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Optimierung der Prozesse Qualitätsmanagement: Vom System zur Entscheidungsintelligenz

Ein Gastbeitrag von Andreas Dangl 4 min Lesedauer

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Qualitätsmanagement galt lange als Domäne von Qualitätsbeauftragten, Auditoren oder Zertifizierungsstellen. Prozesse dokumentieren, Abweichungen erfassen und Nachweise für Audits bereitstellen: Auch wenn diese Aufgaben weiterhin relevant sind, verändert sich die Rolle von QM.

Qualitätsmanagement ermöglicht resilientere Prozesse, bessere Entscheidungen und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. (Bild:  © Tippapatt/GettyImages)
Qualitätsmanagement ermöglicht resilientere Prozesse, bessere Entscheidungen und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.
(Bild: © Tippapatt/GettyImages)

Darum Geht'S

Rollenwechsel im QM: Qualitätsmanagement ist nicht mehr nur eine Audit- und Nachweisfunktion, sondern entwickelt sich zur datenbasierten Entscheidungsinstanz für operative und strategische Steuerung.
 
Wert entsteht durch Kontext, nicht durch die Datenmenge: Erst die Verknüpfung fragmentierter Quellen wie ERP, PLM, MES, CAQ oder DMS macht Ursachen von Abweichungen, Risiken und Ineffizienzen sichtbar.
 
KI + Automatisierung als Entscheidungsverstärker: Automatisierte Workflows und KI können Dokumente, Muster und Zusammenhänge schneller analysieren. Sie ersetzen keine Entscheidungen, verbessern aber die Qualität der Maßnahmen. 

In einer zunehmend datengetriebenen Industrie entwickelt sich die Qualitätsmanagement-Software (QMS) zur Informationsquelle für operative und strategische Entscheidungen. Vor allem in Industrieunternehmen laufen im Qualitätsmanagement zahlreiche Informationsströme zusammen. Prüfungen, Reklamationen, Lieferantendaten, Risiken, Freigaben und Compliance-Nachweise zeigen nicht nur, ob Anforderungen erfüllt werden. Richtig verknüpft, geben sie auch Hinweise darauf, wo Risiken entstehen, Prozesse ineffizient arbeiten oder Ressourcen verloren gehen.

Im Qualitätsmanagement steckt mehr als Qualität

Qualität entsteht nicht isoliert. Sie hängt mit Entwicklung, Produktion, Einkauf, Lieferketten, Service und Dokumentation zusammen. Dementsprechend verteilt sich das Wissen über zahlreiche Tools und Datenquellen. ERP-, PLM-, MES-, CAQ- und DMS-Systeme sowie Excel-Listen und E-Mail-Postfächer enthalten jeweils Teile des Gesamtbilds.

Diese Fragmentierung erschwert es, Zusammenhänge zu erkennen. Steigende Reklamationen können auf Qualitätsprobleme hinweisen, aber ebenso mit einem bestimmten Lieferanten, Prozess oder Produkt zusammenhängen. Erst die Verbindung relevanter Informationen schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Moderne Qualitätsmanagement-Tools führen deshalb qualitätsrelevante Daten und Prozesse zusammen. Damit entsteht ein Kontext, der nicht nur für das Qualitätsmanagement, sondern auch für Produktion, IT und Unternehmensführung relevant ist.

Wie wird aus Qualitätsdaten Entscheidungsintelligenz?

Daten allein schaffen keinen strategischen Mehrwert. Erst ihre Einordnung macht sie entscheidungsrelevant. Automatisierung und künstliche Intelligenz eröffnen hier neue Möglichkeiten. Automatisierte Workflows koordinieren Prüfungen, Freigaben und Maßnahmen und sorgen für nachvollziehbare Abläufe. KI kann zusätzlich große Mengen strukturierter und unstrukturierter Informationen analysieren, Zusammenhänge erkennen und relevantes Wissen zugänglich machen.

Das gilt insbesondere für Dokumente. Qualitätswissen steckt häufig in Prüfberichten, Spezifikationen, Abweichungsberichten, Lieferantendokumentationen oder technischen Unterlagen. KI-gestützte Verfahren klassifizieren diese Informationen automatisch und machen sie nutzbar.

Häufen sich etwa Abweichungen bei einem Bauteil, reicht die Anzahl der Fälle allein nicht aus. Relevant sind mögliche Zusammenhänge mit Lieferanten, Prüfmerkmalen, Produktvarianten oder früheren Maßnahmen. KI analysiert Abweichungen und zeigt Zusammenhänge mit Lieferanten, Prüfmerkmalen oder Produktvarianten auf. Dabei ersetzt KI nicht die Entscheidung. Sie schafft die Informationsgrundlage, auf der Verantwortliche schneller und fundierter handeln können.

Auswirkungen der wachsenden Bedeutung von Qualitätsdaten

Mit der wachsenden Bedeutung von Qualitätsdaten wird auch die technische Architektur einer Qualitätsmanagement-Software zum strategischen Thema. Ein isoliertes System, das einen weiteren Datenbestand neben ERP, PLM oder DMS erzeugt, greift zu kurz.

Fabasoft Approve unterstützt bei der Optimierung der Prozesse. (Bild:  Fabasoft Approve)
Fabasoft Approve unterstützt bei der Optimierung der Prozesse.
(Bild: Fabasoft Approve)

Ein modernes Tool verbindet deshalb unterschiedliche Informations- und Prozesswelten. Schnittstellen schaffen durchgängige Datenflüsse, Rollen- und Berechtigungskonzepte schützen sensible Informationen. Cloud-native Architekturen unterstützen die standortübergreifende Zusammenarbeit und lassen sich mit Organisationen und Lieferketten skalieren.

Für CIOs und CTOs stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie lässt sich Qualität in die digitale Unternehmensarchitektur integrieren, ohne neue Informationssilos zu schaffen? Eine zukunftsfähige QMS verbindet Governance, Compliance, Security, Datenschutz und operative Prozesse. Qualität wird damit Teil einer übergreifenden digitalen Architektur und nicht länger ein isolierter Funktionsbereich.

Qualitätsmanagement : Wie wird Compliance zum Bestandteil des Prozesses?

Besonders relevant ist das in stark regulierten Branchen. Normen, Gesetze und Kundenanforderungen erzeugen eine Vielzahl von Nachweisen, Freigaben und Dokumentationspflichten. Traditionell bedeutet das erheblichen manuellen Aufwand.

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Digitale Qualitätsprozesse integrieren diese Anforderungen stärker in die täglichen Abläufe. Anforderungen werden mit Prozessen und Verantwortlichkeiten verknüpft, Freigaben dokumentiert und Nachweise revisionssicher abgelegt. Compliance entsteht nicht erst vor dem Audit, sondern kontinuierlich im Prozess. Das schafft zugleich mehr Transparenz. Unternehmen greifen auf aktuelle Informationen und nachvollziehbare Prozessdaten zurück, anstatt vergangene Abläufe aufwendig zu rekonstruieren.