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Passwort-Management Authentifizierung: Die passwortlose und sichere Zukunft naht

Ein Gastbeitrag von Tony Fergusson 3 min Lesedauer

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Der World Password Day wird in nicht allzu ferner Zukunft ausgedient haben, wenn man die jüngsten Entwicklungen bei der Authentifizierung verfolgt. Es zeichnet sich schon heute der Trend ab, anstelle komplexer Passwörter längere und einprägsamere Varianten zu verwenden.

(Bild: © chaylek/stock.adobe.com)
(Bild: © chaylek/stock.adobe.com)

Der Mensch neigt bei der Erstellung seiner Passwörter dazu, vorhersehbaren Mustern zu folgen, wie beispielsweise die Platzierung von Großbuchstaben am Anfang oder Sonderzeichen am Ende. Durch dieses nur allzu menschliche Verhalten lassen sich Passwörter mit Hilfe von KI und Rechenpower allerdings leichter vorhersagen. In der Folge hat das National Institute of Standards and Technology (NIST) bereits vor einigen Jahren seine Empfehlungen aktualisiert hin zu längeren Passwörtern oder Passphrasen anstelle von komplexen Passwörtern für die Authentifizierung. Indem mehrere Wörter zu einer einzigen, langen Kette kombiniert werden, werden diese Fassungen mathematisch schwerer zu knacken, und gleichzeitig sind sie für User leichter zu merken. Doch selbst Jahre später sind diese Empfehlungen noch nicht flächendeckend umgesetzt.

Passwort-Komplexität führt nicht zu höherer Sicherheit

Während Organisationen an überholten Praktiken der Komplexität festhalten, zeigt die Realität, dass schwache Passwort-Strategien Möglichkeiten für Cyberbedrohungen eröffnen. Viele Organisationen setzen nach wie vor Passwort-Komplexität mit besserer Sicherheit gleich. Allerdings ist längst bewiesen, dass die Länge einen wirksameren Schutz gegen Angriffe wie Brute-Force darstellt. Regulatorische Standards hinken oft hinter der Wirklichkeit hinterher, und alte Systeme gehen mit Einschränkungen wie Zeichenlimits einher, die die Umsetzung von längeren Passphrasen behindern. Der Mensch folgt gerne seinen angestammten Gewohnheiten der Verwendung kurzer, komplexer Passwörter und folgt diesen Mustern über Jahrzehnte.

Regulatorische Standards hinken oft hinter der Wirklichkeit hinterher, und alte Systeme gehen mit Einschränkungen wie Zeichenlimits einher, die die Umsetzung von längeren Passphrasen behindern.

Tony Fergusson, Zscaler

Multifaktor-Authentifizierung ist anfällig für AiTM-Angriffe

Das größte Problem bei Passwörtern ist die steigende Zahl von Cyber-Angriffen. Diese Angriffe entstehen durch Passwortdiebstahl und "Adversary-in-the-Middle" (AiTM)-Angriffe. Viele Methoden der Multifaktor-Authentifizierung (MFA), wie einmalige Passcodes, die per SMS oder E-Mail gesendet werden, oder sogar App-basierte Codes, sind anfällig für Abfangversuche während AiTM-Angriffen. Diese Methoden beruhen auf dem Prinzip von geteilten Geheimnissen, die sich abfangen lassen. Ausgeklügelte Phishing-Versuche, die legitime Websites nachahmen, um Anmeldedaten und Sitzungsdaten zu stehlen sind auf dem Vormarsch laut dem jüngsten ThreatLabz Phishing Report.

Moderne Methoden der Authentifizierung im Vorteil

Im Gegensatz dazu bieten moderne Methoden der Authentifizierung, wie biometrische Verfahren und physische Sicherheitsschlüssel auf Basis der FIDO2-Standards robusten Schutz. FIDO2 verwendet Hardware wie USB-Sicherheitsschlüssel, um eine sichere Authentifizierung durchzuführen. Anders als die traditionelle Multifaktor-Authentifizierung (MFA) verwendet FIDO2 Public-Key-Kryptographie, wodurch Phishing- und AiTM-Angriffe verhindert werden. Die eingesetzten kryptographischen Schlüssel sind an das Hardwaregerät gebunden und werden niemals mit dem Dienstanbieter geteilt. Durch die Eliminierung der Abhängigkeit von Passwörtern und abfangbaren MFA-Methoden ebnen diese Innovationen den Weg für eine sicherere, passwortlose Zukunft.

In Wirklichkeit lässt sich Komplexität nicht mit höherer Sicherheit gleichsetzen. Komplizierte Authentifizierungsmethoden führen im Gegenteil nicht selten zu Frustration und riskanten Abkürzungen, wie beispielsweise der Wiederverwendung von Passwörtern. Unternehmen sollten Lösungen wie Passphrasen, Biometrie und passwortlose Technologien (FIDO2) evaluieren, die nicht nur mit Komfort einhergehen, sondern auch besseren Schutz vor modernen Bedrohungen bieten. Dieser Wandel ermöglicht einen stärkeren Schutz und eine benutzerfreundliche Möglichkeit, auf Ressourcen zuzugreifen, und beweist, dass sich Einfachheit und Sicherheit kombinieren lassen – der World Password Day sollte also eher eine Passwort-lose Zukunft einläuten.

AuthentifizierungTony Fergusson 
ist CISO in Residence bei Zscaler. Die SASE-basierte Zero Trust Exchange-Plattform von Zscaler schützt Unternehmen vor Cyberangriffen und Datenverlusten, indem sie User, Geräte und Anwendungen an jedem Standort sicher verbindet.

Bildquelle: Zscaler

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