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Digitalstrategie: Mittelstands-Bund befürchtet Kompetenzgerangel

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 2 min Lesedauer

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Die Bundesregierung hat die Zuständigkeiten für Digitalisierung neu aufgeteilt. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) blickt allerdings skeptisch auf die Regelungen. Denn es drohe Kompetenzgerangel statt erhöhter Geschwindigkeit. Die Erwartungen an die Digitalstrategie der Bunderegierung sind hoch.

(Quelle:  Jochen Rolfes/DMB)
(Quelle: Jochen Rolfes/DMB)

Bei der neuen Digitalstrategie der Ampel-Koalition befürchtet der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) ein Durcheinander der Zuständigkeiten bei den verschiedenen Regierungsstellen. Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bund, kommentiert die Zielsetzungen der Digitalstrategie: „Die Ampelregierung ist im vergangenen Herbst mit einem ambitionierten Koalitionsvertrag angetreten und wollte einen umfassenden digitalen Aufbruch wagen. Nun haben wir sieben lange Monate darauf warten müssen, um zu erfahren, wie die Regierung intern die Zuständigkeiten verteilt. Unter Aufbruch haben wir uns etwas anderes vorgestellt."

Digitalstrategie: Wettbewerbsfähigkeit von KMU in Gefahr

Deutschland hat in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung an Boden verloren. Laut Tenbieg braucht es deshalb dringender denn je und vor allem zügig eine durchgängige Digitalstrategie. Eine solche hat die Bundesregierung für Juli 2022 angekündigt. Der DMB hatte in der Vergangenheit stets die Dringlichkeit einer schnellen digitalen Transformation betont und auf notwendige Anpassungen der Rahmenbedingungen hingewiesen.

„Die schleppende Digitalisierung gefährdet in einer Zeit des Wandels die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes. Deswegen brauchen wir dringend eine zeitgemäße und in sich schlüssige Digitalstrategie mit einem klaren Zielsystem. Das funktioniert nur mit gebündelten Zuständigkeiten und kurzen Entscheidungswegen“, ist Marc S. Tenbieg überzeugt. Darum fordert er eine zentrale Digitalpolitik mit wirtschaftlichem Sachverstand, eindeutigen politischen Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen. „Ein so wichtiges Thema wie die Digitalisierung braucht einen durchsetzungsstarken Taktgeber. Nur wenn die Digitalpolitik aus einem Guss kommt und alle Entscheidungswege zusammenlaufen, sind optimale Voraussetzungen für eine schnelle und effiziente digitale Transformation im Mittelstand vorhanden.“   

DMB Tenbieg
(Marc S. Tenbieg ist geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bund. (Bild: Jochen Rolfes/DMB))

Der 1982 gegründete Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) e.V. mit Sitz in Düsseldorf ist der Bundesverband für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Unter dem Leitspruch „Wir machen uns für kleine und mittelständische Unternehmen stark!“ vertritt der DMB die Interessen seiner rund 25.000 Mitgliedsunternehmen mit über 500.000 Beschäftigten. Damit gehört der DMB mit seinem Netzwerk in Wirtschaft und Politik zu den größten unabhängigen Interessenverbänden in Deutschland. Der Verband ist politisches Sprachrohr und Dienstleister zugleich, unabhängig und leistungsstark. Der DMB deckt folgende Themenfelder ab: Digitalisierung, Nachfolge, Finanzen, Internationalisierung, Energiewende und Arbeit & Bildung aus. (sg)

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