Lieferketten, beispielsweise Einzelhändler, Hersteller, Zulieferer oder Logistikdienstleister. Durch das datengestützte, vorausschauende Erkennen von Kaufverhalten und den Präferenzen der Kunden, können Unternehmen fundierte Entscheidungen über Bestandszuweisung, optimierte Auftragsabwicklung, Transportplanung und den Lagerbetrieb treffen und damit ihre Supply-Chain-Performance und auch ihr Betriebsergebnis signifikant verbessern.
Gabriel Werner ist Field CTO bei Blue Yonder. Er ist Experte für Supply-Chain-Management, Automatisierung und künstliche Intelligenz in der Lieferkette. Mit seinem Team deckt er die gesamte Wertschöpfungskette im SCM ab, von der Planung bis zur Steuerung. Vor seiner aktuellen Tätigkeit war er als Vice President Manufacturing für die DACH-Region und Vice President of Solutions Advisory für Blue Yonder in der EMEA-Region tätig. Blue Yonder ist Anbieter der digitalen Supply-Chain-Transformation. Einzelhändler, Hersteller und Logistikdienstleister nutzen die Lösungen, um ihre Lieferketten von der Planung über die Abwicklung und Lieferung bis hin zu Retouren zu optimieren.