Ältere Mitarbeiter sind in Tech-Unternehmen oftmals unterrepräsentiert. Doch altersdiverse Teams sind produktiver. Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer fördern und altersgemischte Talente erfolgreich an sich binden, sind im Vorteil. Bei deren Weiterbildung spielen Online-Plattformen eine wichtige Rolle.
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Weiterbildungsprogramm: Es war Mark Zuckerberg, der 2007 vor angehenden Unternehmer der Stanford University betonte, dass junge Leute einfach schlauer seien und „wie wichtig es ist, jung und technisch versiert zu sein“. Diese Aussage prägt die Tech-Branche bis heute: Jugend wird gleichgesetzt mit technischer Expertise, „alt“ heißt hingegen, technisch ungebildet zu sein. Diese negative Korrelation zwischen Alter und technischen Fähigkeiten hat nachweislich Auswirkungen auf die Beförderung, Bindung und Einstellung älterer Mitarbeiter: Laut der Visier Insights-Datenbank werden Arbeitnehmer in der Tech-Branche nach dem 36. Lebensjahr seltener befördert. Eine Folge ist, dass weniger als sieben Prozent der professionellen Entwickler 45 Jahre oder älter sind.
Weiterbildung ist der Schlüssel
Vor dem Hintergrund des massiven weltweiten Fachkräftemangels sind die Folgen von Zuckerbergs Behauptung, nämlich die Ausgrenzung älterer Generationen, allerdings besonders dramatisch. Denn zweifelsohne besteht eine Kluft zwischen den Babyboomern, der Generation X, den Millennials und der Generation Z: So berichten in Deutschland immerhin 22 Prozent der Arbeitnehmer von Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz. Zudem befürchten laut Indeed 43 Prozent der Arbeitnehmer, ihren Arbeitsplatz aufgrund ihres Alters zu verlieren. Und während sich unzählige Technologieunternehmen bemühen, ihr Personalproblem durch Investitionen in junge, diverse Talente zu lösen, haben viele nicht erkannt, wie wichtig es ist, die technischen Fähigkeiten all ihrer Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln.
Die zentrale Frage muss daher also lauten: Wie können Unternehmen ältere Arbeitnehmer fördern und altersgemischte Talente an sich binden? Die klare Antwort darauf lautet Weiterbildung. Vor dem Hintergrund, dass laut Bitkom allein die Anzahl freier Stellen für IT-Fachkräfte 2021 in Deutschland auf 96.000 gestiegen ist, wäre es fatal, wenn Unternehmen das Potenzial von Weiterbildung nicht nutzen. Sie ist ein zentraler Schlüssel für die Zukunft der Tech-Branche. Um die Qualifikationslücke zu schließen aber auch, um die Kluft zwischen den Generationen zu überbrücken, sind Unternehmen daher gefordert nicht nur jungen, sondern auch älteren Mitarbeiter Wachstumschancen zu bieten. Und zwar mittels umfassender Weiterbildungsprogramme.
Weiterbildungsprogramm: Online-Plattformen für digitale Talentförderung nutzen
Um der heutigen hybriden Arbeitsrealität gerecht zu werden, spielen Online-Plattformen wie Udacity eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung und Förderung von Talenten. Beispielsweise bieten sie Kurse zu technischen Kernkompetenzen an, die mit realen Projekten kombiniert werden. Zielsetzung ist es, Menschen jeden Alters mit heute gefragten Fähigkeiten auszustatten. Aber Weiterbildungsprogramme befähigen die vorhandenen Mitarbeitenden nicht nur. Sie binden Menschen an Unternehmen und zeigt die Loyalität der Arbeitgeber – insbesondere in einem hybriden Arbeitsumfeld. Laut PwC gaben 41 Prozent der CEOs an, dass ihr Weiterbildungsprogramm zudem „sehr effektiv“ war, um eine starke Unternehmenskultur zu schaffen.
Insbesondere in einer schnelllebigen Branche wie dem Technologiesektor müssen die Angestellten die Gewissheit haben, dass ihre Fähigkeiten für ein Unternehmen wertvoll sind. Upskilling-Programme sollten jedoch nicht nur auf die jüngere Generation abzielen. Schließlich verfügen auch ältere Mitarbeiter über Qualifikationen, die für ein Unternehmen wertvoll sind, wenn sie durch Weilterbildungsprogramme weiterentwickelt oder an die heutige Zeit angepasst werden. Ebenso können die Angehörigen der älteren Generation später im Leben eine andere Karriere anstreben und sollten die gleichen Chancen erhalten, diese zu verfolgen.
Altersgemischte Teams steigern Produktivität
Denn fehlen einsatzbereite Digital-Talente, gerät die digitale Transformation weltweit ins Stocken: So sind 59 Prozent der Arbeitgeber überzeugt, dass der Mangel an qualifizierten Mitarbeiter mittelgroße oder große Auswirkungen auf ihr Unternehmen hat; in Deutschland liegt dieser Anteil sogar noch etwas höher als in den USA und Großbritannien. Andererseits resultiert eine altersgemischte Belegschaft in einer Reihe von Vorteilen – sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen. Eine altersgemischte Belegschaft führt beispielsweise zu einem allgemeinen Produktivitätsanstieg aber auch zu Umsatzwachstum und einer geringeren Personalfluktuation. In Unternehmen mit einem um 10 Prozent höheren Anteil älterer Arbeitnehmer verließen 4 Prozent weniger junge Kolleginnen und Kollegen die Organisation. Arbeitgeber sollten sich daher für eine einheitliche Mischung an Kompetenzen über alle Altersgruppen hinweg einsetzen, um den digitalen Wandel vorantreiben und nachhaltiges Wachstum schaffen.
Kompetenzen für die Zukunft durch Weiterbildungsprogramm
Und noch ein Punkt spricht für Altersdiversität: Jüngere Bewerber mögen von Natur aus technisch versierter sein, aber ältere Generationen verfügen über Eigenschaften und Fähigkeiten, deren Entwicklung und Förderung Jahre dauern kann. Beispielsweise brauchen Führungsqualitäten, Branchenkenntnisse und strategisches Denken Zeit und Berufserfahrung. Dies zeigt auch ein Bericht von YouGov und dem Centre of Ageing Better, der besagt, dass die Arbeit älterer Arbeitnehmer für den Gesamterfolg eines Unternehmens entscheidend ist. Zudem werden mit dem Ende der Pandemie vielfältige Fähigkeiten benötigt, um alle Bereiche eines Unternehmens auszustatten und Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Wenn es Arbeitgeber somit nicht gelingt, sich auf eine dynamische und altersmäßig heterogene Belegschaft einzustellen, bleibt ein riesiges Potenzial ungenutzt.
Stand: 16.12.2025
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Auch wenn dieser Wandel nicht von heute auf morgen stattfinden wird, sollten sich Technologieunternehmen daher bewusst darum bemühen, jedem durch ein Weiterbildungsprogramm eine Chance zu geben, die eigene Karriere voranzutreiben – auch älteren Mitarbeitenden. Nicht nur, um diesen Arbeitnehmer zu ermöglichen, technisch versierter zu werden, sondern auch um die jüngere Generation mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie für die künftige Arbeitswelt benötigt. Inklusion durch Weiterbildung ist somit der Weg in die Zukunft. Indem Technologieunternehmen ein Umfeld schaffen, das die offene Zusammenarbeit und das Lernen fördert, werden sie die besten Voraussetzungen für ihren Erfolg haben.
(Bild: Udacity)
Der Autor Holger Kobler ist Regional Vice President DACH bei Udacity.