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Supply-Chain-Management

Lieferkette: Wie Datenmanagement zu höherer Stabilität führt

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Lieferkette: Aus Daten passende Empfehlungen generieren

Wie kann Inform Unternehmen und Organisationen dabei unterstützen, komplexe Supply-Chain-Daten in verständliche Empfehlungen zu verwandeln? Und wie lässt sich dabei gewährleisten, dass Menschen und nicht Maschinen die finalen Entscheidungen treffen?

BH: Unser Ansatz ist, KI und mathematische Optimierung als Vorschlagsmaschine zu verstehen, nicht als Entscheider. Die Systeme verdichten komplexe Datenlagen zu klaren Handlungsoptionen und machen Zielkonflikte, etwa zwischen Servicegrad und Kapitalbindung, transparent. Entscheidend ist der Human-in-the-Loop-Ansatz: Der Mensch versteht die Empfehlung, kann Annahmen hinterfragen und trifft die finale Entscheidung. KI und Optimierung liefern die bestmögliche Entscheidungsgrundlage, den letzten Schritt macht der Mensch.

Welche Bedeutung spielen bei Prozessen im Supply-Chain-Management Ansätze wie Demand Planning, Bestandsoptimierung, S&OP und AI?

BH: Demand Planning, Bestandsoptimierung, S&OP und AI erfüllen unterschiedliche Aufgaben, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: bessere Entscheidungen in der Supply Chain. Demand Planning und Bestandsoptimierung helfen dabei, Bestände so zu steuern, dass Lieferfähigkeit und Kapitalbindung im Gleichgewicht bleiben. S&OP verbindet diese operativen Entscheidungen mit den strategischen und finanziellen Zielen des Unternehmens. Die Qualität dieser Prozesse hängt jedoch unmittelbar von der Qualität der zugrunde liegenden Daten und Prognosen ab. Genau hier schafft AI den größten Mehrwert. Sie erkennt Muster, verbessert Vorhersagen und liefert damit eine deutlich bessere Grundlage für Entscheidungen entlang der gesamten Supply Chain.

GlossaR

Explainable AI: Erklärbare künstliche Intelligenz macht nachvollziehbar, warum ein System eine bestimmte Empfehlung gibt. Sie zeigt, welche Daten, Einflussfaktoren und Annahmen relevant waren  und wo Unsicherheiten oder Grenzen der Berechnung liegen.

Human-in-the-loop: Dieses Prinzip bedeutet, dass AI Empfehlungen vorbereitet, der Mensch aber prüft, bewertet und final entscheidet. So bleibt technologische Unterstützung mit fachlicher Erfahrung und Verantwortung verbunden.

Demand Planning: Der Ansatz beschreibt die vorausschauende Planung künftiger Nachfrage. Dafür werden historische Daten, Marktinformationen, Kundenverhalten und aktuelle Signale kombiniert, um Bedarfe realistischer einzuschätzen.

S&OP: Sales and Operations Planning ist ein integrierter Planungsprozess, der Vertrieb, Produktion, Einkauf, Logistik und Finanzen zusammenbringt. Ziel ist ein gemeinsames Bild von Nachfrage, Kapazitäten, Risiken und Unternehmenszielen.

So gestalten Unternehmen eine resiliente Lieferkette

Abschließend wollen wir auf digitale Souveränität eingehen: Welche Strategie empfehlen Sie Unternehmen aus dem DACH-Raum, bei der Gestaltung der Lieferkette unabhängiger und resilienter zu werden?

BH: Mir ist wichtig, mit einem Missverständnis aufzuräumen: Digitale Souveränität bedeutet nicht Isolation, sondern Handlungsfähigkeit. Ein Unternehmen ist dann digital souverän, wenn es seine kritischen digitalen Fähigkeiten versteht, kontrolliert und im Zweifel auch ersetzen kann. Das betrifft Daten, KI, Algorithmen, Cloud-Infrastruktur, Schnittstellen, Sicherheit, aber genauso Beschaffung und vor allem Know-how und Talente. Nur weil eine US-Cloud-Lösung in einem deutschen Rechenzentrum gehostet wird, ist sie deshalb noch nicht souverän. Entscheidend ist, wer die Technologie tatsächlich kontrolliert, wer sie administriert, wer im Zweifel Zugriff durchsetzen kann, und wie realistisch ein Wechsel zu einer Alternative überhaupt ist, wenn es nötig wird.

Für Unternehmen im DACH-Raum heißt das konkret: stärker auf den europäischen und deutschen IT-Mittelstand setzen, der enorme Fachexpertise und Innovationskraft mitbringt. Gerade im Zeitalter von AI wird der Erfolg denen gehören, die technologische Exzellenz mit echtem Branchenwissen verbinden. Und genauso wichtig ist die Umsetzung in der Beschaffung selbst: klare Kriterien und transparente Lieferketten bei Einkaufsentscheidungen anzulegen, statt automatisch beim größten globalen Anbieter zu landen. Es geht am Ende nicht um digitale Symbolik, sondern um echte digitale Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung.

Lieferkette Stefan GirschnerStefan Girschner
ist Redakteur bei Digital Business - Expertenmagazin für digitale Transformation.

Bildquelle: Stefan Girschner

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